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Kirche

20.11.2018

Einspruch gegen Wahl: Streit in Echsheim geht weiter

Die Herbstidylle mit der Kirche Mariä Heimsuchung trügt: In der Pfarrei Echsheim im Pöttmeser Oberland schwelt seit Jahren ein Streit.
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Die Herbstidylle mit der Kirche Mariä Heimsuchung trügt: In der Pfarrei Echsheim im Pöttmeser Oberland schwelt seit Jahren ein Streit.
Bild: Wolfgang Sellmeier

Plus Alois Arzberger, Kirchenpfleger und zuletzt Vorsitzender des Wahlausschusses, ficht die Abstimmung zur Kirchenverwaltung in Echsheim an. Das sind die Gründe.

In den katholischen Pfarreien im Landkreis fand am Sonntag die Wahl der neuen Kirchenverwaltungen statt. Eigentlich eine Formalie. Nicht aber in der Pfarrei Echsheim-Reicherstein im Pöttmeser Oberland. Dort war vor der Wahl ein offener Streit ausgebrochen, bei dem es primär um die Wahl selbst ging, in den aber auch lange hinter den Kulissen gärende Unstimmigkeiten über den Pfarrer hineinspielten .

Alois Arzberger

Echsheim: Kirchenpfleger legt schon vor der Wahl Einspruch ein

Kiser wollte am Montag auf Nachfrage nur zwei Sätze zu der Wahl sagen: „Die Wahl hat stattgefunden.“ Und: „Die Wahlbeteiligung war höher als früher.“ Wie viele der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben und wie hoch die Wahlbeteiligung im Vergleich dazu bei den zurückliegenden Wahlen gewesen war, sagte Kiser auf Nachfrage nicht. Zu der Diskussion um die Wahl und um seine Person äußere er sich nicht. Dass er dazu eine klare Meinung hat, ließ er aber durchaus erkennen.

Gemäß der Wahlordnung für die Kirchenverwaltungen der gemeindlichen kirchlichen Steuerverbände in den bayerischen (Erz-)Diözesen kann jeder Wahlberechtigte das Ergebnis der Wahl innerhalb einer Woche nach Bekanntgabe durch Einspruch beim Pfarramt anfechten. Über den Einspruch entscheidet der Wahlausschuss.

Kirchenpfleger Alois Arzberger hat nach eigener Aussage noch am Freitag, also schon vor der Wahl, schriftlich Einspruch gegen die Wahl eingelegt und das Schreiben persönlich an der Pforte des Bischöflichen Ordinariats in Augsburg abgegeben. Ob weitere Einsprüche vorliegen, war dort am Montag noch nicht zu erfahren.

Streit in Echsheim: „Da stimmt einiges nicht“

Arzberger macht unter anderem formelle Gründe geltend. Der frühere Kreis- und Gemeinderat und langjährige Vorsitzende bei Feuerwehr und Sporverein engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich im Ortsteil. Noch bis Jahresende hat der 76-Jährige sein Amt als Kirchenpfleger inne. Arzberger war insgesamt 30 Jahre Mitglied der Kirchenverwaltung und zuletzt Vorsitzender des Wahlausschusses, trat davon aber zurück. Was die Abstimmung anbelangt, ist Arzberger überzeugt: „Da stimmt einiges nicht.“ Wie berichtet, trat die amtierende Kirchenverwaltung mit ihren vier Mitgliedern bei der Wahl komplett nicht mehr an. Die Vorgeschichte schilderte Arzberger in der vergangenen Woche so: Der Wahlausschuss habe trotz intensiver Suche keine Kandidaten für die sechsjährige Amtsperiode ab Januar gefunden. Einige Angesprochene hätten wegen mangelnder Zeit abgesagt. Die meisten lehnten laut Arzberger ab, weil sie nicht mit Pfarrer Kiser zusammenarbeiten wollten. Der 62-Jährige ist in seiner Pfarrei, die er seit 26 Jahren betreut, stark umstritten. Die Katholiken im Dorf sind entweder gegen oder für den als sehr konservativ geltenden Geistlichen.

Der Vorwurf aus der Gemeinde lautete: Kiser soll ihn unterstützende Kandidaten am Wahlausschuss vorbei in Stellung gebracht haben. Der Pfarrer wies das jedoch zurück und sagte, sein Vorgehen sei zum Wohle der Pfarrei und von der Diözese abgesegnet. Die Wahl könne ordnungsgemäß stattfinden. Die Diözese Augsburg hatte in der vergangenen Woche auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt, dass ein Pfarrer auch als Kirchenverwaltungsvorstand nicht berechtigt sei, eine Wahlliste „am Wahlausschuss vorbei“ aufzustellen. Ob das so in Echsheim der Fall ist, sei der Bischöflichen Finanzkammer nicht bekannt.

Arzberger jedenfalls verzichtete am Sonntag auf sein Wahlrecht. Ludwig Koller vertrat die Kirchenverwaltung im Wahllokal. Ihm zufolge gaben 51 von 352 Wahlberechtigten ihre Stimme ab, das entspricht einer Beteiligung von 14 Prozent. Wie geht es jetzt weiter? Die vier Kandidaten müssen laut Internetseite des Bistums verbindlich erklären, ob sie die Wahl annehmen. Am ersten Sonntag nach der Wahl, wenn alle sich erklärt haben, spätestens aber am zweiten Sonntag nach der Wahl muss ihr Ergebnis verkündet oder ausgehängt werden.

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