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Adelzhausen

04.02.2020

Eine Kapelle als Ruhepol an der Autobahn A8

Die Salvatorkapelle bei Adelzhausen ist ein Ruhepol an der hektischen Autobahn.
3 Bilder
Die Salvatorkapelle bei Adelzhausen ist ein Ruhepol an der hektischen Autobahn.
Bild: Rudolf Baier

Heute ist die Salvatorkapelle bei Adelzhausen weithin bekannt, weil sie ein reizvoller Anblick und Besinnungsort für Reisende an der hektischen A8 ist.

Wer auf der Autobahn A8 von München nach Augsburg fährt, dem eröffnet sich einige Kilometer vor der Ausfahrt Adelzhausen vor allem bei Nacht ein überraschender Anblick. Hell erleuchtet steht weithin sichtbar, reizvoll in der hügeligen Landschaft gelegen der achtseitige Zentralbau der Salvatorkapelle.

Die Menschen auf der hektischen sechsspurigen Autobahn sind berührt von dem warmen Licht, das Zuversicht aufs Ankommen für sie ausstrahlt. Einige Fahrer, die oft auf dieser Strecke fahren, wandten sich schon an die Gemeinde Adelzhausen und die Autobahngesellschaft, die neu gepflanzten Bäume so zu schneiden, dass dieser anheimelnde Anblick erhalten bleibt. Auch sonst ist für die vielen Autofahrer, die auf dem Parkplatz Rast machen und eine Kerze anzünden wollen, die Kapelle durchgehend Tag und Nacht geöffnet.

Ein Gnadenbild auf der Anhöhe war ein Wallfahrtsort

Dabei ist St. Salvator nicht als Autobahnkapelle errichtet worden. Sie stand schon lange an dem Platz, bevor die A8 gebaut wurde. Die Jesuiten hatten seit Ende des 16. Jahrhunderts einen ansehnlichen Besitz in Adelzhausen mit großem Flur- und Waldbesitz. Südwestlich von Adelzhausen befand sich auf einer Anhöhe auf freiem Feld ein Bildstock mit dem geschnitzten Gnadenbild des Erlösers. Dieses Bild suchten viele Menschen in manchen Anliegen auf und ließen ein Opfer zurück. Da ließ der neue Hofmarksherr von Adelzhausen, Graf Johann Franz von Preysing zu Weikertshofen, im Jahre 1671 an der Stelle des Stockes eine erste Kapelle erbauen und übertrug in dieselbe das Gnadenbild. Der heutige achtseitige Zentralbau mit dem quadratischen Turm mit Oktogon und Zwiebelhaube wurde 1730 zu Ehren „Sanctissimi Salvatoris“, des allerheiligsten Erlösers, errichtet. Die Kirche besaß an Ausstattung eine Anzahl wertvoller Figuren und Votivbilder, das älteste aus dem Jahre 1673. Da die Kirche immer wieder aufgebrochen und beraubt wurde, sah man sich gezwungen, die verbliebenen Kunstgegenstände in Sicherheit zu bringen.

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Wertvolle Figuren sind durch Gitter gesichert

Heute sind die wertvollen Figuren wieder in der Kapelle, gesichert hinter starken Gittern, wie eine Mater dolorosa von Johann Caspar Öberl aus Friedberg (1730), in den Nischen eine betende Muttergottes und Johannes, Apostelfiguren in der Art der Bildhauerfamilie Luidl und ein heiliger Joseph. Das Gnadenbild des Salvator mundi, lateinisch für „Erlöser der Welt“ oder „Heiland der Welt“, steht auf dem Altar auf einer mit einem großen Kreuz bekrönten Sphärenkugel. Sie symbolisiert Christi Herrschaft über die Welt. Die rechte Hand hat Christus zum Segen erhoben.

Pfarrer Eberhard Weigel von Adelzhausen hält jedes Jahr in St. Salvator am Gründonnerstag ab 21 Uhr bis Karfreitag 7 Uhr eine Gebetsnacht ab, gestaltet von verschiedenen Gruppen der Pfarreiengemeinschaft. In der Zeit von Ostern bis Ende Oktober findet jeweils am Donnerstag um 18 Uhr ein Abendgebet statt, im Mai dafür eine Maiandacht.

Buch „Kapellen im Wittelsbacher Land“, Wißner-Verlag, 190 Seiten, viele Fotografien. Das Buch ist im Verlag selbst vergriffen. Es sind jedoch Exemplare im Landratsamt vorrätig (Kontakt: katharina.martin@lra-aic.fdb.de) sowie teilweise auch im örtlichen Buchhandel.

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