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Prozess

23.02.2017

Exhibitionist von Aichach ist geständig

Symbolbild
Bild: Alexander Kaya

Ein 27-jähriger Asylbewerber soll sich achtmal vor Frauen entblößt haben. Nun muss er sich dafür vor Gericht verantworten.

Schockiert, angeekelt und verängstigt: So fühlten sich mehrere Frauen nach der Begegnung mit einem 27-jährigen Asylbewerber. Der Mann aus Eritrea soll sich zwischen September und Dezember achtmal in Aichach vor Frauen im Alter zwischen zwölf und 33 Jahren entblößt und unsittlich gezeigt haben. In zwei Fällen soll er zusätzlich onaniert haben. Am gestrigen Mittwoch musste sich der mutmaßliche Exhibitionist vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten.

Die Scham stand dem Angeklagten ins Gesicht geschrieben, als Staatsanwältin Anna Banks die Taten vorlas. Zunächst gab es drei Vorfälle im September und Oktober in der Nähe des Griesbacherls. Dort soll er sich unter anderem einer 16-Jährigen am Stadtmuseum mit offener Hose präsentiert haben (wir berichteten). Am Nikolaustag gab es einen weiteren Vorfall. Auf dem neuen Spielplatz auf dem Freizeitgelände unweit des Freibads soll sich der Angeklagte vor einer Frau entblößt und onaniert haben. Die Polizeibeamten fanden dort DNA-Spuren. Schließlich soll er sich am 19. Dezember einer Radfahrerin auf einem Feldweg, der westlich der Paar parallel zur Franz-Beck-Straße verläuft, unsittlich gezeigt haben. Aufgrund der Personenbeschreibung der 46-Jährigen nahmen Polizeibeamte den Asylbewerber wenig später in der Nähe des Bahnhofs fest. Übereinstimmend gaben die Frauen an, dass der Angeklagte zunächst Blickkontakt aufnahm und sich dann entkleidete.

Neben den exhibitionistischen Handlungen wird ihm der sexuelle Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Denn eines der Opfer war gerade einmal zwölf Jahre alt. Die belästigten Frauen sagten im Prozess nicht aus. Der Angeklagte wurde von einem Dolmetscher begleitet. Der 27-Jährige war erst im Juli nach Deutschland gekommen und spricht laut Rechtsanwalt Moritz Bode nur etwas Englisch, aber kein Deutsch. „Ich bereue es und werde so etwas nicht mehr tun“, ließ er über seinen Dolmetscher verkünden. Der 27-Jährige räumte ein, schon in seinem Heimatland ähnliche Handlungen ausgeübt zu haben: „Ich habe es gemacht, um mich zu befriedigen. Ich habe niemanden angefasst und wusste nicht, dass es so schlimm ist. Ich wollte niemanden belästigen.“

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Ansonsten gab sich der Angeklagte wortkarg und wich den Fragen von Richter Günter Baumann teilweise aus. „Ich habe meine Lektion gelernt“, versicherte der Asylbewerber immer wieder, doch Baumann ließ nicht locker: „Ich muss wissen, ob Sie krank sind und so etwas wieder machen werden.“ Eine Therapie hat der Mann bisher nicht gemacht. Seit dem 19. Dezember sitzt er in Untersuchungshaft. Einer der Polizeibeamten, die den Angeklagten festnahmen, sagte gestern als Zeuge aus: „Ich habe den Eindruck, dass er Hilfe braucht.“ Bei der Festnahme habe der 27-Jährige von einem Drang gesprochen. Der Polizist gab die Aussage des Angeklagten bei der Vernehmung folgendermaßen wieder: „Ich kann mich nicht beherrschen. Wenn ich eine Frau sehe, muss ich meinen Gefühlen sofort nachgeben.“ Vor Gericht korrigierte der Angeklagte sich. „Ich habe mich geschämt und wollte mich nur schützen. Ich habe keine Krankheit.“

Staatsanwältin Anna Kraft beantragte, einen Gutachter einzuschalten, um festzustellen, ob der Angeklagte eine Therapie benötigt. Dem schloss sich Richter Baumann an: „Sie müssen untersucht werden.“ Deshalb wurde die Verhandlung bis auf Weiteres ausgesetzt. Dann führte ein Polizeibeamter den Angeklagten in Handschellen ab, denn Baumann verlängerte die Untersuchungshaft: „Der kurze Zeitraum und das Alter der Frauen machen mir Sorgen. Es besteht die Gefahr, dass Sie es wieder tun.“

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