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30.11.2007

Ein kulturelles Kleinod

Die mächtige Eiche reckt ihre kahlen Äste in den winterlichen Himmel. Die Rosen sind zurückgeschnitten und die Blätter von den Bäumen abgefallen. Der weitläufige Garten von Schloss Schorn ist auf den Winterschlaf vorbereitet. Zeit auch für die umtriebigen Schlossbesitzer, Richard Freiherr von Herman und seine Frau Ludwiga Freifrau von Herman - Freiin von Korff, Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.

Edle Pferde, Reiterkunst, barocke Musik, erlesene Konzertveranstaltungen, Picknick mit Klezmermusik, die Mozartiade oder eine bairische Weihnacht: Bei einer ganzen Reihe von Veranstaltungen hatte im Laufe der letzten Jahre interessiertes Publikum Gelegenheit, Schloss Schorn zu besuchen. Das Besondere dabei: Die Hausherren machen bei solchen Gelegenheiten nicht nur den großen Garten, sondern auch ihr Domizil der Öffentlichkeit zugänglich. "Die Besucher sind unsere Gäste - und so behandeln wir sie auch", erklärt Ludwiga Baronin Herman. An der Grenze des Landkreises Aichach-Friedberg zum Landkreis Neuburg-Schrobenhausen liegt das kleine Dorf Schorn. Das versteckte Dasein am Rande des Donaumooses hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist die "grenzüberschreitende" Zusammenarbeit der beiden Regionen in kultureller Hinsicht. Denn ihr Konzept, hochklassige Kulturveranstaltungen auf ihrem Landsitz aus dem 18. Jahrhundert zu präsentieren, wird von den Landräten beider Landkreise unterstützt.

Bis zur Gebietsreform gehörte Schorn zum Landkreis Neuburg. Heute blicken daher nicht nur der Aichach-Friedberger Landrat Christian Knauer und sein Neuburger Kollege Richard Keßler, sondern auch Pöttmes' Bürgermeister Hans Schmuttermeier stolz auf das Kleinod.

"Wir mussten uns nur darüber klar werden, ob wir das Konzept groß und mit professionellem Management oder aber in kleinem Rahmen aufziehen wollen", sagt die Baronin. Das Paar entschied sich dafür, die Organisation selbst in die Hand zu nehmen und sich bei Bernhard Häußler, Festivalleiter der Mozartiade, fachliche Unterstützung zu holen.

Ein kulturelles Kleinod

Der Plan der beiden passionierten Pferdeliebhaber, Pferde in den Mittelpunkt der Veranstaltung zu stellen, sprach potenzielle Besucher nicht so sehr an. "Die Resonanz war nicht so wie erwartet", stellt Richard Baron Herman nüchtern fest. Also änderten die beiden ihr Konzept, stimmten es mehr auf "die hiesige Volksseele" ab. "Weg vom Pferd, hin zu mehr Musik und Regionalität."

"In zwei, drei Jahren haben wir uns etabliert", sind die beiden zuversichtlich. Die Erlöse der Veranstaltungen kommen jeweils der Stiftung zur Förderung von Jugend, Ausbildung und Beruf zugute, die auch den von Ludwiga Baronin Herman geleiteten Verein "Fördercentrum Mensch und Pferd" unterstützt.

Fest integriert sind sie auf jeden Fall schon im Dorfleben. Zum Kürbisfest kamen so viele Besucher, dass nach gut zwei Stunden schon alle 35 Kuchen verkauft waren. Und auch den evangelischen Gottesdienst, der traditionell einmal im Jahr im Schlossgarten unter der großen Eiche gefeiert wird, besuchen immer öfter Bürger aus Schorn. Mit vielen Besuchern rechnet das Paar auch bei der bairischen Weihnacht, die am Sonntag, 9. Dezember, im Salon der von Hermans auf das Fest einstimmen wird.

Gartenkalender Auf Schloss Schorn ist das November-Bild des Gartenkalenders der Augsburger Mediengruppe Pressedruck, in der auch die Aichacher Nachrichten erscheinen, entstanden. Von jedem verkauften Exemplar (Preis: 22,90) geht ein Euro an die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. Der Kalender "Gartenglück" ist in allen Medien-Service-Centern wie in Aichach am Stadtplatz erhältlich. Er kann auch telefonisch (08 21/7 77-45 04) oder unter www.friedberger-allgemeine.de/kalender bestellt werden.

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