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Freundschaft

16.10.2013

Eine enge Verbundenheit zwischen Rhein und Paar

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6 Bilder
Am Maibaum in Schifferstadt ist auch das Aichacher Stadtwappen angebracht.
Bild: Christian Kirstges

Die Wittelsbacher sind längst in Rheinland-Pfalz angekommen. Dort liegt auch Aichachs langjähriger Partner Schifferstadt. Ein Besuch.

An vielen Orten in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg sind die Wittelsbacher Thema. Die Villa Ludwigshöhe in Edenkoben, das Historische Museum der Pfalz in Speyer, das Kurpfälzische Museum Heidelberg, Schloss Erbach im Odenwald sowie die Reiss-Engelhorn Museen und das Barockschloss in Mannheim: Die Metropolregion Rhein-Neckar widmet sich dem bayerischen Herrschergeschlecht derzeit in mehreren Ausstellungen. Nicht weit entfernt liegt Schifferstadt. Die Aichacher Partnerstadt ist zwar nicht beteiligt, doch verbunden mit dem Wittelsbacher Land ist die Kommune allemal.

Seit dem 1. August 1992 sind die beiden Gemeinden offiziell befreundet. Beim Stadtfest in Aichach unterzeichneten der damalige Bürgermeister Heinrich Hutzler und sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Josef Sold den Vertrag darüber. Besucht hatten sich Vertreter der Städte aber schon oft vorher. Eine Sitzung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes hatte 1976 den damaligen Aichacher Bürgermeister Alfred Riepl zum ersten Mal nach Schifferstadt geführt, und ein Gegenbesuch führte die Gäste auf einer Informationsfahrt unter anderem in die Kläranlage, ist in der Chronik der Partner vermerkt. Kontakte gab es viele, schon 1957 war ein Schifferstädter Verein beim BC Aichach gewesen. Einen offiziellen Freundschaftskreis gibt es zwar bis heute nicht, aber den braucht auch niemand, sagt Schifferstadts heutige Bürgermeisterin Ilona Volk. „Es ist eine herzliche Verbundenheit, und Pflichtbegegnungen gibt es nicht.“

Volk führt durch die Innenstadt, vom neuen am alten Rathaus vorbei, wo sich die Bürger das Ja-Wort geben können. Gegenüber liegt die katholische Kirche St. Jakobus, und auf dem Weg zum eigentlichen Zentrum geht es an einigen historischen Häusern vorbei. Der Treffpunkt für die Bürger ist der Schillerplatz. Dort steht der Wochenmarkt, und auch Feste werden veranstaltet. Im Gegensatz zu Aichachs Stadtplatz ist das Areal aber recht verwaist, viele Geschäfte und Restaurants stehen leer, an diesem sonnigen Samstagnachmittag herrscht kaum Betrieb. Trotzdem ist Ilona Volk stolz auf ihre Stadt. Sie sei lebendig, die Bürger engagiert – was sich nicht zuletzt bei der Partnerschaft mit Aichach immer wieder aufs Neue zeige.

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Wie Bürgermeister Klaus Habermann als SPDler ein Exot im CSU-dominierten Wittelsbacher Land ist, so ist auch Ilona Volk als Grüne etwas Besonderes in Rheinland-Pfalz, als erste Stadtchefin ihrer Partei im Bundesland erst recht. In Schifferstadt scheint sie jeder zu kennen, immer wieder grüßen sie die Passanten. Eigentlich kommt sie aus Nordrhein-Westfalen, fühlt sich in der Pfalz aber sehr wohl. Was auch für ihre Besuche in Aichach gelte. Zwei, drei Mal im Jahr kommt sie hierher, und schätzt vor allem die Menschen, ihre Offenheit. „Sie lassen sich dann immer ganz viel für uns einfallen“, sagt sie begeistert. „Dadurch fühlt es sich schon wie ein ständiger Kontakt an, als hätte man sich erst getroffen.“ Aichach, so findet die 50-Jährige, ist eine „wirklich ganz entzückende Stadt“.

Diese Verbundenheit zeigt sich im Schifferstädter Stadtbild. An einer der Hauptstraßen steht ein Maibaum, an dem auch Aichachs Wappen hängt. Und gegenüber steht eine Eiche, ein Geschenk aus der Kreisstadt im Wittelsbacher Land. In einer Gaststätte wird Boandlbräu ausgeschenkt, und eine pfälzisch-bayerische Ehe gibt es inzwischen auch, Nachwuchs inklusive. Besonders eng sei der Kontakt zwischen der Paartalia und der Schifferstädter Karnevalsgesellschaft; andere Vereine besuchen sich ebenfalls.

Auch über die Städtefreundschaft hinaus wurden schon Kontakte geknüpft, beispielsweise zu Aichachs Partnerstadt Brixlegg. „Bei anderen müssen die Städte immer wieder etwas organisieren, hier läuft es von alleine“, freut sich Ilona Volk. Und das soll sich natürlich nicht ändern. Denn die Wittelsbacher und ihre Nachfahren sind in Rheinland-Pfalz schon längt angekommen.

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