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Jubiläum

11.11.2014

Fischereiverein belebt Gewässer seit 120 Jahren

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Ehrungen zum Jubiläum: (von links) Josef Büchel, Ulrich Krafczyk, Peter Held, Rudi Heinrich, Werner Riedele, Albert Göttle und (sitzend) Erich Decker.

Der Verein ist einer der ältesten in Bayern. Er gründet sich, weil Fischbestand im Raum Aichach damals fast verschwunden ist

Der Kreisfischereiverein Aichach ist einer der ältesten in Bayern. Er feierte am Samstag im Pfarrzentrum mit vielen Gästen seinen 120. Geburtstag. Vorsitzender Rudolf Heinrich gab dabei Einblicke in die momentane Situation und Arbeit der Fischer. Sein dringender Appell an die Landwirtschaft war, die Uferstreifen an den Fließgewässern freizuhalten. Ein weiterer Tagespunkt war die Proklamation von Fischerkönig Peter Held und die Ehrung langjähriger Mitglieder.

Werner Riedele, der durch den Abend führte, sagte: „120 Jahre Kreisfischereiverein Aichach bedeutet 120 Jahre Anglerpassion und Gewässerschutz. Der Kreisfischereiverein war schon im vorigen Jahrhundert ein moderner Verein.“ In seinem Vortrag ging Heinrich auf die Gewässer ein, für die der Verein Fischereirechte hat. Heuer musste die Ecknach mit ihren Quellbächen in Weinsbach, Irschenhofen, Sielenbach und Klingen geräumt werden: „Um die wichtigen Gewässer noch intakt zu halten, brauchen diese ausreichend Uferstreifen“, so der Appell des Vorsitzenden.

Der Kreisfischereiverein gründete sich 1894, weil der Fischbestand aus Ecknach, Paar und Weilach damals fast verschwunden war. Die Quellbäche und Flussläufe waren verbaut, Altwasser trockengelegt und die Gewässer überfischt. Der neugegründete Verein nannte in seiner Satzung als Ziele: Die Situation der Gewässer zu verbessern und mit wertvollen Besatzfischen zu bestücken, die Teichwirtschaft zu fördern und Fischereifrevel zu bekämpfen.

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Der Aichacher Verein sei dieser 120 Jahre alten Satzung bis heute treu, lobte in seiner Festrede der oberste bayerische Fischer, Professor Albert Göttle. Er ist Präsident des Landesfischereiverbands Bayern, dem 875 Vereine und 131000 Mitglieder angehören. Der Aichacher Verein habe bereits vor der Jahrhundertwende für die Fischerei in Ausstellungen geworben, las Göttle aus der Chronik. Er staunte dabei auch über die beachtlichen Fischereirechte der Aichacher und sprach von einer funktionierenden Fischerfamilie. Dem Jubelverein gab er mit auf den Weg, die Stellung in der Gesellschaft noch zu verbessern, und bescheinigte den Fischern eine beachtliche Offensivkraft. Ins Visier nahm er auch die bayerische Landespolitik, die sich bis heute nicht für naturbelassene Gewässerränder entschieden habe. „In den anderen Bundesländern ist das bereits per Gesetz geregelt.“

Landratsstellvertreter Peter Feile gratulierte ebenfalls: „Fischer unterstützen den Naturschutz“, so Feile. Er ermutigte die rund 230 Vereinsmitglieder, sich weiter zu engagieren und ihr Fachwissen einzubringen. Aichachs Dritter Bürgermeister Karl-Heinz Schindler hob hervor, dass Fischereiverein und Kommune eine gute Zusammenarbeit pflegen. „Der Fischereiverein ist ein Verein mit sinnvoller Freizeitgestaltung“, sagte Schindler und lobte die hervorragende Nachwuchsarbeit. „Der Verein engagiert sich im Umweltbeirat der Stadt, betreut die städtischen Gewässer und leistet ehrenamtliche Arbeit beim städtischen Ferienprogramm.“

Der Fischereifachberater des Bezirks Schwaben, Oliver Born, bescheinigte den Aichacher Fischern eine hervorragende Gewässer- und Artenpflege. „Der Ruttenfisch ist wieder da, was sicherlich ein Verdienst des Fischereivereins ist“, sagte Oliver Born. Präsident Albert Göttle zeichnete Vorsitzenden Rudi Heinrich mit der silbernen Ehrennadel des Landesverbands aus. Für Josef Büchel und Erich Decker gab es vom Geschäftsführer des Fischereiverbands Schwaben, Ulrich Krafcyk, für ihre 50-jährige Verbandszugehörigkeit die goldene Ehrennadel. Werner Riedele bekam die Ehrenmedaille in Gold.

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