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Mühlhausen

23.01.2019

Entführter Kater Feli bleibt vermisst: Besitzer haben noch Hoffnung

Seit zwei Jahren wird Kater Feli vermisst. Er wurde im Dezember 2016 vor der Haustür von Karin Karsten und Gerhard Platzer gestohlen.
Bild: Karin Karsten

Plus Vor zwei Jahren stiehlt ein Mann den Kater von Gerhard Platzer und Karin Karsten. Eine Kamera filmt ihn dabei. Warum die Besitzer die Hoffnung nicht aufgeben.

Im Affinger Ortsteil Mühlhausen wird immer wieder mal eingebrochen. Karin Karsten und Gerhard Platzer sind deshalb vorsichtig. Sie achten darauf, wer in ihrer Straße mit dem Auto vorbeifährt und sich auffällig verhält. Dennoch wurde vor zwei Jahren ihr Kater Feli von einem Unbekannten gestohlen. Eine Überwachungskamera von Nachbarn hielt den außergewöhnlichen Vorfall fest. Karin Karsten war damals im Haus, sprach sogar zuvor mit dem Mann, der höflich nach dem Weg fragte. Später kam er zurück und schnappte sich ihren Kater vor der Tür. Es folgte eine weit angelegte Suche. Doch ohne Erfolg. Kater Feli wird noch immer vermisst. Seine Besitzer geben ihn nicht auf und haben sich nun erneut an unsere Zeitung gewandt.

Das Paar hat in den vergangenen zwei Jahren nichts unversucht gelassen, um sein Haustier wiederzufinden. Karin Karsten erzählt: „Wir haben bei Facebook inzwischen in über 60 Gruppen nach Feli gesucht.“ Da der Dieb sehr muskulös war, hätten sie sich an Fitnessstudios gewandt und dort Flyer ausgehängt. „Auch Tierheime und Arztpraxen haben wir informiert“, erzählt sie weiter und präsentiert drei DIN-A4-Seiten mit Adressen. Noch immer gilt der Finderlohn von 3000 Euro, den die beiden aus eigener Tasche für Hinweise auf den Kater oder den Dieb zahlen.

Kater Feli: Psychologin vermutet keinen Profidieb

„Für uns gibt es nur zwei Möglichkeiten, was mit Feli passiert ist“, sagt Gerhard Platzer: „Entweder er lebt noch und wurde geklaut, um als Geschenk zu dienen. Oder er lebt nicht mehr und ist einem Sadisten zum Opfer gefallen.“ Einen professionellen Tierdiebstahl schließen die beiden inzwischen aus. Das Paar hat sich in den zwei Jahren tief greifend mit dem Thema beschäftigt. „Finanziell lohnt es sich nicht, Tierfelle ins Ausland zu verkaufen. Die werden vielmehr aus dem Ausland bei uns angeboten“, so Platzer. „Außerdem haben wir noch zwei Rassekatzen, die viel wertvoller sind.“ Seine Frau pflichtet ihm bei: „Der Täter ist auch zu liebevoll mit Feli umgegangen. Er hat ihn sanft hochgehoben und gestreichelt. Das macht kein Tierfänger.“

Karin Karsten und Gerhard Platzer suchen noch immer aktiv nach ihrem Feli. Das Video einer Überwachungskamera zeigt, wie ein Mann eine Katze aufhebt und mitnimmt (rechts).
Bild: Brigitte Mellert, Screenshot

Karsten glaubt eher, dass ihr Kater als Geschenk für jemanden gestohlen wurde. Eine Psychologin stütze ihre Annahme. Nach den ersten Suchmeldungen habe sie mit dem Paar Kontakt aufgenommen, um ihm beizustehen. „Außerdem trug der Mann keine Handschuhe“, so Karsten. „Das spricht ebenfalls gegen einen professionellen Tierfänger.“ Der benutzte Fluchtwagen sei zu klein für einen Tierkäfig. Inzwischen haben Platzer und seine Frau drei weitere Katzen und einen Hund, der das Haus bewachen soll. Karsten ist überzeugt: „Wenn wir ihn damals schon gehabt hätten, dann wäre Feli nicht verschwunden.“ Noch immer hat sie mit dem Diebstahl ihres Katers zu kämpfen. Das Paar möchte die Hoffnung noch nicht aufgeben, ihn eines Tages wiederzufinden. Seit Feli vermisst wird, setzt es sich aktiv für den Tierschutz ein und möchte andere Katzenbesitzer vor einem ähnlichen Schicksal bewahren – oder zumindest zur Aufklärung der Diebstähle beitragen. „Es ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Gerhard Platzer, aber dieses Engagement sei wichtig.

Er rät, nach zwei Wochen eine vermisste Katze als gestohlen zu melden. Nur so könne eine Statistik für Tierdiebstahl erstellt werden. Ist ein Tier als gestohlen gemeldet, ermittelt die Polizei wie in einem Sachdiebstahl. Tiere werden rechtlich als Sache behandelt. Das stößt vielen Tierfreunden sauer auf. Auch Karin Karsten und Gerhard Platzer. Feli sei keine Sache für sie gewesen, sondern ein Familienmitglied.

Besitzerin des gestohlenen Katers kritisiert Polizei

Bei den Aichacher Polizeibeamten habe zu Beginn die Empathie dafür gefehlt, kritisieren sie. So sei in den ersten drei bis vier Wochen, nachdem sie Anzeige erstattet hätten, nichts geschehen. Darüber ärgert sich das Paar noch immer. Erich Weberstetter, Leiter der Aichacher Polizei, sagt: „Es mag subjektiv der Eindruck entstanden sein, dass wir sie nicht ernst nehmen. Aber wir haben alles, was uns möglich ist, getan.“ So habe die Aichacher Polizei versucht, das Fahrzeug des Täters und den Halter zu ermitteln. Immerhin habe man den Fahrzeugtypen eingrenzen können.

Karin Karsten und Gerhard Platzer suchen noch immer aktiv nach ihrem Feli. Das Video einer Überwachungskamera zeigt, wie ein Mann eine Katze aufhebt und mitnimmt (rechts).
Bild: Brigitte Mellert

Eine Öffentlichkeitsfahndung mit dem Bild des Täters sei nur nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft möglich, so Weberstetter. Doch diese habe keine Fahndung zugelassen. Weberstetter ist sich der Brisanz des Falles bewusst: „Natürlich ist das aufsehenerregend, wenn da einer hinfährt und die Katze holt.“ Bei der Suche nach Feli wurden seine Besitzer von Freunden, Tierschutzvereinen, Tierbesitzern und regionalen wie überregionalen Medien unterstützt. Karsten und Platzer sagen: „Wir wollten bewusst an die Öffentlichkeit gehen, um Druck zu machen und den Dieb zu finden.“ Denn die Suche über soziale Netzwerke blieb ohne Erfolg.

Karsten: „Der Täter wird auch eher nicht in Facebookgruppen zu finden sein.“ Anfängliche Hinweise zerschlugen sich schnell wieder. Das Paar hofft, dass sich noch Hinweise ergeben – wenn auch nur, um zu wissen, was mit seinem Kater passiert ist. (mit nsi)

Lesen Sie dazu den Artikel: Wer Kater Feli findet bekommt eine Belohnung von 1000 Euro

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