Affing

05.11.2010

Eine Perle im Wald

Der Zugang zum Schloss führt über eine Brücke und dann 15 Stufen hinauf zum Eingang. Foto: Klaus F. Linscheid
Bild: Klaus F. Linscheid

In unserer Serie "Schlossgeschichte(n) im Wittelsbacher Land" stellen wir architektonische Schmuckstücke und ihre Bewohner vor. Im neunten Teil steht heute Schloss Affing im Mittelpunkt. Von Klaus F. Linscheid

Affing Leise säuselt das Laub in den Bäumen und die Farben der Blätter tänzeln in der herbstlichen Sonne. Das letzte Grün, viel kräftiges Gelb, ein Feuerwerk an Rot und Braun. Was gibt es Schöneres, als an einem strahlenden und von der Sonne verwöhnten Herbsttag durch den Wald zu streifen? Den Kindern gleich, mag man die Füße gar nicht anheben, sondern das lockere Laub raschelnd vor sich herschieben.

Fast 200 Jahre ist es her, dass Eleonore Gräfin von Gravenreuth und ihr Mann Karl Ernst gemeinsam begannen, einen englischen Landschaftsgarten in Schloss Affing anzulegen. Was daraus geworden ist, kann nur ahnen, wer am Rande des Gartens seines Weges geht. Der Park ist Privateigentum und nur zu besonderen Führungen geöffnet. Wir durften einen Blick hineinwerfen und Baron Marian von Gravenreuth auf einem Rundgang begleiten. "Ich mag alle Ecken hier sehr gerne", erzählt der Schlossherr freimütig. "Aber im Sommer mag ich vor allem den kleinen Pavillon, weil es ruhig dort ist und ich lesen kann."

Diese Ruhe und Beschaulichkeit ist es, die man auch als Besucher genießt: das leise Plätschern des kleinen Wasserlaufs, die bunten Bäume, die sich darin spiegeln und die malerischen Brücken, die darüber führen. In einem alten Bootshaus liegt ein ausgedientes Ruderboot. Von dem einstigen Wassergraben, der das Schloss umgab, ist nur noch der Teich geblieben. Marian von Gravenreuth mag diese Stille und Abgeschiedenheit und genießt die prosperierende Natur des Gartens.

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Die Bäume, der Wald, alles was mit dem Forst zu tun hat, ist seine Passion. Als leidenschaftlicher Verfechter einer nachhaltigen Forstwirtschaft setzt sich der gelernte Diplom-Kaufmann seit vielen Jahren dafür ein, den Wald zu schützen und zu nützen. Es ist für ihn gar keine Frage, dass der Wald die entscheidende Quelle für erneuerbare Energien ist. Die Bedeutung des Rohstoffes Holz habe sich in den vergangenen 30 Jahren entscheidend geändert.

Die Freude an einer naturnahen Lebensgestaltung äußert sich auch jedes Jahr im Affinger Weihnachtsmarkt. Seit 15 Jahren findet dieser urige Markt am zweiten und dritten Adventswochenende im Schlosshof statt. Die Anregung zu einem dörflichen Weihnachtsmarkt mit einheimischen Produkten und Menschen aus der Region holte sich Baron von Gravenreuth in der Nähe von Salzburg. Die Besucherzahlen steigen von Jahr zu Jahr. 2004 wurde der Affinger Weihnachtsmarkt sogar zum schönsten Weihnachtsmarkt Bayerns gekürt.

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