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Frühling

04.04.2018

Endlich wieder raus im Wittelsbacher Land

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Werner Schwab leitet die Gärtnerei der Justizvollzugsanstalt Aichach. Er freut sich, dass die Frühjahrsblumen jetzt bei dem schönen Wetter endlich besser gekauft werden.
Bild: Ulrike Eicher

Die Sonne scheint und zieht große und kleine Aichacher nach dem Winter ins Freie. Sie toben auf dem Spielplatz, pflanzen im Garten, essen Eis oder genießen einfach nur die wärmenden Strahlen.

Der kleine Ludwig sitzt am Flutgraben der Paar in Aichach und füllt bedächtig Sand und Gras in seinen gelben Eimer. Dann wirft er ein Stöckchen ins Wasser und freut sich, als es „platsch“ macht. Schwester Josefine schläft friedlich im Kinderwagen. Hündin Rosi springt im Kreis umher und Mama Sabine reckt ihr Gesicht in die Sonne. „Das sind jetzt echte Frühlingsgefühle“, sagt sie und lacht. Fast sieben Monate ist es kalt gewesen, die 44-Jährige hat nachgezählt. „Jetzt genießen wir jeden Sonnentag.“ Regelmäßig kommt die Familie hierher, der Spielplatz im Paartalpark gefällt dem Zweieinhalbjährigen gut.

Auf diesem Spielplatz turnen auch Florian und Theresa an diesem sonnigen Dienstagvormittag. Sie verstecken sich im Holzhaus und balancieren dann auf den Seilen. Der Vater schaut zu und entspannt sich in der Sonne. „Papa, darf ich meine Jacke ausziehen?“, fragt der Sechsjährige. Richtig warm ist es schon in der Sonne. Endlich kann man wieder raus, finden die Geschwister. Im Winter war es für sie oft langweilig daheim.

Auf dem Weg ins Museum fast vom Wind weggepustet

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Und noch am Ostersonntag ist die Familie lieber ins Stadtmuseum in Aichach gegangen, weil es sie nicht nach draußen zog. Auf dem Weg dorthin ist die achtjährige Theresa vom starken Wind fast vom Bürgersteig gepustet worden, erzählt sie aufgeregt. Jetzt gefällt es ihr viel besser: „Wir können jetzt wieder mit dem Fahrrad fahren und an der Luft spielen.“ Die Familie aus dem Aichacher Norden hat auch einen Kleingarten: Dort haben die Kinder bereits Blumen angepflanzt. Und ein neues Spielhaus aufgebaut.

Gleich in der Nähe des Spielplatzes wird ebenfalls schon gegraben und gepflanzt. Dort liegt der Kleingartenverein an der Paar. Eine der Parzellen hat Emmeran Breitsameter gepachtet. Er bereitet sein neues Hochbeet mit einer Hacke für den ersten Einsatz vor. Zwiebeln und Lauch, Salate und verschiedene Kohlarten will er darin anpflanzen. Aber erst in rund drei Wochen. Schließlich könne es noch mal kalt werden. Für den 67-Jährigen ist es erst der zweite Gartentag in diesem Jahr. Denn über Ostern war er noch Skifahren. Jetzt aber reicht’s damit, sagt er. Jetzt geht die Gartensaison so richtig los. „Jetzt mag man raus.“

Nach dem kalten März kommen mehr Kunden in die Gärtnerei

Dass sich die Hobbygärtner nun an die Arbeit machen, das freut auch Werner Schwab. Schwab leitet die Gärtnerei an der JVA Aichach. Und er stellt fest, dass nach dem ungewöhnlich kalten März nun endlich mehr Kunden kommen. „Das Geschäft ist sehr wetterabhängig. Und seit vergangener Woche zieht es an.“ Das sei auch nötig, denn die Gärtnerei habe diesmal schon Probleme gehabt, ihre Frühjahrsblüher wie etwa Stiefmütterchen oder Vergissmeinnicht an den Mann zu bringen. Schuld war das schlechte Wetter. „Die Blumen waren schon fast zu weit gediehen, es hat sie aber keiner gekauft, weil es draußen noch zu kalt war“, sagt Schwab.

Umso mehr freut sich der Gärtnermeister über den „Frühjahrsrun“, der jetzt auch in der Gärtnerei losgeht. Zunächst werden noch Frühjahrsblumen verkauft, dann beginnt auch schon die Zeit für Beet- und Balkonpflanzen. Auch Gemüse wird hier in der Gärtnerei angepflanzt und vertrieben. Kohlrabi und verschiedene Salatsorten sind seit vergangener Woche schon draußen im Freigelände. Die noch zarten Pflänzchen strecken ihre Blätter auf dem Feld der Sonne entgegen.

Bienen erfüllen Luft mit ihrem Summen

In der Wärme blüht das Leben auch gleich daneben auf, am Stand der Bienen. 38 Völker hat die Gärtnerei. Emsig fliegen die Tierchen umher und erfüllen die Luft mit ihrem Summen: „Den Bienen geht es jetzt hervorragend“, freut sich Schwab. Die Weidenkätzchen blühen und mit den Pollen können die Bienen ihre Nachzucht versorgen. „Sie holen sich jetzt, was es gibt.“

Gut scheint es auch vielen Aichachern an diesem sonnigen Dienstag zu gehen. Sie spazieren durch die Stadt, sitzen auf einer Bank in der Sonne, erledigen entspannt ihre Einkäufe oder gönnen sich ein Eis. Bei Xhavit Hajdari im Eiscafé Milano in Aichach herrscht ein Kommen und Gehen. „Endlich krieg ich mal wieder meinen Eiskaffee“, sagt eine Kundin an der Theke. „Es war so lang kalt, aber jetzt geht’s wieder aufwärts.“ Sie nimmt ihren Becher in die Hand und verlässt zufrieden den Laden. Eine Stammkundin, erklärt der Inhaber der Eisdiele.

Am Ostermontag wurde das Wetter „supergut“

Im ganzen März gab es nur einen schönen Sonntag, an dem sich das Eis gut verkauft hat. Erst am Ostermontag wurde das Wetter „supergut“ – und damit auch das Geschäft. Beides hängt nämlich eng zusammen, sagt Xhavit Hajdari. Solange die Sonne scheint, wird geschleckt. „Nun hoffen wir darauf, dass es so stabil bleibt.“ Auf die sonnigen Tage hat sich das Team eingestellt, zu viert wird dann bis in die Abendstunden hinein Eis verkauft. Auch der Straßenverkauf am Stadtplatz ist geöffnet. Welche Eis-Sorten bei den Aichachern besonders gut ankommen, das will Hajdari aber nicht beantworten: „Denn dann wären ja die anderen Sorten beleidigt“, sagt er und lacht.

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