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Aichach-Friedberg

10.07.2010

Fit für den Klimawandel: Zuschuss für Waldumbau

Expertenrunde im Jungwald: Links Hubert Meßmer, in der Mitte Franz Seitz, Peter Erhard und die Förster Bernhard Breitsameter und Martin Hollfelder. Foto: Martin Golling
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Expertenrunde im Jungwald: Links Hubert Meßmer, in der Mitte Franz Seitz, Peter Erhard und die Förster Bernhard Breitsameter und Martin Hollfelder. Foto: Martin Golling
Bild: Martin Golling

Der Freistaat Bayern stellt ab dem 1. September jenen Waldbauern Geld in Aussicht, die ihre Bestände fit machen für die Zukunft. Im Aichacher Spitalwald wurden die Details vorgestellt. Von Martin Golling

Aichach-Friedberg. Der Freistaat Bayern stellt ab dem 1. September jenen Waldbauern Geld in Aussicht, die ihre Bestände fit machen für die Zukunft.

Jeweils 400 Euro Zuschuss pro Hektar für bis zu zehn Hektar Misch- und Nadelwald je Waldbesitzer, der seinen Privatforst im Hinblick auf den Klimawandel durchforstet. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten (AELF) Augsburg präsentierte diese neuen Förderrichtlinien im Aichacher Spitalwald, also auf dem Gebiet der Waldbesitzervereinigung Aichach (WBV), denn sie hat zusammen mit dem AELF Augsburg das Zustandekommen dieser Förderrichtlinie maßgeblich vorangebracht, wie der stellvertretende Bereichsleiter des AELF, Hubert Meßmer, und der Geschäftsführer der WBV Aichach, Bernhard Breitsameter, bestätigten.

"Eine Förderung, die allen zugute kommt. Wir investieren und bekommen auch noch Geld dafür", freute sich Peter Erhard, erster Vorsitzender der WBV Aichach, für die Waldbesitzer in ganz Bayern - und für die Wälder im Freistaat. Der erste Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwaben, Josef Mack, und deren Geschäftsführer Franz Seitz (auch Direktor der BBV-Geschäftsstelle Augsburg) sehen diese neue Richtlinie ähnlich euphorisch.

Fit für den Klimawandel: Zuschuss für Waldumbau

"Durchforstungen erhöhen immer die Gesamtwertleistung eines Bestandes und sind folglich auch dann sinnvoll, wenn einmal keine Spitzenpreise für das anfallende Holz zu erzielen sind", zeigt Hubert Meßmer die Sicht des AELF. Wer nicht durchforstet, riskiere Wertverluste. Außerdem seien ungepflegte Wälder anfälliger gegenüber Sturm, Trockenheit und Schädlinge, wiederholt Meßmer eine viel zitierte Binsenweisheit.

Jürgen Voith vom Augsburger Papierwerk UPM (früher: Haindl) verweist darauf, dass die Industrie den begehrten, nachwachsenden Rohstoff Holz laufend brauche. Damit seien auch Pflegearbeiten im Sommer sinnvoll. Außerdem seien die Waldbesitzer seit Längerem in der glücklichen Lage, dass ihnen jedes Stück Holz, sei es Papier-, Brenn-, Energieholz und Fixlängen praktisch aus der Hand gerissen werde. Wer jedoch den Hunger der Industrie nach dem begehrten Rohstoff Holz als Ursache für die Zuschüsse für Waldpflege sieht, den belehrt Hubert Meßmer schnell eines Besseren: "Der Umbau unserer Wälder, um angesichts der Klimaveränderungen zu bestehen, muss schneller vorangehen. Deshalb haben wir eine einfache Richtlinie erlassen, die jede Menge individuellen Spielraum lässt."

Beispiele für diese einfache Regelung nennt Meßmer folgende: Im Bestand sind die Zukunftsbäume (Z-Bäume) zu markieren - egal ob dies der Förster, der Waldarbeiter oder der Antragsteller ausführt. Nach der Maßnahme dürfen die Z-Bäume in 1,30 Meter Höhe (entspricht BHD, Brusthöhendurchmesser) durchschnittlich nicht über 22 Zentimeter Durchmesser aufweisen. Ihre Markierung muss nach getaner Arbeit für die Stichprobenkontrolle noch sichtbar sein. Das Ausschneiden von Rückegassen ist nicht vorgeschrieben. Die bezuschussbare Obergrenze pro Waldbesitzer sind zehn Hektar Fläche.

Martin Epp ist als Förster für den Wald in der Aichacher Heilig-Geist-Spitalstiftung zuständig. Sein Kommentar zu dieser Richtlinie: "Jetzt habe ich ein Plus, wenn ich durchforste. Wer jetzt nicht in seine Jungbestände reingeht, der ruiniert das Kapital seiner Zukunft." Von Martin Golling

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