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Natur

28.05.2020

Ein Quad in der geschützten Wiese

Ein Storch ist auf Nahrungssuche im Lechtal.
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Ein Storch ist auf Nahrungssuche im Lechtal.

Im Lechtal blühen viele Raritäten. Naturfilmer Gerhard Menzel aus dem Affinger Ortsteil Anwalting kennt sie alle. Umso mehr ärgern ihn Reifenspuren mitten durch seltene Mehlprimeln

Die Landschaft im Lechtal steht gerade in voller Blüte. Hier entdeckt der preisgekrönte Naturfilmer Gerhard Menzel aus dem Affinger Ortsteil Anwalting in diesen Tagen viele Raritäten. An der Friedberger Ach gedeiht zum Beispiel die Sumpf-Schwertlilie. Eine üppige Pflanzen- und Tierwelt sei dort zu bestaunen, sagt Menzel.

Umso mehr ärgert den Naturexperten, was er am Feiertag Christi Himmelfahrt entdeckt hat: Reifenspuren in der Gemeinde- und Schaezlerwiese bei Rehling. Hier handelt es sich um eine Ausgleichsfläche. Die Spuren führen mitten durch eine Fläche, in der noch Mehlprimeln blühen. „Sie sind eine Besonderheit, die nur hier nördlich von Augsburg so zahlreich vorkommen“, betont Menzel und fügt hinzu: „Wie lange noch?“

Menzel geht anhand der Spuren davon aus, dass sie von einem Quad stammen. Der Unbekannte, der sie verursacht hat, musste eigens eine Schranke entfernen, um auf die geschützte Wiese zu gelangen. Der Anwaltinger spricht von einer „bodenlosen Frechheit“. Ebenfalls ein Ärgernis für ihn ist Hundekot. Der gehöre nicht in ein Naturschutzgebiet, betont Menzel. Selbst wenn sich, wie er gesehen und fotografiert hat, Bläulinge, eine Schmetterlingsart, gerne darauf niederlassen.

Von diesen Ärgernissen abgesehen ist das Lechtal im Landkreis Aichach-Friedberg ein Ort zum Genießen für Naturliebhaber. Menzel spricht von einer üppigen Pflanzen- und Tierwelt. Salbei findet sich ebenso wie die Sibirische Schwertlilie. Mit der Kamera festgehalten hat der Anwaltinger auch Akelei, Dunkle Akelei, Karthäusernelke, Breitblättriges Knabenkraut, Halbkugelige Teufelskralle oder die Gamander Sommerwurz. Ab und zu beobachtet er auch einen Storch auf Nahrungssuche oder Bussarde, Rot- und Schwarzmilane, die über den Wiesen kreisend nach Kleintieren Ausschau halten. Für Gerhard Menzel ist die Sache ganz einfach: „In der Natur ist eine fantastische Liebe eingebaut, und sie sollte für jeden zugänglich sein, der sie mit Respekt und Umsicht genießt.“ (jca)

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