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Arbeitsmarkt

01.04.2016

Flüchtlinge sorgen für neue Stellen

Das Wittelsbacher Land eine gute Arbeitsmarktsituation. Besonders für Frauen gibt es viele Möglichkeiten. (Symbolbild) 
Bild: Alexander Kaya

Besonders Frauen profitieren im Wittelsbacher Land vom Zustrom der Asylbewerber. Die Arbeitslosenquote geht im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Aichach-Friedberg Wenn sich Gottfried Denkel, Geschäftsführer des Aichacher Jobcenters, die Arbeitslosenquote im Monat März anschaut, ist er zufrieden: „Wir haben hier im Landkreis Aichach-Friedberg eine sehr gute Situation.“ 2,8 Prozent beträgt die Quote im Wittelsbacher Land. „Im Raum Augsburg steht der Landkreis damit am besten da“, sagt Denkel. „Außerhalb Bayerns wären das Traumquoten.“ 2109 Arbeitslose gibt es im Landkreis insgesamt. Im Vergleich zum März vergangenen Jahres verbesserte sich die Quote um 0,1 Prozentpunkte. 2137 Leute waren damals ohne Arbeit.

Besonders zu den beiden Vormonaten dieses Jahres ist das eine Verbesserung. 3,0 Prozent im Januar und 3,1 im Februar lauteten die Zahlen hier. Denkel erklärt das mit einer „Frühjahrsbelebung“. Es gebe im Landkreis viele Berufe, in denen unter freiem Himmel gearbeitet wird. „Das war im Februar mit dem vielen Schnee schwierig.“ Diese Arbeiten nähmen jetzt aber wieder zu.

Viele neue Stellen im Verwaltungsbereich  

Sehr zufrieden ist er auch mit denPerspektiven für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. „Sie haben von der Schaffung neuer Stellen stark profitiert“, sagt Denkel. Diese Stellen betreffen beispielsweise das Gesundheitswesen, vor allem aber den Verwaltungsbereich. In diesem gibt es durch den Zustrom der Asylbewerber besonders viele neue Stellen. 39,8 Prozent der Arbeitslosen im Wittelsbacher Land sind weiblich, 839 Frauen sind es insgesamt. Eine Verbesserung um fast sieben Prozent zur gleichen Zeit im Vorjahr.

Sogar um 23 Prozent im Vergleich zu 2015 sank die Zahl der Arbeitslosen Jugendlichen im Alter von 15 bis 20 Jahren. „Das liegt auch an der guten Situation von Ausbildungsstellen“, sagt Denkel. Auf einen Jugendlichen kämen demnach 1,3 Stellen, erklärt er.

Was ihm nicht gefällt, ist der Anteil an Langzeitarbeitslosen, die immer noch ohne Job sind. Ein Fünftel beträgt ihr Anteil an der Gesamtquote, insgesamt sind es 426, die sich schwertun, eine neue Stelle zu finden. Im Vergleich zum März 2015 stieg ihre Zahl um 9,2 Prozent. „Die Integration der Langzeitarbeitslosen wird immer schwieriger, je länger sie keine Arbeit haben“, erklärt Denkel. Besonders, wenn sie über 50 Jahre alt seien, werde es kompliziert, sagt er: „Oft gibt es Hemmungen, Leute einzustellen, die älter als 50 sind.“

Viele arbeitssuchende Flüchtlinge im Landkreis

Ähnlich wie die Zahl der Langzeitarbeitlosen stieg die Summe der Hartz-IV-Empfänger. 668 sind es insgesamt, 68 mehr als im Vorjahr. Der Grund dafür seien die Flüchtlinge, erklärt Denkel. 66 arbeitssuchende Asylbewerber gibt es derzeit im Landkreis Aichach-Friedberg. „Würde ich diese vom Februar-Wert abziehen, hätten wir sogar eine positive Entwicklung der Hartz-IV-Empfänger-Zahlen“, sagt Denkel dazu. Insgesamt beträgt der Anteil der Ausländer an den Arbeitslosenzahlen fast 20 Prozent.

Das Hauptproblem sei, die Flüchtlinge an Arbeitgeber zu vermitteln. Kenntnisse der deutschen Sprache oder auch der lateinischen Schrift fehlten ihnen oft, genauso wie die fachliche Eignung für die Berufe. „Wenn wir es schaffen, bis zum Jahresende zehn Prozent von ihnen zu vermitteln, sind wir froh“, sagt der Geschäftsführer. Er zweifelt aber daran, dies zu erreichen. Trotzdem habe er sehr positive Erfahrungen“ mit den Flüchtlingen gemacht. Sie seien ein „kleines Konjunkturprogramm“, das Arbeitsplätze schaffe.

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