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Prozess in Aichach

15.07.2019

Ex-Konrektor überweist sich Gelder von Berufsverband aufs Privatkonto

Der 44-jährige ehemalige Konrektor einer Realschule musste sich erneut vor dem Aichacher Schöffengericht verantworten.
Bild: Kirstges (Archiv)

Ein ehemaliger Konrektor, der aus Liebe Aufgaben der Abschlussprüfung verriet, steht wieder vor Gericht. Über Jahre buchte er 260.000 Euro auf sein Privatkonto.

Aus Liebe hatte er die Aufgaben für die Realschulabschlussprüfung 2018 samt Lösungen aus dem Tresor seiner Schule geholt. Der Konrektor einer Realschule im Landkreis Aichach-Friedberg wollte damit dem Sohn seiner Geliebten helfen. Die Sache flog auf. Und nicht nur die.

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Nachdem der längst suspendierte Lehrer erst im Mai wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses und Siegelbruch zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war, musste er sich nun erneut vor dem Aichacher Schöffengericht verantworten: wegen Untreue. Es ging um eine Summe von rund 260.000 Euro.

Um die Ehe zu retten, investiert der Lehrer in Luxusurlaube

Der Lehrer hatte einen hohen Finanzbedarf. Er und seine Frau übernahmen sich offenbar bei der Finanzierung ihres Eigenheimes. Monatlich 2500 Euro Schuldendienst hatte das Paar zu leisten. Mit Raten für große Autos betrug die monatliche Belastung über 3000 Euro. Als Kassier des Bezirksverbands seines Berufsverbandes kam der heute 44-Jährige schließlich 2010 auf die Idee, Gelder vom Verband auf sein Privatkonto umzubuchen.

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Es ging, wie er vor Gericht bekannte, „zu leicht“. Unter anderem finanzierte er Luxusurlaube mit dem Geld. Er wollte damit seine Ehe retten. Das gelang zwar nicht. Doch die zusätzliche Einnahmequelle behielt er bei – bis er wegen der Prüfungsgeschichte ins Visier seiner Kollegen beim Verband geriet. Ihnen fiel auf, dass er die Gelder abgezweigt hatte. In acht Jahren waren es fast 260.000 Euro, wobei über 70.000 Euro davon schon verjährt waren.

Vor dem Schöffengericht in Aichach macht der Lehrer reinen Tisch

Vor Gericht machte der Mann wie beim Prozess im Mai reinen Tisch. Den finanziellen Schaden hat er erstattet, samt Zins und Zinseszins. Er entschuldigte sich und war geständig. Das Schöffengericht unter Walter Hell gab dem 44-Jährigen deshalb noch eine Chance und urteilte auf eine zweijährige Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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