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Hollenbach / Motzenhofen

10.02.2020

Ein zweiter Solarpark soll bei Motzenhofen entstehen

Im vergangenen Jahr lehnte der Gemeinderat zwei Anträge für Solarparks auf der Flur des Ortsteils Igenhausen ab. Jetzt gibt es wieder Planungen für zwei Solarparks. Beide auf der Gemarkung des Ortsteils Motzenhofen.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Plus Nicht nur nordöstlich von Motzenhofen, sondern auch östlich des Ortsteils nahe der Eichkapelle soll Solarstrom erzeugt werden. Mehrere Bürger sehen das kritisch.

Im Nordosten von Motzenhofen steht eine Photovoltaikanlage auf freier Fläche zur Debatte. Dieses Vorhaben an der Gemarkungsgrenze zur Nachbargemeinde Inchenhofen mit einem Umfang von 11,5 Hektar ist seit einigen Wochen allgemein bekannt und war schon Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung (wir berichteten). Mittlerweile liegt der Gemeinde Hollenbach ein weiterer Antrag für einen Solarpark vor. Darüber informierte Bürgermeister Franz Xaver Ziegler bei der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus des Ortsteils Motzenhofen. Diese zweite Anlage mit einem Umfang von sechs Hektar ist südlich der Rechtskurve auf der Staatsstraße in Richtung Aichach nahe der Eichkapelle geplant.

Infoveranstaltung zu den Solarparks ist geplant

Ziegler freute sich über die „volle Hütte“, denn von den 501 Einwohnern in diesem Ort war jeder zehnte ins Feuerwehrhaus gekommen. Der Bürgermeister versuchte, die Diskussionen über die Photovoltaikanlagen bei dieser Gelegenheit nicht ausufern zu lassen. Schließlich findet dazu noch eine Infoveranstaltung voraussichtlich im Heim des TSV Hollenbach statt; ein konkreter Zeitpunkt wurde noch nicht genannt. Dennoch kam es zu einigen Wortmeldungen in dem Zusammenhang. Ein junger Mann versuchte auf eine etwas forsche Art, ein Meinungsbild zu den beiden Anlagen einzufordern. Er warf die Frage in den Raum: „Wer ist dafür?“ Weil auf die Schnelle niemand seine Hand hob, wollte er diese Reaktion als allgemeine Ablehnung deuten. Eine Frau äußerte sich ähnlich negativ: „Brauchen wir das?“ Ihr versuchte der Bürgermeister klarzumachen, dass es sich hier um Bauanträge handle, mit denen sich der Gemeinderat zu befassen habe, unabhängig vom Ergebnis der Beratung und der Abstimmung.

Ganz andere Töne schlug Alois Lechner an. „Bitte ein bisschen aufgeschlossener“, forderte der Mann, der viele Jahre lang dem Gemeinderat von Hollenbach angehört hatte. Lechner verwies auf eine Statistik im Landkreis Aichach-Friedberg, aus der hervorgeht, dass die Gemeinde Hollenbach beim Erzeugen von Strom auf regenerative Weise keineswegs einen Spitzenplatz im Wittelsbacher Land einnimmt.

Ein zweiter Solarpark soll bei Motzenhofen entstehen

Vor einem Jahr wurden bereits zwei Solarparks abgelehnt

Mit jetzt zwei Anträgen für Solarparks wiederholt sich in Hollenbach eine Geschichte: Vor einem knappen Jahr wurde im Gemeinderat den Anträgen für zwei Photovoltaikanlagen auf freier Fläche im Ortsteil Igenhausen jeweils knapp die Zustimmung verweigert. Bürgermeister Franz Xaver Ziegler legte in der jüngsten Sitzung Wert darauf, dass der Gemeinderat in der derzeitigen Besetzung eine Entscheidung über die Anträge herbeiführt, also spätestens Ende April. Die Firma Energiebauern Sielenbach plante einen der abgelehnten Solarparks bei Igenhausen und hat sich jetzt die Flächen im Nordosten von Motzenhofen für das Projekt mit 11,5 Hektar bereits vertraglich gesichert. Beantragt ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die regenerative Erzeugung von Strom.

Ziegler wies in der Versammlung in Motzenhofen wie bereits im Gemeinderat auf das Thema Jagd hin. Aktuell belaufe sich die bejagbare Fläche in Motzenhofen auf 275 Hektar, 250 seien für die Jagd mindestens erforderlich. Der Bürgermeister weiß, dass es sich um ein heikles Thema handelt, das viele Emotionen schürt: „Wenn man mit zehn Leuten spricht, dann bekommt man 20 Meinungen.“

In Motzenhofen muss der Kanal saniert werden

In Mainbach wie in Igenhausen sind große Maßnahmen im Kanalbau erforderlich. Insgesamt ist von Kosten in einer Höhe von fünf Millionen Euro die Rede. In beiden Fällen, so betonte Ziegler, handle es sich aber keineswegs um Luxus, außerdem sei mit Fördermitteln von mindestens 50 Prozent zu rechnen. Die Anlieger würden finanziell „nicht großartig belastet“.

Vom Feuerwehrhaus Motzenhofen zum Gewerbegebiet wurde in der Aussprache eine Straßenlampe gefordert. Der Antrag dazu wurde längst gestellt, doch man habe noch keine ausführende Firma gefunden. Eine Zusage liegt auch für ein Schild vor, das die Vorfahrt in Richtung Walchshofen regeln soll. Ziegler konnte keine verbindliche Zusage machen: „Ich bin gespannt, wann das kommt.“ Weiter hieß es, die Kornfeldstraße sei auf der Nordseite auf einer Länge von 30 Metern zu eng, sodass sie nicht zwei Fahrzeuge gleichzeitig passieren könnten. In dieser Straße befindet sich auch ein Schild, das höchstens Tempo 30 erlaubt. Aber offensichtlich beachtet es kaum jemand. Gefahr scheint nach wie vor vom Eichenprozessionsspinner auszugehen; dessen Gespinnste würden von Bäumen runterfallen, teilte ein Besucher mit. Der gemeindliche Bauhof wird sich mit ihm in Verbindung setzen.

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