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Baar

18.10.2020

Finanzen in Baar stehen auf dem Prüfstand

Ein letztes Mal zahlt die Gemeinde Baar für die Instandsetzung der Uhr am Kirchturm von St. Johannes Baptist in Heimpersdorf (im Bild) und St. Laurentius in Oberbaar.
Bild: Wolfgang Sellmeier (Archivfoto)

Plus Die Gemeinde Baar ist knapp bei Kasse. Deshalb soll jetzt gespart werden. Das trifft unter anderem Hundehalter und Kirchenuhren.

Um die Finanzen der Gemeinde Baar ist es bekanntermaßen nicht allzu rosig bestellt. Deswegen gibt es auch regelmäßig mahnende Worte von Kämmerin Sandy Lichtblau, die den Räten nachdrücklich ans Herz legt, vermeidbare Ausgaben zu streichen und für Einnahmen zu sorgen. Erste Früchte trugen diese Warnungen nun in der Sitzung am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle in Baar, wo Beschlüsse fielen, die sich durchaus finanziell bemerkbar machen sollen.

Mehrheitlich beschlossen die Gemeinderäte, ein letztes Mal für die Instandsetzung der Kirchenuhr von St. Johannes Baptist in Heimpersdorf und von St. Laurentius in Oberbaar aufzukommen. Eine gesetzliche Verpflichtung für die Gemeinde dazu bestehe bereits seit Inkrafttreten der Gemeindeordnung im Jahr 1952 nicht mehr, hieß es. Allerdings plädierte Baars Bürgermeister Roman Pekis für eine „ordentliche Übergabe“ der Uhren und einen Verweis darauf, dass die Kosten letztmalig seitens der Gemeinde getragen würden.

Für die Instandsetzung der Kirchenuhr zahlt die Gemeinde Baar 9000 Euro

Für die Instandsetzung der Kirchenuhr von Heimpersdorf bezahlt die Gemeinde nun rund 9000 Euro. Die Instandsetzung der Oberbaarer Uhr wird 4300 Euro kosten. Doris Niklas stimmte dagegen und erklärte: „Das ist nicht unsere Aufgabe, und Baar hat kein Geld. Mir sind die finanziellen Mittel für die Krippe wichtiger.“ Auch Andrea Winter stimmte gegen den Mehrheitsbeschluss zur Instandsetzung der Kirchenuhren.

300 Jahre ist die Kirche St. Laurentius in Oberbaar.
Bild: Johann Eibl

Auch die Gebühren für Hundehalter werden – nach einem einstimmigen Beschluss – zum 1. Januar 2021 erhöht: Den Neuerlass der Hundesteuersatzung nahmen die Räte zum Anlass, die Hundesteuer für den ersten Hund auf 50 Euro anzuheben und für jeden weiteren Hund auf 75 Euro. Bisher kostete der erste Hund 25 Euro und jeder weitere Hund 50 Euro.

Kläranlage: Josef Reiter will beim Defizit Bürger ins Boot holen

Die Kostenaufschlüsselung, die VG-Kämmerin Sandy Lichtblau bezüglich der Jahresrechnung der Baarer Kläranlage in die Sitzung mitgebracht hatte, wies für 2019 eine überschaubare Differenz von gut 1500 Euro auf. Josef Reiter sagte dazu, das sehe nur auf den ersten Blick gut aus, denn in den Einnahmen sei ein Zuschuss der Brauerei in Höhe von 100.000 Euro verbucht. Eben diese 100.000 Euro seien sonst das Defizit, das die Gemeinde im „operativen Geschäft“ zu stemmen hätte, so Reiter.

Auch wenn die Zahlen in den vergangenen Jahren schwankten, weil beispielsweise die Klärschlammentsorgung (die im Frühjahr 2021 erneut ansteht) nur unregelmäßig zu Buche schlug, war Reiter überzeugt, dass hier die Bürger mit ins Boot geholt werden müssten. Dieter Zach erklärte nach Rückbestätigung durch die VG-Kämmerin, dass nicht etwa eine Nachforderung, sondern eine neue Gebührensatzung die notwendige Folge sein werde.

Eine gute Nachricht in puncto Finanzen brachte Kämmerin Sandy Lichtblau mit in die Sitzung: Bis Mitte Dezember soll die Gemeinde eine Kompensation für die Gewerbesteuermindereinnahmen durch die Corona-Pandemie erhalten. Wie hoch diese ausfallen wird, ist jedoch noch offen.

Am Elendweg werden Bäume gepflanzt

Bürgermeister Pekis berichtete, dass für die Bepflanzung des Elendwegs der „gewaltige Betrag“ von knapp 4500 Euro an Spenden zusammengekommen sei. Der Bürgermeister hat gemeinsam mit Gemeinderat Matthias Schlicker und dem Bauhof die Neuanlage des Feldwegs zur Wallfahrtskirche Maria im Elend in die Hand genommen. Ein Aufruf an die Bürger folgte, in dem Pekis um Spenden für die Anschaffung von Winterlinden, Rotbuchen, Hainbuchen, Ebereschen, Apfelbäumen und Wildbirnen bat – und zwar mit Erfolg. Am 24. Oktober sollen die Bäume nun eingepflanzt werden, einige Spender würden sich zudem mit einem gravierten Schild am Wegesrand verewigen, berichtete Pekis. Er freute sich: „Das wird ein wunderschönes Bild abgeben – danke!“

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