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Todtenweis

25.02.2014

Fall Wackerl: Strafanzeigen wegen Sandra erstattet

Briefe von Sandra: Petra und Anton Wackerl blättern in den Unterlagen. Für sie ist es, als ob ihr eigenes Kind gegangen ist.
Bild: Archiv Carmen Jung

Die lernbehinderte Sandra wurde ihren Pflegeeltern weggenommen, weil sie die Schule wechselte. Im Fall Wackerl greifen nun Verbände das Jugendamt, das Heim und die Pflegerin an.

Schwere Vorwürfe um Pflegekind Sandra (Name geändert): Wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung und der Körperverletzung haben die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) „Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen“ und der Bayerische Elternverband Strafanzeige erstattet. Adressaten sind das Jugendamt Augsburg, das Heim, in dem Sandra (Name geändert) zeitweise untergebracht war, und die für Sandra zuständige sorgeberechtigte Pflegerin.

Wackerls kämpfen um Sandras Rückkehr

Wie berichtet, war die lernbehinderte Sandra, die zwölf Jahre lang bei Anton und Petra Wackerl in Todtenweis gelebt hatte, vor rund eineinhalb Jahren wegen eines Wechsels auf eine Förderschule in dem Heim gelandet. Die Wackerls kämpfen seitdem um Sandras Rückkehr, unterstützt von fast 2500 Bürgern und CSU-Landtagsabgeordnetem Peter Tomaschko. Derzeit warten sie auf einen Verhandlungstermin beim Amtsgericht Günzburg wegen ihres Antrags auf Umgang mit Sandra und deren Rückkehr nach Todtenweis.

Für die Unterbringung in einem Heim gebe es keinerlei rechtliche Grundlage, kritisierte LAG-Vorsitzende Martina Buchschuster, die sich als Anwältin auf die Rechte Behinderter spezialisiert hat. Die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands, Henrike Paede, sprach von einem „gravierenden Systemfehler“.

Heimleiter weist Vorwürfe zurück

Der Heimleiter wies die Vorwürfe zurück. „Wir halten uns genau an die Vorschriften“, sagte er. Er rechne nicht mit der Aufnahme von Ermittlungen. Die Stadt Augsburg verwies auf eine gerichtliche Anordnung, wonach der Umgang zwischen Pflegeeltern und Pflegekind untersagt sei. „Ich hoffe, dass durch die Anzeige über staatsanwaltschaftliche Ermittlungen für alle Beteiligten endlich Rechtssicherheit erlangt wird“, sagte Augsburgs Sozialreferent Max Weinkamm. Die Pflegerin, die mit den leiblichen Eltern das Sorgerecht ausübt, sagte, es handle sich um einen massiven Vorwurf. Zu den konkreten Anschuldigungen wollte sie aber keine Stellung nehmen. (epd, AN)

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