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Lückenschluss

08.05.2013

Eine S-Bahn für Aichach?

Eine S-Bahn für Aichach?

Ein Münchener hält die Verbindung von der Paar über Altomünster in die Landeshauptstadt gerade für Pendler für ideal. Doch die Verantwortlichen können mit der Idee nichts anfangen.

In knapp anderthalb Jahren soll die Münchener S-Bahn bis nach Altomünster fahren. Warum aber soll dort Schluss sein, denkt sich ein Bahn-Fan. Schließlich pendeln auch aus dem Wittelsbacher Land immer mehr Menschen in die Landeshauptstadt. Die Straßen sind verstopft, der Weg mit dem Zug über Augsburg sei zu umständlich. Hubert Marxmüller schlägt Staatsregierung und Bundesverkehrsminister vor: Die S-Bahn sollte auf einer Strecke von etwa zwölf Kilometern von Altomünster bis Aichach verlängert werden, um sie an die Paartalbahn anzuschließen. Eine alte Idee, die nie umgesetzt wurde.

Marxmüller ist selbst gelernter Eisenbahner und arbeitet unter anderem an einer Internetseite, auf der sich deutschlandweit Bürgerinitiativen und Interessensverbände zum Thema Bahn austauschen können. Der Münchener, 49, hat aber bislang nur Ablehnung und zum Teil keine Antwort auf seine Idee erfahren, wie er sagt. Beruflich hat er zwar mit der Bahn nichts mehr zu tun und entwickelt Medizingerätetechnik weiter, als Hobby haben ihn Züge und Gleise aber nie losgelassen. „Mit der Bahn lassen sich unsere Verkehrsprobleme gut lösen“, ist Marxmüller im Gespräch mit den Aichacher Nachrichten überzeugt.

Die Paartalbahn habe großes Potenzial. Werde die Strecke ausgebaut, könnten Hybridzüge mit höherem Tempo als heute fahren und eine schnelle Verbindung von Augsburg über Ingolstadt nach Nürnberg schaffen. Gerade wenn Augsburg weitere Halte im Fernverkehr verliere, sei der Anschluss an den Knoten Ingolstadt wichtig. Im nächsten Schritt könne die Trasse elektrifiziert werden. „Der Ausbau ist lange geplant und recht einfach“, erklärt Marxmüller. „Die Strecke ist für ein weiteres Gleis ausgelegt, das sieht man etwa beim breiten Bahndamm bei Dasing. Doch der politische Wille und das Geld dafür fehlen.“

Fahrgastverband Pro-Bahn hält den Lückenschluss für möglich

Für machbar hält Winfried Karg vom Fahrgastverband Pro Bahn diesen Wunsch aber nicht. „Es klingt verlockend und die Idee eines Lückenschlusses ist hundert Jahre alt, aber durch die Motorisierung ist sie lange wieder vom Tisch“, erklärt der Experte. „Ich weiß auch nicht, ob das viele Fahrgäste bringen würde, denn die Reisezeit wäre lang und man wäre nicht schneller, als wenn man in Augsburg umsteigt.“ Karg spricht zwar von einer Stärkung für die Region, aber solche Bauten seien politisch ungewünscht, weil sich niemand damit „schmücken“ könne. „Man muss auch sehen, dass heute auf der Strecke so viele Züge fahren wie nie zuvor“, betont Karg.

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