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Solarenergie

07.03.2012

Energiebauern mit Firma in Kroatien

Eine Abordnung aus Kroatien informierte sich in Sielenbach zur Energieversorgung: (von links) Manfred Friedler, Sepp Bichler, H. Boban, Bürgermeister Martin Echter, Kämmerer Ivo Stopfer und Biograds Bürgermeister Ivan Knez.
Bild: Gerlinde Drexler

Gäste aus Biograd in Sielenbach

Sielenbach Sehr viel Potenzial für regenerative Energien sieht Sepp Bichler in Ländern wie Bosnien, Herzegowina und Kroatien. Mit seiner Firma Energiebauern GmbH, die er gemeinsam mit seinen Söhnen Florian und Martin in Sielenbach betreibt, hat er deshalb in Kroatien eine Firma gegründet und will auch dort Solarparks projektieren und bauen. Wie eine Gemeinde in die Energieversorgung mit eingebunden sein kann, zeigte Bichler einer Abordnung aus der kroatischen Gemeinde Biograd am Beispiel von Sielenbach.

Beide Orte haben eine gute Infrastruktur. Biograd ist mit einer Fläche von 36 Quadratkilometern doppelt so groß wie Sielenbach. Landwirtschaft spielt in beiden Gemeinden eine große Rolle. In Biograd allerdings erst an zweiter Stelle. Der große Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Während Sielenbach sich schon einen Ruf als Sonnendorf aufgebaut hat, steht die kroatische Gemeinde hier noch ganz am Anfang.

In ganz Kroatien würde momentan ein Megawatt Strom mit Photovoltaikanlagen erzeugt werden, sagt Sepp Bichler. Das entspricht etwa einem Drittel der Menge, die Sielenbach alleine produziert. Bei Gesprächen mit kroatischen Gemeinden hat Bichler ein großes Interesse festgestellt, etwas in puncto regenerativer Energien tun zu wollen.

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Biograd hat er als eine innovative Gemeinde erlebt. Genau wie Sielenbach ist die Kleinstadt schuldenfrei. Eine Ausnahme in Kroatien, wo Ivan Knez, Bürgermeister aus Biograd die finanzielle Situation mit dem Wort „katastrophal“ beschreibt. Knez ist seit fünf Jahren Bürgermeister in seiner Gemeinde. Gemeinsam mit seinem Kämmerer Ivo Stopfer will er im Wittelsbacher Land verschiedene Modelle kennenlernen, um zu sehen, wie eine Gemeinde an der Energieversorgung beteiligt sein kann.

Außer einem Besuch in Sielenbach, wo die kleine Abordnung das Rathaus in Niedrigenergiebauweise besichtigte, stand auch das Aichacher Heizkraftwerk während des zweitägigen Besuches auf dem Programm. Noch stehe das Land mit der Entwicklung in puncto regenerativer Energie am Anfang, sagt Bichler. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union (EU) steige aber das Interesse.

Zweifel, ob Kompromiss bei Solarförderung endgültig ist

Skeptisch steht Bichler dem Kompromissvorschlag, den der Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern nun in puncto Solarförderung unterbreitet hat, gegenüber. Statt der ursprünglich geplanten einmaligen Kürzung der Einspeisevergütung soll die Förderung nun zeitlich gestaffelt gekürzt werden. Bichler bezweifelt, ob das ein endgültiger Kompromiss ist. „Die Grundproblematik ist, dass Politiker über Themen Entscheidungen treffen, bei denen sie sich nicht auskennen.“ Keiner aus der Branche werde sich gegen Senkungen aussprechen. „Aber im Hauruckverfahren kann das keiner verkraften.“ (drx)

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