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Vergabe

26.09.2011

Festtafel ohne Rotwein und Suppe, aber mit Öl

Der Tisch ist gedeckt: Bei Dana Lürkens Installation beim 18. Aichacher Kunstpreis wird Altöl serviert.
Bild: Foto: Nadine Bradl

Dana Lürken aus München setzt sich gegen 245 Mitbewerber durch und gewinnt den Aichacher Kunstpreis

Aichach An dem schön eingedeckten Tisch ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Tritt man aber näher heran, so erkennt man, dass in den Gläsern keinesfalls Rotwein ist und die Teller nicht voller Suppe sind: In ihnen schwimmt Öl. „Die Welt giert nach Öl“, das war die Zeitungsüberschrift, die die junge Münchnerin Dana Lürken zu ihrem Werk ohne Titel inspirierte. Ihre Kreativität wurde am gestrigen Sonntag Nachmittag mit dem 18. Aichacher Kunstpreis und 2500 Euro Preisgeld gewürdigt.

Bis zum 23. Oktober dieses Jahres können außerdem Werke von 56 weiteren Künstlern aus ganz Bayern im Aichacher SanDepot bestaunt werden. Lürken, die einen Abschluss der Akademie der Bildenden Künste hat, konnte sich im überregional bekannten Wettbewerb des Kunstvereins Aichach in Zusammenarbeit mit der Stadtsparkasse Aichach gegen 245 Bewerber durchsetzen.

Birgit Cischek, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Aichach sagte: „Obwohl die Werke alle auf überdurchschnittlich hohem Niveau sind, konnten sich die Laien und Profis in der Jury nach zehn Stunden und zwei Entscheidungsrunden einigen.“ Tatsächlich scheint es beinahe unmöglich, die in ausgestellten Werke – teils Bilder, teils Plastiken – zu vergleichen. Stühle, die scheinbar in der Luft schweben, Kunstwerke aus Glas, Holz oder Ton.

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Die weitläufigen Ausstellungsräume bieten „Platz für viel Kunst“, sagt Andrea Viebach, Vorsitzende des Aichacher Kunstvereins und wie Cischek Jurymitglied. Not mache erfinderisch, wird da gewitzelt, denn einfach war es keineswegs, Räume für so viel Ausstellungsmaterial zu finden. Die Raumsuche war die erste große Herausforderung für Viebach nach der Wahl zur Vorsitzenden des Kunstvereins gewesen.

Politische Aussage künstlerisch verpackt

Das Gelände sieht heute aber aus, als wäre es nie für etwas anderes gedacht gewesen. Die großzügigen Hallen sind ideal für fast 60 Kunstwerke in verschiedenen Formen und Größen. Vor den Ausstellungsräumen spielte gestern zur Feier des Tages die Aichacher BigBand Crazy Oak gediegenen Jazz. Doch bevor sich die Künstler und ihre zahlreich angereisten Freunde und Fans entspannen und die Musik und das Buffet genießen konnten, das von freiwilligen Helfern angerichtet worden war, ging es an die Preisvergabe.

Das Gremium bestand neben Viebach und Cischek aus Dr. Erwin Lotter in seiner Funktion als Kulturreferent der Stadt Aichach, der Gewinnerin des Kunstpreises 2010, Isabel Ritter, und Dr. Thomas Elsen von der Kunstsammlung Augsburg. Siegerin Dana Lürken wirkt milde überrascht, aber glücklich: „Geahnt habe ich es nicht, aber gewünscht habe ich es mir natürlich“, sagt sie strahlend.

Ihr Werk „wirkt einfach“, so Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. Er lobt die faszinierende ästhetische Präsenz der öligen Festtafel. Die Gewinnerin verkündet: „Natürlich steckt eine politische Aussage hinter meinem Werk. Daher freue ich mich, dass ich über die Kunst so viele Menschen damit erreichen konnte.“

Die Öffnungszeiten der Ausstellung: Freitags von 16 bis 18 Uhr, Samstags und Sonntags von 14 bis 18 Uhr und in der Museumsnacht am Samstag, 15. Oktober, von 19 bis 24 Uhr.

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aichacher-nachrichten.de/bilder

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