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Brunnenhofkonzert

10.07.2019

Einmal um die halbe Welt und zurück

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Beim Brunnenhofkonzert in Obergriesbach präsentierten die Musiker ein breites Repertoire.

Musikvereine Obergriesbach und Altomünster schicken Publikum auf eine hörenswerte Reise

Etwas hektisch verlief der Auftakt des Brunnenhofkonzertes in Obergriesbach: Denn zehn Minuten vor Konzertbeginn gab es Blitz und Donner am Gemeinschaftshaus. Dabei hatten sich die Musiker schon auf der Freiluftbühne eingerichtet und die Gäste davor an den Bierbänken versammelt. Doch dann musste auf die Schnelle alles in die nebenstehende Halle ins Trockene gerettet werden. So blitzschnell waren Tische, Stühle und Notenpulte wohl noch nie aufgebaut worden.

Vereinschef Bernd Broll dankte denn auch seinen Obergriesbacher Vereinskollegen, den Gastmusikern vom Musikverein Altomünster, dem Publikum und den Wirtsleuten für die schnelle Hilfe. Das große Blasorchester, bestehend aus über 40 Musikern beider Vereine, setzte mit „Preußens Gloria“ gleich eine Duftmarke. Zu Ehren der neuen, aus Italien stammenden Wirtsfamilie Stefa und als Startpunkt der musikalischen Reise spielte es mit „Bella Italia“ ein Potpourri beliebter und bekannter Melodien aus dem Land, wo die Zitronen blühen. Weiter ging die Reise in die USA, wo das Beste von John Philip Sousa auf die Zuhörer wartete. Unter den bekannten Stücken des amerikanischen „Königs der Marschmusik“ war die „Liberty Bell“, die der ein oder andere noch aus der legendären englischen Fernsehserie „Monty Python’s Flying Circus“ kennen dürfte.

Auf die berühmten amerikanischen Märsche folgten für die Klassikliebhaber zwei feurige ungarische Tänze von Johannes Brahms, Tanz Nummer 5 und Tanz Nummer 6. Trotz ihrer Bekanntheit dürften die beiden Stücke eine Überraschung gewesen sein, da sie nicht wie üblich von einem Symphonieorchester, sondern einem 40-köpfigen Blasorchester gespielt wurden. Dirigent Joseph Rast, der sich zwischendurch mit launigen Moderationen zu Wort meldete, lobte seine Musiker für das perfekte Zusammenspiel. „Sie werden es nicht glauben“, erzählte er dem Publikum, „aber die haben vorher nie zusammen geprobt. Nur einzeln für sich mittwochs in Obergriesbach und donnerstags in Altomünster.“

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Umso erstaunlicher der satte Sound, der vor allem beim anschließenden Medley aus beliebten und bekannten russischen Melodien voll zur Geltung kam. Von Ungarn aus ging die musikalische Reise weiter nach Osten – dahin, „wo die Wolga fließt ...“, wo neben den Tubaspielern insbesondere David Leonhard an der Solotrompete auftrumpfen konnte. „Wir machen jetzt eine kurze Pause an der Sonne“, scherzte anschließend der Dirigent, nachdem das Ende des ersten Konzertteils erreicht und das Gewitter weitergezogen war.

Mit dem Augsburger Laridah-Marsch eröffneten die Musiker den zweiten Konzertteil und beendeten die musikalische Reise um die halbe Welt. Sie waren wieder in heimischen Gefilden angekommen, und das musste entsprechend gefeiert werden. Zunächst wurden zwei „Zwiefache“ gespielt – also schnelle bayerische Tänze, die zwischen geradem und ungeradem Takt hin und her wechseln. Dann folgte ein Medley der Egerländer Musikanten („Keine Blasmusik ohne Ernst Mosch“), bevor Lokalmatador „Baronner Heini“ mit zwei Stücken zum Zuge kam.

Als Nächstes präsentierte das Orchester das Beste der Oberkrainer und ließ die Stimmung im Publikum hochkochen. Eigentlich sollte mit dem Landjäger-Marsch Schluss sein, aber die begeisterten Gäste verlangten noch einige Zugaben. So kam es, dass die Zuhörer trotz des Wetterchaos’ das Brunnenhofkonzert in bester Biergartenlaune verließen. (AN)

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