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Prozess

28.10.2015

Flüchtling verletzt 13-Jährigen beim Spielen im Aichacher Freibad

Der Fall, der jetzt vor dem Aichacher Jugendgericht verhandelt wurde, spielte sich im Sommer im Aichacher Freibad ab.
Bild: Niklas Molter (Archiv)

Ein Jugendlicher ist nach dem Vorfall eine Woche krankgeschrieben. Der Angeklagte muss sich auch wegen eines Streits im Asylbewerberheim verantworten.

Ausgeartet ist Anfang Juli ein Ballspiel im Aichacher Freibad. Ein 20-jähriger Asylbewerber hat einen 13-jährigen Aichacher an der Hand verletzt. Ungewollt, wie der Angeklagte gestern vor dem Aichacher Jugendgericht aussagte. Er musste sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen verantworten. Im zweiten Fall ging es um einen Streit im Asylbewerberheim, bei dem der 20-Jährige einen anderen Asylbewerber mit den Fäusten geschlagen haben soll.

Laut Anklage hat der 20-Jährige dem anderen mit der Faust gegen die Stirn, den Hals und mehrmals auf den Rücken geschlagen. Bei der Vernehmung durch die Polizei hatte der 20-Jährige ausgesagt, dass es wegen eines Fahrrads Streit zwischen ihnen gegeben habe. Der Angeklagte war der Meinung, dass der andere sein Fahrrad beschädigt hat. Letzterer hatte aber offenbar wegen der Sprachprobleme die Vorwürfe nicht verstanden. Wie der 20-Jährige damals bei der Polizei aussagte, sei der andere auf ihn losgegangen. „Er hat sich gewehrt und zwei Mal gegen die Brust geboxt“, wiederholte der Polizeibeamte, was ihm der Angeklagte erzählt hatte.

Was sich tatsächlich abgespielt hatte, sei schwierig einzuschätzen, so der Beamte. Zeugen des Vorfalls hatte es keine gegeben und der andere Asylbewerber hatte sich laut einem ärztlichen Attest „bei einer körperlichen Auseinandersetzung eine Halswirbelsäulenzerrung“ zugezogen. Jugendrichter Axel Hellriegel verlas ein Schreiben, laut dem der andere Asylbewerber psychisch extrem angeschlagen sei und unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Für die Polizei ist er kein Unbekannter. „Es hat mit ihm schon in mehrerer Hinsicht Probleme gegeben“, sagte der Polizeibeamte aus. Zur Verhandlung war der andere Asylbewerber nicht erschienen. Er hätte dort als Zeuge aussagen sollen.

Flüchtling verletzt 13-Jährigen beim Spielen im Aichacher Freibad

Ein paar Tage vor dem Streit mit dem anderen Asylbewerber war der Vorfall im Aichacher Freibad. Dort hatte der 13-jährige Aichacher zusammen mit seinem Freund im Wasser Ball gespielt. Der Angeklagte hätte ihnen immer wieder den Ball weggenommen, berichtete der Aichacher. „Ich habe gesagt, dass er aufhören soll, weil wir allein spielen wollen.“ Das hatte der 20-Jährige scheinbar nicht verstanden.

Er habe mitgespielt, sagte er vor Gericht aus. Dass er den 13-Jährigen, als er ihm mit voller Wucht den Ball aus der Hand schlug, verletzte, hatte er scheinbar nicht mitbekommen. „Er hat versucht, den Ball zu erwischen und dabei meine Hand nach hinten gebogen“, sagte der 13-Jährige aus. Rund eine Woche war der Jugendliche danach krankgeschrieben und musste als Stütze für die Hand eine Schiene tragen.

Als ein Mittelding „zwischen bewusster Fahrlässigkeit und überdrehtem Spiel“ werteten Jugendrichter Hellriegel und Staatsanwalt Maximilian Klein den Vorfall. Gegen eine Auflage von 40 Stunden soziale Hilfsdienste und vier Gespräche mit dem Verein „Brücke“ stellte der Jugendrichter das Verfahren ein. Im Fall des Streits mit dem anderen Asylbewerber sprach Hellriegel den 20-Jährigen frei. „Wir wissen einfach nicht, wie es war“, stellte der Jugendrichter fest.

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