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Feier

25.10.2017

Ein Leben in Würde bis zuletzt

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2 Bilder
Die Unterzeichnung der Charta durch (von links) Bürgermeister Klaus Habermann, Caritas-Kreisvorsitzendem Michael Schredl und Landrat Klaus Metzger war einer der Höhepunkte.
Bild: Heike John

Mit einer Festmesse und einem Empfang im Caritashaus feiert das St. Afra Hospiz ihr 20-jähriges Bestehen. Zum runden Geburtstag gibt es zwei Geschenke.

Das Unterzeichnen der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen war wohl das größte Geschenk zum 20-jährigen Bestehen des St. Afra Hospizes (siehe Info-Kasten). Denn die Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die auch immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Mit ihrer Unterschrift beurkundeten Landrat Klaus Metzger, Bürgermeister Klaus Habermann und Michael Schredl, Vorsitzender des Caritas-Kreisverbandes, ihre Bereitschaft, sich für die Verbesserung der Situation schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Familien einzusetzen und für ihre Rechte einzutreten.

Eine gute Zusammenarbeit mit dem ambulanten Hospiz besteht schon seit Langem, wie beim Festempfang im Caritashaus in der Bahnhofstraße in Aichach deutlich wurde. Gekommen waren viele Gäste aus Politik und Kirche, Vertreter der ambulanten Dienste, der Pflegeheime und den Ärzten, mit denen der ambulante Hospiz- und Beratungsdienst beim Caritasverband eng zusammenarbeitet.

„Der Landkreis hat uns beim Aufbau der Allgemeinen ambulanten Palliativversorgung immer, und das nicht nur finanziell, unterstützt“, betonte Michael Schredl als Vorsitzender des Caritas-Kreisverbands in seiner Begrüßung. Auch die Stadt Aichach als Sitz des St. Afra Hospizes mit weiteren Hospizgruppen in Friedberg und Mering zeige sich immer kooperativ.

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Landrat Metzger und Bürgermeister Habermann finden lobende Worte

Eine große Wertschätzung für die Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen im Hospiz sprach aus den Grußworten von Landrat Metzger und Bürgermeister Habermann. In ihren Worten schwang ein Ehrfurcht vor dem selbstlosen und schweren Tun in der Begleitung Schwerstkranker mit. Denn noch immer sind Sterben, Tod und Trauer für viele Menschen ein Tabu.

Somit waren die anwesenden Hospizbegleiter die eigentlichen Ehrengäste. Zehn von ihnen standen besonders im Mittelpunkt. Sie haben erst vor Kurzem ihre gut achtmonatige Vorbereitungszeit auf ihren wertvollen Begleitdienst absolviert und wurden im Rahmen des vormittäglichen Familiengottesdienstes in der Stadtpfarrkirche feierlich ausgesendet (Bericht folgt) – ein zweites Geschenk zum Geburtstag. Stadtpfarrer Herbert Gugler sprach ihnen mit Diakon Richard Reißner höchsten Respekt aus.

Von den Anfängen bis zum Hospiz- und Palliativgesetz

Insgesamt sind im Landkreis knapp 100 ehrenamtliche Hospizbegleiter tätig. Ihr Einsatz soll aber nicht als Sterbehilfe missverstanden werden, sondern eine Begleitung am Ende des Lebens sein. „Ein Leben in Würde bis zuletzt“, so machten Christine Neukäufer und Andreas Reimann in einem gespielten Dialog deutlich. Die Gesamtkoordinatorin im St. Afra Hospiz und der Caritas-Geschäftsführer erinnerten an die fast noch im Verborgenen liegenden Anfänge des St. Afra Hospizes und zeigten sich erfreut über die positive Entwicklung des Hospizgedankens bis zu einer seit zwei Jahren gesetzlichen Verankerung im Hospiz- und Palliativgesetz.

Die festliche Stunde in den Räumen des Sozialkaufhauses umrahmte Helga Fritscher musikalisch und endete mit dem kirchlichen Segen durch Dekan Stefan Gast.

In den Wochen davor hatte es bereits in der Friedberger und in der Meringer Hospizgruppe Veranstaltungsangebote zum Jubiläum gegeben (wir berichteten). Am Nachmittag konnten sich interessierte Gäste ein Stockwerk höher in den Räumen des St. Afra Hospizes umsehen und sich über die vielfältigen Angebote der Begleitung auf dem letzten Weg und auch in der Trauer informieren.

Benefizkonzert Zum Ende der Jubiläumsveranstaltungen gibt der Kammerchor St. Sebastian am Sonntag, 29. Oktober, um 16 Uhr ein Konzert in der Aichacher Stadtpfarrkirche. Geboten werden Chormusik und literarische Texte, gelesen von Hannes Köppel, die sich mit dem Thema Sterben auseinandersetzen. Der Eintritt ist frei, Spenden zugunsten des St. Afra Hospizes sind erwünscht.

Inhalt und Ziel der Charta zur Betreuung Sterbender

Begriff Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland.

Inhalt Die Charta setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Jeder Betroffene, unabhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung, der persönlichen Lebenssituation oder des Versorgungsortes, hat das Recht auf eine qualitativ hochwertige palliative und hospizliche Behandlung und Begleitung.

Ursprung Die Charta wurde im August 2010 von über 50 gesundheits- und gesellschaftspolitisch relevanten Institutionen und Organisationen verabschiedet. Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarf werden in fünf Leitsätzen formuliert.

Unterzeichner Seit Veröffentlichung der Charta im September 2010 haben mehr als 16500 Einzelpersonen und 1500 Institutionen die Charta gezeichnet.

Ziel Ziel der Unterschriften ist es, in der Politik, bei Trägern des Gesundheitswesens und in der Gesellschaft ein stärkeres Bewusstsein für die Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativarbeit zu schaffen.

Internet www.charta-zur-betreuung-sterbender.de. (jojo)

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