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21.12.2017

Es gibt eine Lösung für Adelzhausens Feuerwehr

Ein solcher Verkehrssicherungsanhänger riegelt Unfallstellen auf Autobahnen ab. Dafür ist allerdings ein schweres Fahrzeug nötig, das zusätzlich als Puffer für die Mannschaft im Einsatz dient. Die Feuerwehr Adelzhausen hat derzeit kein geeignetes Gefährt. Nun aber ist eine Lösung gefunden.

Sie kommt aus Friedberg. Die Stadt hat ein geeignetes Fahrzeug übrig. Damit ist die Mannschaft wieder sicher bei Einsätzen auf der A8. Vom Landkreis gibt’s noch ein Geschenk

Von Carmen Jung

Adelzhausen/Aichach-Friedberg Die gute Nachricht für die Feuerwehr Adelzhausen kommt vor Weihnachten. Unterm Christbaum wird zwar nicht das lang ersehnte neue Löschfahrzeug liegen. Es ist jedoch beim – offiziell nicht so bezeichneten – Krisengipfel am Dienstag mit Landrat Klaus Metzger eine Lösung zustande gekommen, mit der die Feuerwehr gut leben kann. Sie erhält ein gebrauchtes Löschfahrzeug von der Stadt Friedberg. Damit ist für die Absicherung der Mannschaft bei Einsätzen auf der A8 gesorgt.

Wie berichtet, war in Adelzhausen der Frust zuletzt groß. Denn der längst erwartete Ersatz für das ausrangierte Löschfahrzeug lässt auf sich warten. Zwar schaffte es der Landkreis mit dem für den Katastrohenschutz gedachten und in Adelzhausen stationierten Fahrzeug auf Platz eins der bayerischen Warteliste. Doch hatte das Wittelsbacher Land im September das Nachsehen. Das erste Fahrzeug, das nach Bayern ging, landete in Augsburg (siehe Infokasten).

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Der Unmut war groß in der Autobahngemeinde. Erst recht, als die Feuerwehr im Herbst von Landtagsabgeordnetem Peter Tomaschko erfuhr, dass 2018 kein Fahrzeug nach Bayern geliefert wird. Kommandant Helmut Müller sagte gegenüber unserer Zeitung, die Truppe fühle sich im Stich gelassen.

Landrat Metzger versteht, „dass die Kameraden ungehalten sind“. Die Ursache liege in der Landes- und Bundespolitik. Doch „in der Kommunalpolitik gibt es immer eine Lösung“, lautet seine Devise. Und diese Lösung wurde am Dienstag mit Vertretern der Kreisbehörde, der Feuerwehr und Bürgermeister Lorenz Braun diskutiert. Ins Spiel gebracht hatte sie die Kreisfeuerwehrführung mit Kreisbrandrat Christian Happach. Die Stadt Friedberg ist laut Landrat bereit, Adelzhausen eines von zwei nicht mehr benötigten Fahrzeugen der Feuerwehren Stätzling und Ottmaring zur Verfügung zu stellen: beide Baujahr 1993, beide laut Happach „in gutem Zustand“, beide 7,5 Tonnen schwer und damit massiv genug, um den Verkehrssicherheitsanhänger (VSA) auf die Autobahn zu transportieren und als Puffer zum fließenden Verkehr zu dienen. Die Stätzlinger und die Ottmaringer Wehren haben inzwischen neue, besser ausgestattete Fahrzeuge. Die früheren Gefährte behielt man laut Metzger in der Hinterhand.

Adelzhausens Kommandant Helmut Müller sprach gestern von einem „vernünftigen Vorschlag“. Schon am späten Nachmittag begutachteten die Feuerwehrler das ehemalige Fahrzeug der Stätzlinger Wehr im Friedberger Bauhof. Müller stellte danach erleichtert fest: „Es ist einwandfrei.“ Er hatte sich große Sorgen gemacht. Schließlich sei es am wichtigsten, dass die Aktiven gesund vom Einsatz zurückkehren. „Jetzt machen wir Nägel mit Köpfen“, sagte Müller. In diesen Tagen wird das Fahrzeug aus Friedberg geholt. Voraussichtlich bis Ende Januar werde man es in Betrieb nehmen können, so Müller.

In der Gesprächsrunde am Vortag hatte Metzger nach eigenen Angaben klargemacht, dass, rein katastrophenschutzrechtlich, die Gemeinde für die Autobahn und damit die Ausstattung bei Einsätzen dort zuständig sei. Er zeigte aber Verständnis für die Haltung von Bürgermeister Braun. Dieser betonte gegenüber den AN, man könne von einer kleinen Gemeinde mit 1700 Einwohnern keine Ausrüstung erwarten, wie sie eine Stadt habe. Ein neues Fahrzeug koste 300000 Euro, das seien zehn Prozent des Adelzhauser Verwaltungshaushalts. Diese Option, bei der es laut Metzger 100000 Euro Zuschuss gibt, will Adelzhausen nicht verfolgen. Das Friedberger Angebot hält Braun dagegen für eine „tolle Sache“. Es verschaffe Luft für die nächsten zwei Jahre. Der Bürgermeister ist voll des Lobes. Der Landrat und seine Leute hätten sich sehr ins Zeug gelegt.

CSU-Landtagsabgeordneter Tomaschko hat inzwischen, wie er berichtet, gemeinsam mit dem Innenministerium an den Bund signalisiert, man werde nicht akzeptieren, dass Bayern 2018 leer ausgehe.

Die Feuerwehr Adelzhausen kann sich derweil über ein „Geschenk“ des Landkreises freuen. Sie bekommt im Januar einen neuen Verkehrssicherheitsanhänger für 15500 Euro, der technisch auf dem aktuellsten Stand ist.

Warum hatte Augsburg Vorrang vor dem Landkreis? Warum hatte Augsburg Vorrang vor dem Landkreis?

Vorgeschichte Der Landkreis stellt Adelzhausen in den 90er-Jahren das Löschfahrzeug für den Katastrophenschutz zur Verfügung, solange es für den eigentlichen Zweck nicht benötigt wird. Der Bund sondert es 2013 aus. Die Feuerwehr nutzt es weiter, bringt es 2015 noch einmal durch den TÜV. Er läuft im Mai 2017 ab.

Warteliste Im März steht der Landkreis auf Platz 15 der bayerischen Warteliste für Fahrzeuge, die der Bund für den Katastrophenschutz ausliefert. Im Sommer erhält der Landkreis die Nachricht, nun auf Platz eins der Liste zu stehen. So jedenfalls kommt es bei der Feuerwehr Adelzhausen und im Landratsamt an.

Auslieferung Dass im September ein neues Fahrzeug in Augsburg landet, sorgt nicht nur in Adelzhausen, sondern auch bei Landrat Klaus Metzger für Unmut. Er berichtet von vielen Gesprächen und signalisierte: „Wir brauchen das Fahrzeug dringend.“ Vergeblich. Metzger dazu: „Ich kann da nur meinen Unmut kundtun und habe das auch getan.“

Erklärung Entgegen der im Wittelsbacher Land vorherrschenden Ansicht sagte Karl-Heinz Mayer, Pressesprecher der Regierung von Schwaben, gestern auf Anfrage: „Die Stadt Augsburg stand mit ihrem Bundesfahrzeug auf der Auslieferungsliste tatsächlich vor dem Fahrzeug aus dem Landkreis Aichach-Friedberg.“ Das Augsburger Katastrophenschutzfahrzeug sei vor dem des Landkreises ausgesondert worden. Folglich sei dieses auch als erstes zu ersetzen gewesen. „In der Rangfolge ist das Fahrzeug des Landkreises Aichach-Friedberg jetzt bayernweit das nächste, das ersetzt wird. Dies ist sowohl dem Landkreis als auch der Feuerwehr Adelzhausen bereits bekannt“, hieß es weiter.

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