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Kommunalwahl

02.10.2019

Faltermeier will Bürgermeister in Affing werden

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2015 deutete alles auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Gerhard Faltermeier (links) und Bürgermeister Markus Winklhofer hin. Das hat sich inzwischen geändert. Nun fordert Faltermeier den Amtsinhaber heraus.
Bild: Carmen Jung (Archivbild)

Plus Der Zweite Bürgermeister fordert Markus Winklhofer heraus. Der 62-Jährige sieht sich als Kritiker des Amtsinhabers in der Pflicht. Woher seine Motivation kommt.

Er ist der Stellvertreter des Affinger Bürgermeisters und er fordert ihn heraus: Gerhard Faltermeier hat sich nun doch entschieden, bei der Kommunalwahl gegen Markus Winklhofer anzutreten. Der 62-jährige Mühlhausener will sich am 8. November in Mühlhausen nominieren lassen. Er ist neben Amtsinhaber Winklhofer und Carlos Waldmann der dritte Bürgermeisterkandidat in Affing.

Ambitionen hat Faltermeier stets von sich gewiesen

Ambitionen auf den Chefsessel im Rathaus hatte Faltermeier lange von sich gewiesen. Das sei in seiner Lebensplanung nicht vorgesehen, sagte er stets. Dass sich das geändert hat, war spätestens im Mai zu erkennen. Bei einer Versammlung in Mühlhausen schloss Faltermeier eine eigene Kandidatur nicht mehr aus. Damals hoffte er noch, dem Wähler eine Alternative bieten zu können. Eine davon war Gemeinderatskollege Markus Jahnel, der aber aus privaten Gründen abgewunken hat, ebenso wie weitere mögliche Kandidaten, wie Faltermeier am Dienstag bei einem Pressegespräch betonte, ohne Namen zu nennen. Als sich vor einer Woche auch die letzte Möglichkeit zerschlug, sah sich der zweite Bürgermeister selbst in der Pflicht. Denn immerhin ist er einer der Hauptkritiker Winklhofers.

Kritik an Bürgermeister Winklhofer: Es geht nichts voran

Im Gespräch erklärt Faltermeier, dass er nie gegen Winklhofer habe antreten wollen. Ganz im Gegenteil. Er habe ihm stets gesagt: „Ich will, dass Du erfolgreich bist.“ Er habe ihn als Stellvertreter, zu dem er vor vier Jahren gewählt worden ist, unterstützen wollen. Das habe am Anfang ganz gut geklappt. Dann nicht mehr, berichtet Faltermeier. Lange habe man versucht, etwas daran zu ändern. Gespräche hätten aber nichts bewirkt. Erst nach etwa eineinhalb Jahren habe man die Kritik am Bürgermeister auch öffentlich geäußert, schildert der Stellvertreter seine Sicht der Dinge. Kern der Kritik ist, wie vielfach im Zusammenhang mit Gemeinderatssitzungen berichtet: Unter Winklhofer gehe zu wenig voran und vieles dauere zu lange. Die Stimmungslage bei sich und einigen Ratskollegen beschreibt Faltermeier so: „frustriert, genervt bis hin zu sehr verärgert.“ Deshalb tritt Faltermeier nun an. Er unterstreicht dabei: „Ich brauche es nicht für meine Versorgung, nicht für meine Finanzen oder aus meinem Ego raus.“

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Faltermeier könnte nur sechs Jahre Bürgermeister in Affing sein

Der 62-jährige Jurist hat sich bereits vor etwa vier Jahren aus dem Berufsleben zurückgezogen. Er war in der Geschäftsführung eines bundesweit tätigen, Dax notierten Wohnungsunternehmen tätig und nicht mehr mit dem Kurs des Vorstands einverstanden. Seine Zeit investierte er seither vor allem in die Familie (drei Kinder, drei Enkel), deren Begeisterung sich über seine Entscheidung, wie er sagt, in Grenzen hält, aber auch in die Kommunalpolitik. Außerdem berät er sporadisch Menschen , die mit Immobilien zu tun haben. „Bequemer wird’s für mich nicht“, stellt der 62-Jährige in Bezug auf das mögliche Bürgermeisteramt fest. Aber er gibt zu, dass ihn die Aufgabe reizt – auch wenn sie aus Altersgründen nur sechs Jahre dauern würde.

Faltermeier sucht Unterstützung auch in Affing und Haunswies

Rückhalt findet Faltermeier in Bergen, Mühlhausen und Aulzhausen. Manche Gemeinderäte haben ihm zufolge eine erneute Kandidatur sogar von ihm abhängig gemacht. Um Unterstützung will er aber auch in Haunswies und Affing werben, wo er positive Rückmeldungen erhalten habe. In Gebenhofen und Anwalting hält er seine Chancen wegen der geplanten Ortsumgehungen für gering. Ob er diese in sechs Jahren durchsetzen könnte? Faltermeier findet zwar, dass ein Bürgermeister gegenüber Behörden fordernd auftreten sollte, aber mit Ja möchte er die Frage nicht beantworten. Denn auch er rechnet mit Klagen. Ohnehin gehe es nicht um seine Wünsche, sondern um die des Gemeinderates, darum, „dass man ein Ziel hat, dass man es umsetzt, und zwar zeitnah“. Gleich am Tag nach einer Sitzung sollten Aufträge rausgehen. „Machen, machen, machen“, lautet Faltermeiers Devise. Seinen beruflichen Leitfaden will er dabei auch in der Gemeindepolitik anwenden: „Wie kommt man zu einem Ergebnis, das für jeden tragbar ist?“

Lesen Sie dazu den Kommentar Jetzt muss Faltermeier in Affing ran

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