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Labyrinth

19.07.2013

Ein Tiger schleicht durchs Maisfeld

Bild: Hans Tyroller

Der Irrgarten im Maisacker von Hans Tyroller hat heuer die Gestalt einer Raubkatze. Seit einer Woche ist geöffnet

Kühbach-Radersdorf Wie kommt bloß ein Tiger ins Maisfeld nach Radersdorf? Verirrt hat er sich dort nicht. Vielmehr hat ihn sein „Besitzer“, Landwirt und Modellbauer Hans Tyroller, ganz bewusst dort hineingesetzt. Die Gestalt der Raubkatze bildet in dieser Saison die Wege des Irrgartens. Seit einer Woche ist das Maislabyrinth in dem Kühbacher Ortsteil geöffnet.

Trotzdem stellt sich für Laien die Frage: Wie zaubert man einen Tiger in einen 2,5 Hektar großen Acker? Bedient sich Hans Tyroller der GPS-Technik, also der Navigation über Satellit? Das sei viel zu kompliziert, winkt Tyroller lachend ab. Er macht’s lieber händisch und physikalisch, wie er sagt. Der Modellbauer fertigt zunächst eine Zeichnung an. Um die dann auf den Acker zu projizieren, zieht er vor Ort Konstruktionslinien. Die dienen dem „Vater des Labyrinths“ als Orientierung. Mit einem sogenannten Laufrad kann er dann eine Kalkspur legen und so die Umrisse der Gestalt auf den Boden zeichnen. Das hat Tyroller nicht erst vor wenigen Tagen getan. Inzwischen hat er nämlich Erfahrung. Früher haben er und seine Frau Susanne gewartet, bis der Mais hoch gewachsen war. Seit einigen Jahren tun sie das so früh wie möglich. Tyroller: „Das hat sich bewährt.“ Das bedeutet: Am 25. April haben die Tyrollers den Mais angesät und einen Tag später schon den Tiger eingezeichnet. Dann ging Tyroller in die Luft. Mithilfe des Luftsportvereins Aichach kontrollierte er aus der Vogelperspektive, ob die Figur passt. Anschließend planierte er die Wege mit dem Rasenmäherbulldog.

Der Weg wird mit Handarbeit freigehackt

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Die „richtige“ Arbeit kommt erst später. „Wenn der Mais zehn bis 20 Zentimeter hoch ist, wird der Weg frei gehackt“, berichtet Susanne Tyroller. Die Pflanze ist hartnäckig und wächst wieder nach. Zwei- bis dreimal müsse man deshalb durchgehen, um die Wege frei zu halten. Diese Woche ist noch einmal Handarbeit angesagt. Inzwischen steht der Mais zwar nicht ganz so hoch wie im vergangenen Jahr. Zwei Meter sind es aber doch, und die Blätter wachsen über die Wege. Deshalb müssen sie abgeschlagen werden, damit die Gäste freie Bahn haben.

Es gibt naturgemäß einige Sackgassen, die die Besucher auf die Probe stellen. Der Meister des Labyrinths selbst aber hat den Durchblick. „Ich kann mich nicht verlaufen“, sagt Tyroller. Er kennt das Raubtier in- und auswendig. Besucher sollten aber schon eine gute Stunde Zeit einplanen für den rund 2,5 Kilometer langen Irrgarten. Wer mag, kann dabei 15 Fragen aus dem Bereich Allgemeinwissen beantworten. Am Ende der Saison werden dann Geld- und Sachpreise verlost. Geplant sind außerdem wieder zwei Geisternächte, deren Termine kurzfristig je nach Wetterlage festgelegt werden. (jca)

Öffnungszeiten Das Maislabyrinth ist an der Kreisstraße von Walchshofen kommend linker Hand zu finden. Es ist bis 3. Oktober montags bis donnerstags von 16 bis 21 Uhr sowie freitags, samstags und sonntags ab 14 Uhr geöffnet.

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