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Pöttmes

11.03.2020

Erlösende Nachricht für Lisa: Stammzellen-Behandlung erfolgreich

Die Stammzellentransplantation bei Lisa aus Pöttmes war erfolgreich. Am vergangenen Wochenende feierte die junge Frau ihren 22. Geburtstag.
Bild: DKMS (Archiv)

Plus Erleichterung bei Lisa aus Pöttmes: Die Stammzellen, die sie nach ihrer Leukämie-Erkrankung transplantiert bekam, sind angewachsen. Wie es ihr nun geht.

Es war eine erlösende Nachricht für Lisa und ihre Familie: Die Stammzellen, die die junge Frau aus Pöttmes nach ihrer niederschmetternden Leukämie-Diagnose kurz vor Weihnachten transplantiert bekam, sind zu 100 Prozent angewachsen. Neue Krebszellen seien nicht in Sicht, erzählt Lisas Mama, Johanna Hross, am Telefon mit hörbarer Freude in der Stimme. „Wir waren heilfroh“, sagt sie. Die Familie feierte das ersehnte Testergebnis dennoch nicht. „Man weiß ja nie, was trotzdem noch kommt“, sagt Johanna Hross.

Ende März steht für Lisa aus Pöttmes ein wichtiger Arzttermin bevor

Als nächstes fiebern Lisa und ihre Angehörigen der nächsten Knochenmarkspunktion Ende März entgegen. Eine sehr schmerzhafte Untersuchung, die Lisa schon mehrfach über sich ergehen lassen musste. Mehr als einmal musste sie sogar wiederholt werden, weil das Ergebnis nicht verwertbar war. Davon, was die Untersuchung Ende März ergibt, wird abhängen, ob Lisa weiterhin jede Woche ins Uniklinikum Augsburg kommen muss.

„Ein bisschen Angst ist natürlich immer dabei, dass wieder Krebszellen da sind“, sagt Johanna Hross. „Aber es bleibt ja nichts anderes übrig. Es muss halt sein“, sagt sie mit fester Stimme. Auch wenn sie ihrer Tochter die schmerzhafte Prozedur gerne ersparen würde. Nach wie vor ist Lisa ihrer Mutter zufolge geschwächt und muss sich von dem zwölf Wochen langen, kräftezehrenden Krankenhausaufenthalt erholen. „Es ist schwierig, aber es wird. Sie ist guter Dinge“, erzählt Johanna Hross.

Angst vor Coronavirus schränkt Lisas Bewegungsfreiheit ein

Jeden Tag gehen sie und Lisa spazieren. Wenn es die Kräfte der jungen Frau zulassen, immer ein kleines Stückchen weiter. Doch nach wie vor muss Lisa aufpassen, dass sie sich nicht ansteckt. Die um diese Jahreszeit übliche Grippewelle schränkt ihre Bewegungsfreiheit zusätzlich ein – ebenso wie die Sorge vor dem Coronavirus. Die Familie lässt daher größte Vorsicht walten, um Lisa nicht in Gefahr zu bringen.

Der Arzt habe empfohlen, mit gesundem Menschenverstand vorzugehen, Abstand zu anderen Menschen zu halten und Kontakt zu Personen zu vermeiden, die in einem Risikogebiet gewesen seien. Einsperren könne und wolle man Lisa freilich nicht. „Wir werden die Zeit hoffentlich schon rumbringen“, sagt Johanna Hross und lacht.

Vor wenigen Tagen feierte Lisa ihren 22. Geburtstag

Ein willkommener Anlass, den Alltag für kurze Zeit zu unterbrechen, war Lisas 22. Geburtstag am vergangenen Wochenende. Normalerweise kommen an einem solchen Tag immer rund 25 Leute – die Geschwister der Eltern, Nichten und Neffen inklusive. Doch aufgrund des Coronavirus’ und der allgemeinen Grippewelle sagte die Familie die Feier ab. Stattdessen setzte sie sich lediglich im kleinen Kreis mit den Großeltern und einer Freundin zusammen, um miteinander zu frühstücken und Kaffee zu trinken.

Das Coronavirus stellt die Familie vor eine große Herausforderung: Lisas Bruder Florian arbeitet in einem großen Betrieb, ebenso ihr Papa Harald. Die Sorge vor einer Ansteckung und den möglichen Folgen für Lisa ist im Hinterkopf immer präsent. Mama Johanna ist seit Herbst freigestellt. Ab Mai will sie wieder arbeiten gehen – wenn der Gesundheitszustand ihrer Tochter es zulässt.

Mehr als 1400 Menschen haben sich in Pöttmes typisieren lassen. Anlass für die Aktion ist Lisa aus Pöttmes. Sie hat Blutkrebs und braucht einen passenden Spender.
23 Bilder
Aktion in Pöttmes: Mehr als 1400 Menschen lassen sich typisieren
Bild: Vicky Jeanty

Anteilnahme an Lisas Schicksal ist in Pöttmes immer noch groß

Noch immer ist die Anteilnahme im Ort an deren Schicksal groß. „Jeder, der uns sieht, fragt nach Lisa“, erzählt Johanna Hross. Obwohl die Typisierungsaktion für die junge Frau und andere Betroffene, bei der sich am ersten Adventswochenende 1462 Menschen in der Pöttmeser Schulturnhalle typisieren ließen, bereits über ein Vierteljahr her ist. „Das ist schön.“

Die Geburtstagsfeier für die 22-Jährige ist übrigens nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Johanna Hross: „Wir haben schon gesagt: Das holen wir im Sommer nach.“

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