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Aichach-Friedberg

16.01.2019

Empfang: Diese Bürger stehen für erfolgreiche Integration

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Einen Empfang gab der Landkreis für neueingebürgerte Bewohner des Wittelsbacher Landes. Viele wohnen schon lange im Landkreis.
Bild: Anna Schmid

Der Weg zum deutschen Pass erfordert viel Durchhaltevermögen und Energie. Erstmals gibt der Landkreis Aichach-Friedberg einen Empfang für etwa 200 Bürger, die das geschafft haben.

Deutsch mit vielen verschiedenen Akzenten ist am Dienstagabend im Kreisgut in Aichach zu hören. Ob melodisch französisch, weich kenianisch oder mit italienischem „R“ – Die Menschen mit diesen oft kaum merklichen Akzenten eint eines: Alle haben in den vergangenen zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Entspannte Jazz-Musik des Trio Zigane rieselt durch das Kreuzgratgewölbe, bis Landrat Klaus Metzger die Anwesenden begrüßt. Er freut sich besonders über die Premiere dieses Neujahrsempfangs. Denn dieser findet zum allerersten Mal im Landkreis statt und ist den etwa 200 Neueingebürgerten im Wittelsbacher Land gewidmet.

Die Initiative ging von drei Frauen aus, die im Ausländeramt Aichach-Friedberg tätig sind. Sachgebietsleiterin Simone Losinger erklärt die Idee hinter dem Empfang: Er sei eine Würdigung der Anstrengung, die hinter dem langen Prozess der Einbürgerung steht. Auch ihre Kolleginnen Marianne Wittkopf und Anita Thrä waren maßgeblich beteiligt. Zusammen richten sie einige herzliche Worte an die Gäste und beschreiben den aufwendigen Verwaltungsakt bis zum deutschen Pass, der viel Durchhaltevermögen und Energie erfordert. „Wir wollen Ihnen Respekt und Anerkennung zollen“, sagen sie. Darüber hinaus würdigen sie die Anwesenden als Beispiele gelungener Integration mit einem großen Kompliment: „Sie bereichern unsere Gemeinde.“

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Integration: Zwei Gäste erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen

Zwei der Gäste berichten von ihren persönlichen Erfahrungen. Svitlana Huber-Doskoch, mit einem großen Lächeln und strahlend blauer Bluse, hat ihr Heimatland, die Ukraine, vor zwanzig Jahren verlassen. Sie hatte dort bereits Germanistik und deutsche Literatur studiert und schloss daran in Deutschland an. Früher gab sie Sprach- und Integrationskurse, heute unterrichtet sie Flüchtlinge in Berufsintegrationsklassen an der Berufsschule Donauwörth. „Ich bin dankbar, in einem demokratischen Land zu leben, das mir Sicherheit und Freiheit bietet“, sagt sie. „Und auch für die viele Bürokratie, die hier tatsächlich funktioniert!“

Der 26-jährige Borahan Mestanlaroglu ist in Friedberg aufgewachsen und dort zur Schule gegangen, hat aber türkische Wurzeln. „Die Einbürgerung war kein neuer Abschnitt“, sagt der IT-Berater, der in Frankfurt arbeitet. Meist fühle er sich darüber hinaus eher als Bayer als als Deutscher. „Aber ich bin nicht festgelegt, ich bin von allem etwas“, lacht er. Viele der Zuhörer lächeln und nicken zustimmend.

Beim anschließenden Stehempfang wird eine große, bunte Weltkarte aufgestellt. Rote Pinnnadeln kennzeichnen, woher die Neueingebürgerten kommen. Viele der Nadeln sammeln sich in Europa, im Balkan, hier vor allem im Kosovo, in Bosnien und Herzegowina, in der Türkei und in der Ukraine. Aber vereinzelt stecken sie auch in Ländern, die sehr viel weiter entfernt von Deutschland liegen: in Brasilien, Mexiko, Vietnam. Um die Karte herum bildet sich rasch ein Kreis, Kinder suchen aufgeregt nach ihren Herkunftsländern. Es herrscht eine ausgelassene, herzliche Stimmung, in der Akzente untergehen.

Rita, die vor zehn Jahren aus Kenia nach Deutschland gekommen ist, hat ein strahlendes Lächeln auf den Lippen. Über den Neujahrsempfang sagt sie: „Das war eine sehr schöne Idee.“

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