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Windpark

19.08.2017

Energiebauern zu 107 Prozent zufrieden

Wind weht offenbar genug über dem Blumenthaler Forst. Die sechs Windräder liegen bis dato im Plus.
Bild: Energiebauern

Vor gut einem Jahr sind die sechs Anlagen im Blumenthaler Forst in Betrieb gegangen. Bei der Stromerzeugung liegen sie im Plus. Warum „Windrad-Watching“ fast ein Volkssport ist

Aichach Warum dreht sich das Sielenbacher Windrad und das Blumenthaler steht? Es geht doch Wind. Da ist sicher abgeschaltet worden! Florian Bichler, Energiebauern-Geschäftsführer, wird außer Haus regelrecht eingedeckt mit Fragen zum Betrieb im Blumenthaler Forst. Er spricht geradezu von einem „Volkssport“ – sozusagen „Windpark-Watching“. Und er freut sich darüber, denn ein Jahr nach dem Start sei Kritik mehr oder weniger verstummt. Er beobachtet dagegen Akzeptanz der Anlagen in „breitem Maß“ in der Bevölkerung und gleichzeitig enormes Interesse an der Energieerzeugung.

Darum hier auch gleich die Auflösung der einleitenden Fragen. Nein, die Windräder werden nicht abgeschaltet, weil zu viel Strom im Netz ist. So was komme zwar in Norddeutschland vor, aber nicht im Süden, so Bichler. Und ja, manchmal stehen Anlagen wegen technischer Störungen. Für Bichler noch viel zu oft: „Da ist deutlich Luft nach oben.“ Die Energiebauern wollen den Hersteller der Generatoren deshalb in die Pflicht nehmen: „Da werden wir mit Nachdruck rangehen.“ Aber auch wenn Räder noch zu oft ausfallen, insgesamt liegt der Windpark bei der Energieerzeugung in diesem Jahr deutlich im Plus. Mit 20,2 Millionen Kilowattstunden von Januar bis Ende Juli haben die sechs Anlagen sieben Prozent mehr Strom erzeugt als im Gutachten vorausgesagt und als Soll-Ertrag im Wirtschaftsplan hinterlegt, zieht Bichler eine positive Bilanz des ersten Halbjahrs (siehe Infoartikel).

Hätten die Anlagen noch eine bessere sogenannte Verfügbarkeit, dann wären auch 15 Prozent Ertrag über Plan möglich gewesen, so der Geschäftsführer. In einem Wartungsvertrag garantiert Hersteller Nordex, dass die Anlagen zu 97 Prozent der Zeit, wenn auch genügend Wind weht, laufen. Wenn nicht, muss der Hersteller den Verlust des Betreibers ausgleichen. Der Park liegt im Schnitt bis dato leicht unter dieser Schwelle. Die beiden Windräder auf Sielenbacher Flur stehen dagegen jetzt schon bei über 99,5 Prozent Verfügbarkeit. Für Bichler ein Beispiel, was technisch möglich ist. Mittlerweile hat Nordex seinen Service-Stützpunkt für die Region im Dasinger Ortsteil Rieden eingerichtet. Sechs Arbeitsplätze sollen es einmal werden und für die Laufzeit der Windräder im Blumenthaler Forst ist das sicher kein Nachteil.

Den Wind kann Florian Bichler dagegen nicht beeinflussen. Dass der Ertrag über der Prognose liegt, ist keine Selbstverständlichkeit. Deutlich niedrigere Energieerzeugung als vorausgesagt, kommt auch in der Region wie in Zöschingen an der A8 vor – Wasser auf die Mühlen von Windkraftgegnern. Dass die Ergebnisse hier bis dato anders ausschauen, führt Florian Bichler auf zwei Dinge zurück: Zum einen seien die Gutachter vorsichtiger geworden. Zum anderen seien die Energiebauern ein vorsichtiges Unternehmen. Dass ausgerechnet die Bürgerwindanlage auf Dasinger Flur am besten von allen laufe, sei natürlich sehr schön. Sie liegt seit Jahresbeginn bei 111 Prozent und im Juli sogar bei 142 Prozent. Der Geschäftsführer ist sehr guter Dinge, auch zum Jahresende zumindest bei einer schwarzen Null im Energieertrag zu landen. Und das in einem eher durchschnittlichen Windjahr und mit der Option, dass die technische Verfügbarkeit noch deutlich verbessert werden kann.

Johannes Mayer, Arzt aus Rieden und Windkraftgegner, zieht eine negative Bilanz nach einem Jahr Windpark. Er spricht von einer ganzen Reihe von Menschen in der Region, die unter den Anlagen leiden würden (weiterer Bericht folgt). Bichler sieht es naturgemäß anders und spricht von einem sehr arbeitsreichen und intensiven, aber auch positiven Jahr. Im Blumenthaler Forst werde Strom für über 10000 Haushalte aus der Region erzeugt. Denn der Strom fließe nicht weit. Die vor Ort mit einer erneuerbaren Energieanlage erzeugte Kilowattstunde kostet 8,6 Cent. Zum Vergleich: Ein Privatkunde zahlt derzeit im Schnitt rund 30 Cent für eine Kilowattstunde. "Diese Woche

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