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24.06.2009

Es bleibt ein Unfall mit vielen Fragezeichen

Aichach (kar) - Eine Radlerin und ein Motorradfahrer kamen im April 2008 nach einem Unfall bei Sulzbach verletzt ins Krankenhaus. Die Schuldfrage ist bis heute strittig und konnte gestern vor dem Amtsgericht nicht geklärt werden. Das Verfahren wurde eingestellt. Der 54-jährigen Radlerin wurde nur "geringe Schuld" an dem Unfall zugesprochen.

Die Angeklagte war an einem Aprilabend mit ihrem Mann von der Tränkmühle kommend Richtung Sulzbach geradelt. An der Einmündung Unterschneitbach wollte sie von der Tränkstraße nach links auf den Radweg wechseln. Sie habe zweimal nach hinten geschaut, betonte die Frau und ist sich sicher: "Die Straße war bis zum Bahndamm frei." Sie habe daher ihrem Mann, der mit Hund hinter ihr radelte Zeichen gegeben, dass sie abbiegen können. "Ich bin ortskundig und weiß, dass das eine gefährliche Stelle ist." An eine Kollision mit einem von hinten kommenden Motorradfahrer kann sich die Frau nicht mehr erinnern. "Das ist alles in einem schwarzen Loch." Beim Sturz vom Rad brach sich die Frau einen Arm und Rippen.

Der 31-jährige Motorradfahrer schilderte den Unfall aus seiner Sicht. Er habe die Radlerin gesehen und wollte sie überholen. "In dem Moment hielt sie die Hand raus und fuhr in einem Zug schräg rüber", so seine Version. Er sei mit etwa 100 Stundenkilometer unterwegs gewesen, sagte er aus. Der aus der Umgebung kommende Motorradfahrer musste sich daher den Vorwurf des Staatsanwalts anhören: "Sie sind doch ortskundig und hätten damit rechnen müssen, dass Radler an der Stelle auf den Radweg rüberfahren." Dem widersprach der Motorradfahrer dann auch nicht.

Schadensersatz klärt das Zivilgericht

Richterin Nadine Grimm sah auf beiden Seiten eine gewisse Schuld für den Unfall. Die Radlerin hätte sich ihrer Meinung nach direkt vor dem Abbiegen noch einmal nach hinten umdrehen sollen. Von einer Strafverfolgung wollte sie aber wegen der "geringen Schuld" absehen. Außerdem hätten beide Beteiligte bis heute Beschwerden durch die Verletzungen. Die Frage des Schadensersatzes wird vor einem Zivilgericht geklärt werden. Dann soll ein Gutachter eingeschaltet werden, der mehr Licht in den Unfallhergang bringen soll.

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