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29.03.2015

Ein Himmel voller Musikinstrumente: Georg Felber hat über 200 gesammelt

Nicht voller Geigen, sondern voller Musikinstrumente hängt der Himmel im Musikraum von Georg Felber: Rund 200 Instrumente sind dort untergebracht, die Felber in vielen Jahren gesammelt hat
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Nicht voller Geigen, sondern voller Musikinstrumente hängt der Himmel im Musikraum von Georg Felber: Rund 200 Instrumente sind dort untergebracht, die Felber in vielen Jahren gesammelt hat
Bild: Josef Abt

Georg Felber aus Rehling hat Instrumente aus aller Herren Länder gesammelt. Darunter einige Raritäten. Im Landkreis kennen ihn viele aber noch aus anderen musikalischen Gründen.

Es gibt Menschen, die sammeln Bierdeckel, Briefmarken oder andere Utensilien. Georg Felber aus Rehling hingegen sammelt alte Musikinstrumente und Radios. Über 200 alte Instrumente zieren einen eigens dafür eingerichteten Raum in seinem Haus. Er heißt daher Musikzimmer. Nicht nur die Wände, auch die Dachschräge hängt voll mit Musikinstrumenten aus vielen Ländern. Dazwischen ist eine lebensgroße Figur von Elvis Presley zu finden.

Neben uralten Radios hängen Unmengen an Akkordeons als Tasten- oder Knopfausführung, darunter eines der ersten steirischen Akkordeons, die in dieser Form gebaut wurden. Dazwischen sind alle Arten von Blasinstrumenten aus Holz oder Blech zu sehen. Eine der Raritäten im Musikzimmer ist eine sehr alte Bandura, ein gezupftes Lauteninstrument. Sie wurde in Österreich als Vorgängerin der Zither gebaut. Es gab nur geringe Stückzahlen davon. Das Instrument war vielfach in der Ukraine und in Polen zu finden. Besonders stolz ist der 62-jährige Felber auf die beiden alten Musikboxen. Eine davon ist das Original, das früher – um 1962 – in der elterlichen Gaststätte Felber ihren Dienst tat. Noch heute spielt dieses Gerät die Hits von damals in sehr guter Qualität. Die dazugehörigen Schallplatten hat Felber noch.

Schon in jungen Jahren sammelte Felber Instrumente

Dem Besucher fällt ein weiteres besonderes Blasinstrument auf. Dieses Mal aus der Neuzeit. Es ist ein sogenanntes Lechner-Bariton, eines der wertvollsten Blasinstrumente überhaupt. Sie werden im österreichischen Bischofshofen in reiner Handarbeit angefertigt und sind der Traum jedes Blasmusikers.

Die Leidenschaft zum Sammeln alter Musikinstrumente packte Georg Felber schon in jungen Jahren. Überall auf den Flohmärkten, im In- und Ausland hielt er Ausschau nach solchen Utensilien. Oft erwarb er sie sehr günstig. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Auf jedes ist er gleichermaßen stolz.

Oft zieht sich Felber zum Entspannen in sein Musikzimmer zurück. Dann kann es allerdings auch mal lauter werden. Denn in der Mitte des Raumes hat er ein Schlagzeug mit 25 verschiedenen Trommeln, unzähligen Becken und anderen Klangkörpern für jede Tonlage aufgebaut. Hier kann sich der früher aktive Schlagzeuger austoben. Regelmäßig spielt er selbst kreierte Trommel-Solostücke. Doch auch wenn er Ruhe zum Abschalten sucht, geht er in sein Musikzimmer. Dann sucht er aus seinen Tausenden Schallplatten und CDs die richtigen Lieder aus.

Mit "Red River" gelang ihm der Durchbruch

Die meisten kennen Georg Felber als „Wirt-Schorsch“. Seit seiner Kindheit ist er ein Musikfan, ebenso wie sein Zwillingsbruder Toni. In der elterlichen Gastwirtschaft erlebten die Brüder viele Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Faschingsbälle mit, bei denen in der Gaststätte Blasmusik gespielt wurde. Felber erzählt: „Ich habe immer den Musikanten auf der Bühne zugeschaut und war von dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Instrumente und der Musik fasziniert.“

Mit einigen anderen Musikern gründete Felber 1969 eine Tanzkapelle. 1972 gelang ihm mit der neuen Band „Red River“ der musikalische Durchbruch. In dieser in der gesamten Region bekannten Band spielte er bis 1972 als Schlagzeuger bei den verschiedensten Veranstaltungen: Hochzeiten, Ball- und sonstige Tanzabende.

1981 folgte der nächste Schritt: Mit seinem Bruder Toni eröffnete er den Tanzstadel in Aindling, der elf Jahre lang Treffpunkt für die tanzbegeisterte Jugend war. Unternehmerisch hatten die Felber-Zwillinge damit aber noch nicht genug. Später eröffneten sie die Disco Moospark in Pöttmes. Seit fast 20 Jahren gibt es sie inzwischen.

Vor acht Jahren baute Georg Felber in Lauingen (Landkreis Dillingen) eine weitere Disco. Auch sie hatte großen Zulauf. Mittlerweile betreibt er sie nicht mehr selbst, sondern hat sich mit seiner Frau Maria in den Ruhestand zurückgezogen. Er genießt sein Haus mit dem sehenswerten Garten und seinem größten Schatz, dem Musikzimmer.

„Schorsch aus Bayern“ hieß eine seiner bekannten Singles

Was viele nicht mehr wissen: In den 80er-Jahren startete Georg Felber mit seinem Zwillingsbruder Toni eine Musikerkarriere. „Felber&Felber“ hießen sie damals. Noch heute zeigt er stolz die Tonträger von damals mit Titeln wie „Wenn i mei Radio hör“ oder „I geb net auf“ und „Di mag i doch am liabst’n“. Sie liefen damals allesamt im Radio.

Stolz ist Felber auf einige Soloplatten, für die er teilweise einen hochkarätigen ungarischen Bläser für die Aufnahmen im Studio engagierte. „Schorsch aus Bayern“ hieß eine seiner bekannten Singles. Dazu kamen Titel wie „Sommertraum“ oder „Traumfrau“. Felbers Leben war und ist die Musik. Sein schelmisches Wesen aus der Kindheit hat er sich bewahrt. Noch heute erzählt er gerne von den Streichen, die er mit seinem Zwillingsbruder in der Kindheit angestellt hat.

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