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22.01.2020

Erfolge bei der Zucht hornloser Kühe

Blauzungenkrankheit und ein Einbruch im Export machen Züchtern das Leben schwer. In einigen Punkten gibt es hingegen gute Nachrichten.
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Blauzungenkrankheit und ein Einbruch im Export machen Züchtern das Leben schwer. In einigen Punkten gibt es hingegen gute Nachrichten.

Milcherzeuger und Fleckviehzüchter ziehen im Landkreis durchwachsene Bilanz. Ein Problem ist die Blauzungenkrankheit. Es gibt aber auch Erfolge. Ein Thema ist der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung

Milcherzeuger und Fleckviehzüchter haben eine durchwachsene Bilanz für das vergangene Jahr gezogen. Blauzungenkrankheit und der Einbruch im Zuchtviehexport haben sich negativ auf das Jahresergebnis ausgewirkt. Das zeigte sich bei der Mitgliederversammlung des Fleckviehzuchtverbandes und des Milcherzeugerringes Wertingen für den Landkreis Aichach-Friedberg in Dasing. Verbandsvorsitzender Georg Kraus konnte aber auch auf Erfolge in der Hornloszucht verweisen.

Kraus ging zunächst auch auf die Demonstrationen der Landwirte ein. Die Aktionen unter dem Motto „Land schafft Verbindung“ befürwortet er laut Mitteilung. Er hofft, wie er sagte, dass damit auch Verständnis für die Sorgen der Landwirte und ihre Forderungen nach praxisgerechteren Lösungen zur Düngeverordnung geweckt wird.

Friedrich Wiedenmann, Zuchtleiter und Fachlicher Leiter des Milcherzeugerringes legte Zahlen vor. Der Herdbuchkuhbestand war mit etwa 53000 Kühen in 877 Betrieben leicht rückläufig. Im Landkreis sei 2019 bei den 119 Fleckvieh-Herdbuchbetrieben (minus drei) mit 8355 Kühen (minus 250) ein Leistungsniveau von 8355 Kilogramm pro Kuh und Jahr erreicht worden. Er erläuterte, dass sich mit steigender Herdenleistung und -größe die Kriterien für Fruchtbarkeit, Gesundheit und Lebensleistung verbessern. Wiedenmann wies Pauschalvorwürfe gegen die moderne Milchviehhaltung in größeren und leistungsstärkeren Betrieben als nicht gerechtfertigt zurück. Er betonte: „Unsere Mitgliedsbetriebe leisten sehr gute Arbeit und den Kühen geht es so gut wie noch nie zuvor.“ Ein Indiz dafür sei die deutliche Zunahme der Herdenlebensleistung. Als sensationell bezeichnete er die Tatsache, dass 31 Kühe im Zuchtgebiet die magische Grenze von 100000 Kilogramm Lebensleistung überschritten haben. Neun davon stehen in Aichach-Friedberg.

Wiedenmann beleuchtete die Arbeit im Zuchtprogramm vom Fachzentrum für Rinderzucht am Wertinger Amt. Aufgrund gezielter Anpaarungsempfehlungen konnte die weibliche Zuchtbasis mit vielen Jungrindern und Jungkühen erneut verbreitert werden. Der Zuchtleiter wies besonders auf die großen Erfolge in der Zucht auf natürliche Hornlosigkeit hin.

Was die Vermarktung anbelangt, erläuterte Johann Schwarz, dass die Handelshemmnisse wegen des Blauzungen-Sperrgebietes große Probleme brachten. Trotzdem konnten die Verkaufszahlen gesteigert werden. Der Zuchtviehexport von Kalbinnen und Jungrindern allerdings ist massiv eingebrochen. Er erfahre aktuell wieder mehr Belebung. Bei den Nutzkälbern konnten die Vorjahreszahlen trotz der Blauzungenproblematik gesteigert werden.

Gespannt verfolgten viele Besucher das Hauptreferat von Dr. Dieterich vom Tiergesundheitsdienst Günzburg zum Thema „Antibiotikareduzierung im Milchviehstall“. Es stünden oft ungerechtfertigte Pauschalvorwürfe im Raum, so der Fachmann. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung sei innerhalb weniger Jahre um 60 Prozent zurückgegangen, mit weiter sinkender Tendenz. Wenn ein Antibiotikaeinsatz aufgrund tierärztlicher Indikation notwendig sei, erfolge er aufgrund eines Resistenztests. Die Gefahr für den Menschen durch multiresistente Keime aus Milchviehhaltung sei weit untergeordnet. Wiedenmann berichtete über die Weiterentwicklung des EDV-Herdenmanagers. Es wurde ein Frühwarnsystem für Stoffwechselerkrankungen anhand der Analyse der Milchproben entwickelt. Sämtliche Daten stehen einem Betrieb auch über eine App zur Verfügung.

Zum Abend gehörte auch ein Bilder-Rückblick auf das Jahr 2019. Bei einer überregionalen Tierschau in Schwandorf war Stefan Fehrer aus Allmering (Rehling) erfolgreich. Als Höhepunkt wurde die „Wertinger Nacht oben ohne“ bezeichnet, die deutschlandweit erste Tierschau mit ausschließlich natürlich hornlosen Tieren. Aus dem Landkreis waren die Betriebe Demmelmair (Aichach-Gallenbach), Schmidberger (Aindling-Binnenbach), Sturm (Pöttmes-Wiesenbach) und Strobl (Petersdorf-Axtbrunn) beteiligt. Am erfolgreichsten war Josef Strobl. Er errang mit Ruhmreich-Tochter Alma den Klassen-Reservesieg bei den älteren Kühen.

Die besten Züchter des Landkreises wurden nach einem Punkteindex für Milchmenge, Inhaltsstoffen, Lebensleistung, Fruchtbarkeit und Gesundheit proklamiert. (AN)

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