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Aichach

20.06.2017

Exhibitionist muss ins Gefängnis

Im Gefängnis landet ein junger Asylbewerber aus Eritrea, weil er sich wiederholt vor Frauen entblößte und unsittlich zeigte.
Bild: Marcus Merk, Archiv

Ein 27-jähriger Asylbewerber entblößt sich acht Mal in Aichach vor Mädchen und Frauen. Der Gutachter sieht mangelndes Selbstwertgefühl als Beweggrund.

Ein 27-jähriger Asylbewerber aus Eritrea hat sich in Aichach mehrfach vor Frauen entblößt. Immer wieder fiel er der Aichacher Polizei wegen exhibitionistischer Handlungen auf. Die betroffenen Frauen, die meisten davon minderjährig und ein Mädchen erst zwölf Jahre alt, reagierten schockiert, angeekelt oder verängstigt. Gestern wurde die Verhandlung gegen den Mann vor dem Amtsgericht Augsburg fortgesetzt, die im Februar begonnen hatte (wir berichteten). Wegen exhibitionistischer Handlungen und sexuellen Missbrauchs eines Kindes wurde er zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt.

Ziemlich wortkarg gab sich der Mann vor Gericht. Die Anklagepunkte hatte er schon bei der Polizei zugegeben, vor Gericht wiederholte er sein Geständnis. Zwischen September und Dezember vergangenen Jahres hatte er sich acht Mal in Aichach vor Frauen im Alter zwischen zwölf und 33 Jahren entblößt und unsittlich gezeigt – unter anderem am Griesbacherl und am neuen Spielplatz nahe des Freibads. Übereinstimmend schilderten die Frauen bei der Polizei, dass er Blickkontakt aufgenommen und sich dann entkleidet hatte. In fast allen Fällen hatte er zusätzlich onaniert.

DNA-Spuren, die die Polizei in einem Fall fand, stimmten mit denen des Angeklagten überein, sagte ein Polizeibeamter aus. Auf die Spur gekommen waren ihm die Beamten, weil eine Frau sehr schnell die Polizei informiert hatte. Nahe des Tatorts hätten sie den Angeklagten wegen der Beschreibung festnehmen können, sagte der Polizeibeamte. Über die Hintergründe hatte der 27-Jährige bei der Polizei ausgesagt, dass die freizügig gekleideten Frauen in Deutschland und Menschen, die sich auf offener Straße küssen, ihn erregten.

Ähnlich hatte er sich vor dem Gutachter geäußert, den das Gericht eingeschaltet hatte, um festzustellen, ob er eine Therapie benötigt. Der Gutachter stellte bei ihm keine Einschränkungen fest. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sah den Exhibitionismus des Angeklagten „eher als einen gewissen dissozialen Moment, in dem er seine Impulse ausgelebt“ habe. Seine Taten seien eine Kompensation seines mangelnden Selbstwertgefühls.

Fehlendes Rechtsverständnis beim Angeklagten

Dass Exhibitionismus oder sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit strafbar sind, war dem Angeklagten laut seiner Aussage nicht bewusst. Auch sei ihm nicht aufgefallen, dass eines der Mädchen, vor dem er sich entblößt hatte, noch ein Kind war. Staatsanwältin Birgit Milzarek dazu: „Das zieht bei mir nicht, dass er das nicht wusste.“ Sie wies auf die Beharrlichkeit hin, mit der der 27-Jährige vorgegangen war. Er hatte nicht nur Blickkontakt gesucht, sondern war den Frauen teilweise nachgegangen.

Milzarek glaubte dem Angeklagten auch nicht seine Beteuerung, dass so etwas nie wieder vorkommen werde. Sie forderte ein Jahr und acht Monate Haft. Verteidiger Moritz Bode wies darauf hin, dass der 27-Jährige aus einem ganz anderen Kulturkreis komme. Bode: „Frauen bekommen dort wesentlich früher Kinder.“ Außerdem habe das Geständnis seines Mandanten die betroffenen Frauen vor einer Aussage bewahrt. Anders als die Staatsanwaltschaft war Bode überzeugt, dass der 27-Jährige die Lektion gelernt habe. Er plädierte für eine einjährige Bewährungsstrafe sowie einen Deutschkurs als Auflage.

Amtsrichter Günther Baumann verurteilte den Angeklagten wegen exhibitionistischer Handlungen in acht Fällen, davon ein sexueller Missbrauch eines Kindes, zu einem Jahr und drei Monaten Haft. Das Geständnis wertete er positiv. Auf der Minusseite standen die vielen Fälle in kurzer Zeit sowie das meist jugendliche Alter der Betroffenen. Auch dass der Angeklagte, der seit sechs Monaten in U-Haft sitzt, nicht einmal ansatzweise versucht hatte, therapeutische Hilfe zu bekommen, missfiel dem Richter.

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Die Diskussion ist geschlossen.

20.06.2017

Dass Exhibitionismus oder sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit strafbar sind, war dem Angeklagten laut seiner Aussage nicht bewusst...

Ist in Eritrea wohl gang und gäbe?

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21.06.2017

Hm, dann muß der gute Mann wohl im September letzten Jahres beim Fischen in Asbach-Bäumenheim gewesen sein und hat geglaubt, das läuft hier überall so. Warscheinlich wollte er sich nur den Sitten und Gebräuchen dieses Landes anpassen, gell?

Andernfalls wäre derlei Verhalten ja auch unglaublich dreist.

Ich persönlich bin auf jeden Fall dafür, daß der arme kulturell verunsicherte Mann seine Therapie bekommt: In Eritrea.

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20.06.2017

(edit/mod)

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20.06.2017

Solche Menschen brauchen keine therapeutische Hilfe, sondern die schnellste Ausweisung.

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21.06.2017

Wohin nur mit den ganzen Deutschen??????

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