Newsticker
Streit über Corona-Impfstoff: EU-Krisentreffen mit Astrazeneca findet nun doch statt
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Feuerwehr rettet Rehlinger Grundschüler

Einsatz

03.06.2019

Feuerwehr rettet Rehlinger Grundschüler

Über die Fenster und Leitern retteten die Rehlinger Feuerwehrler bei einer Übung die Kinder der zweiten Klasse. Manche fanden das so cool, dass sie sich gleich noch einmal retten lassen wollten.
2 Bilder
Über die Fenster und Leitern retteten die Rehlinger Feuerwehrler bei einer Übung die Kinder der zweiten Klasse. Manche fanden das so cool, dass sie sich gleich noch einmal retten lassen wollten.

Bei einer Übung gewinnen die Helfer wichtige Erkenntnisse. Manches Kind will sich gleich zweimal retten lassen

Das wäre ein Albtraum für jede Schule: „Starke Rauchentwicklung und damit verbunden mehrere im Klassenzimmer eingeschlossene Kinder in der Grundschule.“ So lautete Freitag kurz nach 10 Uhr eine telefonische Meldung der Schulleitung an die Rettungsleitstelle. Diese löste umgehend Alarm aus.

Es dauerte nur kurz, da war schon die Feuerwehrsirene zu hören. Wenige Minuten später waren drei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit 18 Rettungskräften vor Ort. Zum Glück war alles nur eine Großübung.

Weil ein solches Szenario durchaus ein Ernstfall sein könnte, sollten Lehrkräfte und Feuerwehr optimal darauf vorbereitet sein. Dass es schnell so ernst werden kann, erfuhr die Rehlinger Feuerwehr kurz nach Übungsende. Kaum war sie wieder ins Feuerwehrgerätehaus eingerückt, kam ein echter Alarm: Mit 23 Einsatzkräften ging es Richtung Sand zu einem schweren Verkehrsunfall mit Menschenrettung. "Seite 2

In beiden Fällen kam der Situation der Brückentag zugute. Viele Feuerwehrler hatten frei und konnten schnell zum Einsatz kommen.

Doch zurück zum Großeinsatz in der Schule. Die Einsatzleitung mit Kommandant Stefan Limmer und seinem Stellvertreter Dominik Rauscher hatten von Schulleiterin Sabine Weiß die nötigen Informationen erhalten. Demnach war wohl durch einen defekten Kopierer im Gang des Erdgeschosses ein Schwelbrand entstanden, der automatisch das Verschließen der Feuerschutztüre zum Treppenhaus auslöste. Während die Kinder aus den übrigen Klassenräumen mit ihren Lehrern geordnet ins Freie zum Sammelplatz und in Sicherheit gebracht werden konnten, waren 16 Kinder der zweiten Klasse in ihrem Zimmer eingeschlossen. Sie konnten wegen des starken Rauchs die westliche Fluchtleiter durch den Gang nicht mehr erreichen.

Einer der drei Löschtrupps baute eine Schlauchleitung vom Löschfahrzeug. Andere Aktive arbeiteten sich mit Atemschutzgeräten durch den verrauchten Gang zu den Kindern vor. Währenddessen sollten die übrigen Einsatzkräfte die Kinder über Leitern durch die Fenster an der Südseite retten. Zwei Leitern waren angelegt. Im Klassenraum legten Retter den Kindern eine Rettungsleine an, um sie dann nacheinander über die Leiter nach unten zu bringen. Auch wenn es eine Übung war, war bei manchen der Buben und Mädchen doch eine gewisse Ängstlichkeit zu erkennen. Für andere dagegen war das cool – sie wollten sich gleich ein zweites Mal retten lassen. Dann endlich waren alle 16 Kinder in Sicherheit gebracht. Es fehlte nur noch Klassenlehrerin Birgitta Tyroller, die unter Beifall ihrer Schüler unbeschadet in Sicherheit gebracht wurde.

Die Feuerwehr blieb danach noch vor Ort. Denn die Kinder stellten viele Fragen zur technischen Ausrüstung in den Fahrzeugen oder zu den Atemschutzgeräten. Michael Lindermeir und andere Atemschutzkräfte erklärten den Aufbau ihrer Kleidung und Ausrüstung. Ein tolles Erlebnis war es für die Kinder, dass sie mit den Strahlrohren am Schulsportplatz richtig löschen durften.

Schulleiterin Weiß, die Einsatzkräfte und Bürgermeister Alfred Rappel bilanzierten eine gelungene Übung mit vielen Erkenntnissen, die auch im Notfall wichtig sein können. Für die fast 100 Kinder war es vor allem eine willkommene Abwechslung im Schulalltag.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren