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10.06.2009

Einstieg in die "Rundum-Betreuung"

Aichach Vor Jahren sei es noch als "sozialistisches Teufelszeug kritisiert worden, sagte Bürgermeister Klaus Habermann. Jetzt wird es Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt. Das Aichacher Stadtoberhaupt sprach im Finanzausschuss des Stadtrats den Einstieg in die "Rundumbetreuung" durch den Staat an, angefangen von der Kinderkrippe bis hin zum Schulabschluss. Noch werden allerdings Kosten auch auf die Kommunen abgewälzt, was im Ausschuss auf heftige Kritik stieß.

Mittagsbetreuung Künftig wird in Aichach laut Beschluss des Gremiums eine verlängerte Mittagsbetreuung an den Grundschule Aichach-Nord, an der Ludwig-Steub-Volksschule (Aichach Mitte Ludwigstraße) und in Verbindung mit dem Kindergarten an der Volksschule in Ecknach angeboten. Weil in Aichach-Nord kein geeigneter Raum vorhanden ist, wird eine zentrale verlängerte Mittagsbetreuung, die in Ecknach schon praktiziert wird, für Aichach-Nord und Aichach-Mitte in der Ludwig-Steub-Schule angeboten. Die Kinder von der Grundschule Nord können per Schulbus in die Ludwigstraße gefahren werden. Das tägliche Mittagessen kostet jeweils 3 Euro und wird vom Krankenhaus bezogen. Bezahlen müssen die Eltern, Ausnahmen gibt es laut eigenem Beschluss für bedürftige Schüler. Kosten für die Stadt für die Zeit zwischen 11.20 bis 16 Uhr: zirka 32 000 Euro für Personal und Sachaufwand und weitere 25 000 Euro für Möblierung und Geschirr samt Kühlschrank usw.

Ganztagsklassen Punkt zwei der finanztechnisch schwierigen Schulproblematik: die Kostenbeteiligung der Kommunen bei der Einführung von Ganztagsklassen. Im Schuljahr 2007/2008 wurde an der Geschwister-Scholl-Volksschule in Aichach eine Ganztagsklasse ("gebundener Ganztagszug") eingeführt. Dieser besteht momentan aus der 5. und 6. Jahrgangsstufe. Ab dem Schuljahr 2009/2010 wird es drei Ganztagsklassen an dieser Schule geben. Auf dem "Bildungsgipfel" im Februar wurde beschlossen, dass sich auch die Kommunen künftig an den Personalkosten zu beteiligen haben, was bislang nicht der Fall war. Im Schuljahr 2011/2012 soll der "Ganztagszug" von der 5. bis zur 9. Jahrgangsstufe komplett sein. Die Kostenbeteiligung der Stadt beläuft sich dann jährlich auf 25 000 Euro.

Franz Negele, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Hauptschule, berichtete von positiven Erfahrungen mit der Ganztagsklasse schon allein durch eine viel flexiblere Unterrichtsgestaltung. Karl-Heinz Schindler (SPD) übte heftige Kritik am Zuschussverfahren des Freistaats: "Erst kommt die Anschubfinanzierung, dann werden die Kommunen zur Kasse gebeten, das ärgert mich maßlos." Dennoch seien Ganztagsklassen "notwendig und alternativlos". Sabine Bard (Die Grünen) stellte gar fest: "Der Bayerische Gemeindetag hat sich da erpressen lassen."

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Der Finanzausschuss segnete zunächst einstimmig die Kostenbeteiligung durch die Stadt in Höhe von 15 000 Euro für die ab kommendem Schuljahr einzurichtenden drei Ganztagsklassen an der Geschwister-Scholl-Hauptschule ab.

Praxisklasse Die sozialpädagogische Betreuung der Praxisklasse (9 P) an der Geschwister-Scholl-Hauptschule durch die gfi (Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration) wird voraussichtlich bis 2011 fortgesetzt. Ausgaben für die Stadt im Schuljahr 2009/2010 für diese Halbtagsstelle: 26 770 Euro.

Ganztagsbetreuung Seit Oktober 2004 gibt es an der Geschwister-Scholl-Hauptschule eine Ganztagsbetreuung. Auch hier stellt die gfi die Betreuungskraft. Die Finanzierung und die Kostenbeteiligung der Stadt werden ab dem Schuljahr 2009/2010 vom Kultusministerium neu geregelt. Die Stadt beteiligt sich mit einem Pauschalbetrag in Höhe von 5000 Euro pro offener Ganztagsgruppe und Schuljahr.

Mittagessen für bedürftige Schüler Im Schuljahr 2009/2010 nehmen voraussichtlich 125 Schüler an einer Nachmittagsbetreuung an Grund- und Hauptschulen im Stadtbereich teil. Pro bedürftigem Schüler und Schuljahr will die Stadt einen Kostenzuschuss in Höhe von 200 Euro (geschätzter Gesamtaufwand 3000 Euro) zur Verfügung stellen.

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