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Aktion in Aichach

08.06.2009

Ein Lebensretter aus Wolle

Kann eine Mütze ein Leben retten? Sieglinde Biebl glaubt ja. Die 65-Jährige betreibt ein Handarbeitsgeschäft in der Aichacher Innenstadt und unterstützt eine Strickaktion des Vereins "Save the Children".

Unter dem Motto "Eine Mütze voll Leben" ruft die Kinderrechtsorganisation Freiwillige dazu auf, Babymützen zu stricken. Die soll man bis zum 1. Juli an den Verein schicken, der sie an Bedürftige in der Dritten Welt verteilt. Hintergrund der Aktion ist, dass jedes Jahr vier Millionen Kinder in ihrem ersten Lebensmonat sterben. Viele von ihnen erliegen Infektionen der Atemwege. Da Babys unabhängig von der Außentemperatur die meiste Wärme über den Kopf verlieren, kann eine Mütze also in der Tat Leben retten.

Mützen für Kinder in Ruanda, Bangladesch und Bolivien

Aus diesem Grund engagiert sich auch Sieglinde Biebl für die Aktion. "Die Dritte Welt liegt mir sehr am Herzen, darum habe ich schon drei Mützchen gestrickt. Außerdem finde ich es gut, dass man weiß, wo die Mützen hinkommen", sagt sie. Das ist auch für die Kundin Christa Marquart wichtig. Die Aichacherin will ebenfalls für "Save the Children" stricken und informiert sich bei Sieglinde Biebl über die Aktion. "Ich finde die Aktion sehr sinnvoll", sagt Marquart, "es ist gut, zu wissen, dass die Mützen die Menschen erreichen, die sie benötigen."

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Bisher hat Sieglinde Biebl zwanzig Mützen bekommen, sie hofft aber, dass es bis zum Ende der Aktion über 100 sein werden. "Ich spreche all meine Kundinnen auf die Aktion an, damit wir möglichst viele zusammenbekommen." Anfang Juli will sie die Mützen und einen Brief an die Bundeskanzlerin losschicken. Denn: "Save the Children" fordert die Helfer ebenfalls auf, in einem Brief an die Bundesregierung mehr Unterstützung für die Kinder in der Dritten Welt zu fordern. Die Briefe werden im Frühsommer an die Kanzlerin übergeben, die Mützen kommen direkt an Hilfsprojekte in Ruanda, Bangladesch und Bolivien.

Sieglinde Biebl sammelt in ihrem Geschäft eigenständig Mützen und schickt sie direkt an die Kinderrechtsorganisation. "Das ist viel praktischer, als wenn jeder seine Mütze in einem einzelnen Päckchen nach Berlin schickt", sagt Biebl. "Das übernehme ich gern für meine Kundinnen." Überdies bietet sie an, dass "Strickwillige" auch die Wolle für ein Mützchen von ihr bekommen können. "Für eine Babymütze braucht man zwischen 25 und 50 Gramm Wolle - das ist praktisch ein Rest", sagt die engagierte Helferin. Auch die Kosten für eine Mütze halten sich laut Biebl in Grenzen; "man kommt mit zwei bis fünf Euro hin."

Gemeinsames Stricken am Weltstricktag geplant

Zudem plant Sieglinde Biebl am Weltstricktag, der diesen Samstag ins Haus steht, eine Aktion: Wer möchte, kann zwischen 9 und 12.30 Uhr in ihren Laden kommen und gemeinsam mit anderen für "Save the Children" Mützen stricken.

Auch die Kinderrechtsorganisation informiert die Freiwilligen umfassend. Im Internet finden sich eine Einkaufsliste, eine Strickanleitung und Informationen zum Hilfsprojekt. Der Fachhandel und die Frauenzeitschrift Brigitte bewerben die Aktion ebenfalls. Sieglinde Biebl steht hinter der Aktion von "Save the Children". "Wenn es doch so leicht ist, bedürftigen Menschen zu helfen - warum soll man dann nicht mitmachen?" "ANsichtssache

Informationen, Strickanleitungen und Musterbriefe im Internet unter

www.muetze-voll-leben.de

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