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Champions-League-Finale

24.05.2013

Fans aus dem Wittelsbacher Land fahren nach Wembley

Auch die Bayernfans Aindling 2000 fahren zum-Champions-League Finale nach Wembley. Präsident Franz Schwab (schwarzes Trikot hinten) freut sich schon auf London. Manfred Pfeifer (mit Kappe) ist mit 63 Jahren der älteste bei der Fahrt. Fotos: Philipp Schröders
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Auch die Bayernfans Aindling 2000 fahren zum-Champions-League Finale nach Wembley. Präsident Franz Schwab (schwarzes Trikot hinten) freut sich schon auf London. Manfred Pfeifer (mit Kappe) ist mit 63 Jahren der älteste bei der Fahrt. Fotos: Philipp Schröders
Bild: Philipp Schröders

Mit Spannung haben sie auf ihre Karten gewartet. Nun brechen zahlreiche Bayern-Fans auf, um beim Endspiel in London dabei zu sein. „Bier und Brotzeit“ sind schon eingepackt

Das große Plakat ist bereits ausgedruckt. „Zwei auf zwei Meter“, sagt Manfred Pfeiffer und streicht mit Daumen und Zeigefinger über seinen weißen Schnurrbart. „Bayern-Fans Aindling 2000“ prangt in großen rotten Lettern auf weißem Hintergrund. Die Buchstaben rahmen ein kleines Comicmännchen in Lederhosen ein. „Wir werden das Plakat dann alle zusammen im Stadion hochhalten“, sagt Franz Schwab, der Vorsitzende des Fanclubs. Lange haben sie auf das Finale in London gewartet. Nun dauert es nicht mehr lange. Im Champions-League-Endspiel trifft der FC Bayern München am Samstag auf Borussia Dortmund.

Die Fans aus Aindling brechen bereits am heutigen Freitag auf. Wembley heißt das Ziel. „Wir erwarten einen Sieg.“, sagt Pfeiffer. Der 63-Jährige sitzt in der Aindlinger Stammkneipe des Fanclubs zwischen anderen Mitgliedern. Pfeifer ist der älteste, der mitfährt, die jüngste ist 24 Jahre alt. Fußball übt generationenübergreifend Faszination aus.

Viele Mythen ranken sich um den Fußballtempel

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Champions-League-Erfahrung haben die Aindlinger bereits: Mailand 2001. Damals holte sich Bayern München im Elfmeterschießen gegen den FC Valencia den Titel in der Königsklasse. „Das war nervenzerreißend“, erinnert sich Konrad Schwab, ein weiteres Mitglied. Drei Elfmeter parierte Torwart Oliver Kahn und stürzte damit die Fans im Giuseppe-Meazza-Stadion in einen Freudentaumel. „Nein, so spannend muss es nicht wieder werden“, sagt Pfeifer und sieht fast etwas besorgt aus. Dass das Spiel in Wembley stattfindet, hat für die Aindlinger keine große Bedeutung. Dabei ranken sich viele Mythen um den englischen Fußballtempel. Allein das umstrittene Tor zum 3:2 für England im WM-Endspiel 1966 ist in die Geschichte eingegangen. Allerdings wurde das Stadion Anfang des Jahrtausend abgerissen und ganz neu gebaut. „Für uns zählt nur, dass da 90000 Zuschauer rein passen“, sagen die Aindlinger. Was sie nach Wembley mitnehmen? Der Vorsitzende muss nicht lange nachdenken. „Bier und Brotzeit“, ruft er und alle lachen. Und wenn Dortmund gewinnt. Konrad Schwab zieht die Augenbrauen hoch: „Das würde die ganze Saison verderben.“ Aber Pfeifer hebt die Hand und sagt mit Nachdruck: „Das wird nicht passieren. Wir gewinnen.“

Ein Blick nach Aichach: Seit 1986 ist Alexander Wagner Fan von Bayern München. „Damals war die WM in Mexiko und seitdem interessiere ich mich für Fußball“, sagt der 34-Jährige. Mit weiteren Mitgliedern des Fanclubs „De Road’n Sielenbach“ steigt er heute am Nachmittag in Klingsmoos in einen Reisebus und düst nach Wembley. Vor einer Woche habe er die Karte erhalten und sich riesig gefreut. „Dieses deutsch-deutsche Finale ist schon etwas besonderes“, sagt Wagner. Er hofft, dass im Stadion gute Stimmung herrscht. Außerdem schwärmt Wagner: „Wembley ist die Fußballstätte schlechthin.“ Für ihn habe der Mythos durchaus Bedeutung. Was er nach London mitnimmt? „Eine Regenjacke“, sagt der 34-Jährige und lacht. Auch in England soll das Wetter am Samstags durchwachsen sein. Wagner will aber auch seinen Schal und sein Trikot eingepackt. Bisher ist der 34-Jährige nur einmal ins Ausland gereist, um sich ein Spiel der Bayern anzuschauen. Wie die Aindlinger saß er 2001 in Mailand im Stadion.

Die Fahne muss dabei sein, da sind sich die jungen Fans aus Sielenbach sicher. Der 26-jährige Christoph Ankner hat sie vor mehr als 15 Jahren gekauft. „Ich weiß gar nicht mehr genau wo. Ich glaube mit meinem Vater noch im Olympiastadion“, sagt er. Gegen Turin und Arsenal hatten sie die Fahne bereits dabei. Im Viertel- und Achtelfinale hat sie also Glück gebracht.

Mit drei anderen Bayern-Fans sitzt Ankner bei einem Bekannten in Tödtenried. Er selbst fährt heute mit dem Bus nach London. Die anderen drei fliegen. Was sie von dem Spiel erwarten? „Mmmh“, der 23-jährige Martin Lechner und zupft an seiner Kappe, „einen Sieg für die richtige Mannschaft“, sagt er und lacht. Sein jüngerer Bruder Benedikt freut sich einfach über die Karten. Dass in Wembley ein deutsches Finale ausgetragen wird, spielt für die vier keine Rolle. „Uns geht es nur um Bayern, dass wir alle zusammen da sind und Spaß haben“, sagt Martin Lechner. Auch der Wembley-Mythos scheint die jungen Fans nicht zu beeindrucken. Das war doch alles im alten Stadion und betrifft die Nationalmannschaft, heißt es.

Mit Lederhosen im Stadion

Insgesamt reisen sie mit zehn weiteren jungen Fans aus Sielenbach und Ecknach nach London. Die, die mit dem Flugzeug unterwegs sein werden, treffen sich zunächst in Tödtenried zum Weißwurstfrühstück. Dann geht es weiter nach München zum Flughafen ins Airbräu. In der ersten Nacht in London wollen sie die Clubs und Bars der englischen Metropole unsicher machen. „Zeit, um uns die Stadt anzuschauen, haben wir sowieso nicht“, sagt Ankner und lächelt. Vorm Spiel treffen sich alle Bayern-Fans in einem englischen Park und gehen dann geschlossen ins Stadion. Das richtige Outfit für ihren Aufmarsch haben die Sielenbacher sich schon zurecht gelegt. Alle werden Lederhosen und T-Shirts mit dem Slogan „München regiert“ tragen. Und die Fahne werden sie natürlich auch dabei haben.

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