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08.06.2009

Ein ruhiger Tag für die Wahlhelfer

Pöttmes (drx) - Ein roter Teppich wies den Wählern an der Pöttmeser Volksschule gestern den Weg ins Wahllokal in der Turnhalle. Für die Wahlhelfer war es ein ruhiger Tag: Das Interesse der Bürger an der Europawahl war gering. Wenig zu tun hatte deshalb auch die Mitarbeiterin von Infratest, die im Auftrag des Institutes im Pöttmeser Stimmbezirk II Trends für die Hochrechnungen der ARD einfing.

Ein paar Autos haben vor der Volksschule geparkt, der rote Teppich liegt einladend da. Es ist Sonntagvormittag, Europawahltag - und nur wenige Wähler sind bis jetzt über diesen Teppich gegangen. Etwa 50 waren es insgesamt während der ersten gut zwei Stunden, überschlagen die Wahlvorstände von Wahllokal zwei und drei. "Wir haben auf den Ansturm nach der Kirche gehofft", sagt Wahlvorstand Margarete Felbier. Der blieb jedoch aus. Genau 27 von 655 möglichen Wählern hatten bis dahin im Wahllokal drei ihre Stimme abgegeben. Überrascht hat das die Wahlhelfer nicht. Bei einer Europawahl seien es immer wenige Wähler, wissen sie.

Vor vier Jahren waren von 684 Wählern aus dem Bezirk genau 171 zur Wahl gegangen, schlägt Irmgard Tacchi, die als Schriftführerin im Wahllokal zwei eingeteilt ist, in ihren Unterlagen nach. Wahlvorstand Gerhard Daferner ist skeptisch, ob es diesmal so viele werden.

Viele Pöttmeser hätten aber auch von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht, sagt Tacchi: von den insgesamt 726 Wählern in ihrem Bezirk genau 91. Ähnlich sieht es im Wahlbezirk von Felbier aus. Von 726 Wahlberechtigten griffen 71 auf die Briefwahl zurück. Vor allem Ältere seien es, die davon Gebrauch machten, hat sie festgestellt.

Ein ruhiger Tag für die Wahlhelfer

Dass der Wahltag sehr ruhig verläuft, nehmen die Wahlhelfer mit Humor. "Meine Frau hat mir geraten, die Tageszeitung mitzunehmen", erzählt Daferner lachend. "Wir vertreiben uns die Zeit mit Ratschen und Radiohören", erzählt Friedhelm Jalowiak, Beisitzer im Wahllokal zwei.

Für eine repräsentative Stichprobe ausgewählt

Zum Ratschen hat Ulrike Teichmann aus Lauingen nicht viel Gelegenheit. Sie sitzt im Auftrag von Infratest allein an einem kleinen Tisch vor dem Wahllokal zwei, um dort für Hochrechnungen der ARD erste Trends einzufangen. Sehr ruhig sei es bis jetzt, sagt sie. "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meine Italienisch-Vokabeln mitgenommen", lacht Teichmann. Der Pöttmeser Stimmbezirk II ist eines von 580 Wahllokalen in ganz Deutschland, das für eine repräsentative Stichprobe ausgesucht wurde. Im Rahmen der Wahlbefragung spricht Teichmann die Wähler nach dem Verlassen des Wahllokals an und bittet sie, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Die Teilnahme ist freiwillig, die meisten machen aber mit. Stündlich meldet sie die Ergebnisse telefonisch an die Datenzentrale weiter. Auf Basis dieser Befragung entsteht die Prognose, die um 18 Uhr in der ARD präsentiert wird.

Um 18 Uhr kommt auch für die Wahlhelfer vor Ort die "heiße Phase". Dann werden die Urnen geöffnet, die Stimmzettel ausgewertet und die Ergebnisse ans Rathaus weitergegeben. "Bei der Wahlbeteiligung wird das nicht tragisch werden", vermuten sie.

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