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Volkstheater

24.11.2014

Ein gelungenes Geschenk

Als Beobachter in der Geschichte sieht das Kind (Cedric von Beck-Peccoz) dem Schreiber Bob Cratchit (Stefan Dauber) über die Schulter.
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Als Beobachter in der Geschichte sieht das Kind (Cedric von Beck-Peccoz) dem Schreiber Bob Cratchit (Stefan Dauber) über die Schulter.

Aichacher Darsteller machen Publikum mit „Fröhliche Weihnachten Mr. Scrooge“ bei der Premiere große Freude. Verein feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Nur bei Mr. Scrooge will an diesem Abend keine Feierstimmung aufkommen

Schnelle Szenenwechsel, Umbau auf offener Bühne, Darsteller übernehmen mehrere Rollen und eine Geschichte in der Geschichte. Das Aichacher Volkstheater und Regisseur Hans Kriss haben bei der Aufführung von „Fröhliche Weihnachten Mr. Scrooge“ alle Register gezogen. Heraus gekommen ist alles andere als „Humbug“. Zum 30. Geburtstag des Theaterensembles machen die Laiendarsteller dem Publikum ein besonderes Geschenk. Das Premierenpublikum in der ausverkauften TSV-Halle war am Samstag begeistert.

Das Bühnenbild ist ein großes Kontor. Viele Aktenordner stehen in der Rückwand der Bühne. Ebenezer Scrooge (Robert Predasch) arbeitet an einem erhöhten Schreibtisch. Sein Schreiber (Stefan Dauber) sitzt an einem kleinen Tischchen und wärmt sich die klammen Finger an einer Kerze. Geizhals Scrooge stöhnt nicht nur, wenn der Schreiber zwei Kohlenstücke für sein Öfchen holen will. Auch Weihnachten ist für ihn absoluter „Humbug“. Seinen Neffen (Alexander vom Stein), der ihn zum Weihnachtsessen einladen will, komplimentiert er hinaus und auch die beiden Spendensammler (Alf Neumeier, Ferdinand Federlin) schickt der Geizhals mit groben Worten weiter.

Das Weihnachtsmärchen von Charles Dickens ist die wohl bekannteste Weihnachtsgeschichte der Welt. Es geht um den geizigen Geschäftsmann Ebenezer Scrooge, der in der Weihnachtsnacht von drei Geistern besucht wird. Ein Besuch, der sein Leben komplett verändern wird. Das Volkstheater zeigt das Stück in der Bühnenfassung von Ramon Pierson, die Hans Kriss bearbeitet hat.

45 Rollen hat er mit 25 Darstellern besetzt. Einige schlüpfen während der rund zweistündigen Aufführung in mehrere Rollen. Udo Artmann zum Beispiel spielt nicht nur Marleys kettenrasselnden Geist, der bei gespenstischer Beleuchtung das Kontor betritt. Er ist auch der Ehemann von Betty (Louisa Schilberth), der früheren Verlobten von Scrooge. Mathilde Mahrenholtz kommt als engelhafter Geist der vergangenen und schauriger Geist der zukünftigen Weihnacht auf die Bühne. Stefan Dauber ist Bob Brachet, der Schreiber von Ebenezer Scrooge, und verkörpert Ebenezer als jungen Mann, als der noch Lehrling ist.

Die schnellen Szenenwechsel sind eine Herausforderung

Scrooges Reise mit den Geistern erfordert einige schnelle Szenenwechsel. Eben noch sind sie in seinem Kindheitsdorf, dann im Internat, um von dort in das Kontor zu springen, als Fezziwig (Jörg Richartz) dort noch Leiter war und an Weihnachten lustig gefeiert wurde. Eine weitere Etappe auf der Reise ist der Weihnachtstag bei der vielköpfigen Familie Cratchit. Der Regisseur hat den Umbau der Szenen in das Spiel integriert. Für die Laiendarsteller sind die schnellen Szenenwechsel aber eine Herausforderung. Sie „springen“ von einer Situation in die nächste. Robert Predasch, der als Hauptfigur in jeder Szene mitspielt, bekommt von den Zuschauern besonders viel Applaus.

Die Parallelen zur heutigen Zeit verkörpert ein Kind (Cedric von Beck-Peccoz), das auf der Bühne durch die Szenen wandert. Aus Frust über die streitenden Eltern hätte es Weihnachten am liebsten abgeschafft. „Du musst aufpassen, dass Du kein Scrooge wirst“, hatte daraufhin ein Herr (Alexander vom Stein) gesagt und ihm die Geschichte vom Geizkragen erzählt. Aber ist es nur eine Geschichte? Oder steckt viel mehr dahinter? Für Regisseur Kriss auf jeden Fall. Dickens habe gegen die Geistesverhärtung, die Ökonomisierung des Lebens und für Empathie und Veränderung geschrieben, so der Regisseur. Themen die gegenwärtig, aktuell und bestimmt kein Humbug sind.

Weitere Aufführungen sind am 28. Und 29. November, 5., 6., 12. und 13. Dezember, jeweils ab 19.30 Uhr, sowie am 7. Dezember ab 16 Uhr in der TSV-Halle Aichach, Donauwörther Str. 12. Kartenvorverkauf über www.aichacher-volkstheater.de oder eine Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse.

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