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Ausstellung

27.09.2019

Fotografieren ist Malen mit Licht

Ästhetische Architektur mit Licht und Schatten zeigen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Joachim Feldmeier im Aufenthaltsraum im 2. Obergeschoss (Bild links). Im Fokus der Aufnahme in der Bildmitte steht die neuapostolische Kirche in Aichach. Außergewöhnliche Aufnahmen an einem außergewöhnlichen Ort finden außergewöhnliche Beachtung – auf dem Bild rechts die Schwarz-Weiß-Reproduktionen von Franz Achter zum Thema „Aichach um 1930“.
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Ästhetische Architektur mit Licht und Schatten zeigen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Joachim Feldmeier im Aufenthaltsraum im 2. Obergeschoss (Bild links). Im Fokus der Aufnahme in der Bildmitte steht die neuapostolische Kirche in Aichach. Außergewöhnliche Aufnahmen an einem außergewöhnlichen Ort finden außergewöhnliche Beachtung – auf dem Bild rechts die Schwarz-Weiß-Reproduktionen von Franz Achter zum Thema „Aichach um 1930“.

Vier Fotokünstler präsentieren ihre Arbeiten im Aichacher Krankenhaus. Ihre Werke könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Titel der Schau lautet „Drei plus eins“. Das lässt viele Interpretationen zu

„Wenn’s im Wittelsbacher Land um Kunst geht, ist die Resonanz immer besonders groß.“ Zu dieser Erkenntnis kommt Landrat Klaus Metzger angesichts der zahlreichen Besucher, die zur Eröffnung der Fotoausstellung „Drei plus eins“ den Empfangsraum im Aichacher Krankenhaus füllten. Dort stellen ab sofort im Treppenhaus und im Obergeschoss die vier Fotokünstler Claudia Neumüller ( Schiltberg), Joachim Feldmeier (Aichach-Ecknach), Franz Achter (Aichach-Untergriesbach) und Manfred Gorus ( München) ihre Arbeiten aus.

Eingangs loben sowohl der Landrat als auch der stellvertretende ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Heiko Methe, die Qualität der Arbeiten. Die Fotoausstellung gebe Patienten, aber auch Besuchern und Mitarbeitern die Möglichkeit, für einen Augenblick abzuschalten. Metzger sprach von einer „Ablenkung auf ganz hohem ästhetischen Niveau“.

Der Ausstellungstitel „Drei plus eins“ kann vielfach interpretiert werden: Drei aus dem Wittelsbacher Land und ein Münchner? Drei Fotografen und ein Foto-Reproduzierer? Drei Männer und eine Frau? Bei der Ausstellungseröffnung ergriff mit Claudia Neumüller die Frau unter den vier Hobbykünstlern das Wort. Sie verstehe das Fotografieren als „Malen mit Licht, Leidenschaft, Poesie und Sinnlichkeit“ und bedankte sich für die Möglichkeit zu beweisen, dass „auch Fotografie ein Teil der Kunst“ sein kann.

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Dass diese Aussage sehr wohl auf die Werke der vier Fotografen zutrifft, zeigt sich bei einem Rundgang eindrucksvoll. „Außergewöhnliche Aufnahmen an einem außergewöhnlichen Ort“ – so ließe sich der erste Eindruck überschreiben.

Im Treppenhaus dominieren die Arbeiten von Manfred Gorus. Der hauptberufliche Lokführer aus München hat sich vor einigen Jahren auf Porträtaufnahmen spezialisiert und sogar zwei seiner weiblichen „Models“ zur Eröffnung mitgebracht. Eindrucksvoll hält Gorus die feinen Gesichtszüge und anmutigen Bewegungen seiner Modelle in weichen Schwarz-Weiß-Tönen und in Farbe fest. Auch seine großformatigen Landschaftsaufnahmen, zum Beispiel die mit der Linse eingefangene Wolkenbruch-Stimmung bei „Haus am See“, verdienen Anerkennung.

Beeindruckend und zum Genauerbetrachten sind auch die Schwarz-Weiß-Reproduktionen von Franz Achter. Insbesondere in der Krankenstation im Obergeschoss zeigt der Fotosammler mehrere Serien zum Thema „ Aichach um 1930“. Alte Stadtbilder und Szenen aus dem Alltag wechseln sich ab mit Porträt-Aufnahmen Aichacher Bürger.

Die Personen rücken bei den Werken von Joachim Feldmeier in den Hintergrund. Dennoch präsentiert er sich sehr vielseitig. In einem Aufenthaltsraum im Obergeschoss bringt er in bewusst hartem Schwarz-Weiß ästhetische Architektur mit Licht und Schatten zur Geltung. In der Krankenstation lässt er in seiner „Wassercolor“-Serie kräftige Farben im Wasser spiegeln. Und bei seinen Strandbildern aus St. Peter-Ording vermittelt er in entsättigtem Schwarz-Weiß eine weiche, ruhige, herbstliche Meeresstimmung, bei der man eine leichte Brise erahnen kann.

Claudia Neumüller aus Schiltberg hat – mit dem Blick auf das Besondere – unter anderem die Ostsee im Fokus. Beachtenswert sind nicht nur ihre kreisenden Möwen mit dem Titel „Die Vögel“, aufgenommen mit einer Analog-Kamera. In ihren Fotografien spielt sie mit einzigartig eingefangenem Licht, das sie in kräftigen Farbtönen zum Ausdruck bringt. Dass Neumüller auch ein Auge für die Kunst im Alltag hat, beweist sie mit ihren besonderen Perspektiven verschiedener Treppenhäuser.

„Drei plus eins“ ist in den frei zugänglichen Stationen des Aichacher Krankenhauses noch bis Februar 2020 zu sehen.

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