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Premiere

29.11.2016

Freches Stück mit Kasperl-Landler

Kritisch und cool verfolgen die Mitglieder des Trachtenvereins den rasant getanzten Kasperl-Landler von Toni und Fritz (Isidor und Martin Held).
Bild: Martin Golling

Theaterverein Aindling setzt mit dem Stück „Obandlt is!“ auf flotte Dialoge, passende Musik und einen Schuss Akrobatik

Was waren das doch für gute Zeiten, als der Komödienstadel mit Michl Lang, Ernie Singerl, Beppo Brehm und Co. über die Mattscheibe flimmerte. Aber: Vergessen sie’s! Und schauen sich dafür lieber das Stück „Obandlt is!“ der Volksbühne Aindling an. Frech, mit zügig und prägnant einstudierten Dialogen, dazu passender Mimik und Gestik und sogar mit einem Schuss sportlicher Akrobatik verpasste das Dutzend Darsteller den knapp 150 Premieren-Zuschauern einen vermutlich nachhaltigen Zwerchfell-Muskelkater.

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Eigentlich ist die Bühne im Moosbräusaal für „Obandlt is!“ schlicht zu klein. Doch zauberten die Bühnenbauer eine verschiebbare Wand zwischen Hofstelle und Wohnstube des Milchbauern Gustl. Außerdem vergrößerten Walter Pasker, Isidor Held junior im Zusammenspiel mit den Technikern Wolfgang Rieder und Stephan Paula die bestehende Bühne. Dafür gingen 20 Zuschauerplätze verloren. „Deshalb machen wir heuer eine Zusatzvorstellung am Sonntag, 11. Dezember, um 19 Uhr“, erläutert Helene Wagner schon bei der Kartenausgabe die Zusammenhänge.

Im Stück selbst steckt Milchbauer Gustl (Stefan Ohm) schwer in Not, denn die marode Straße zu seinem Hof erschwert den Export des hier produzierten Käses in den Nachbarort. Selbst das Taxi lässt deshalb die erwarteten Sommerfrischler, Evi Herzog (Sylvia Seitz) und ihre Mutter Lieselotte (Andrea Rohn), einen Kilometer vor dem Hof zu Fuß weiterlaufen. Die Münchner Soziologin Evi will hier mit Studien zum bäuerlichen Heiratsverhalten ihre Doktorarbeit abschließen. Ein idealer Ort, denn Gustl fungiert als Vorsitzender des hiesigen Trachtenvereins und seine Tochter Vroni (Simone Gross) ist im heiratsfähigen Alter. Gleich zu Beginn stellt Evi mit Erstaunen fest, dass gleich zwei Liebhaber sich um die hübsche Bauerntochter bemühen, was ihre Mutter zur Aussage treibt, dass „die elementaren Grundregeln von Sitte und Anstand auf dem Land noch nicht richtig Einzug gehalten haben“. Da findet die schlitzohrige Magd Peppi, unnachahmlich verkörpert von Hannelore Wolf, heraus, „dass die Schdodara unser Heiratsgschäft ausforschen mächten“.

Freches Stück mit Kasperl-Landler

Gleich trommelt der Gustl seinen Verein zusammen, „um dene an Bärn aufzubinden, dass in hundert Johr no drodenka“. Hängenbleiben werden jedem Besucher des Theaters sicher einige Stellen im Stück, zum Beispiel die Musik von Jürgen Fuchs (Akkordeon) und Christian Sauerlacher (Tuba). Die Szene mit dem akrobatischen Tanz zum „Kasperl-Landler“ wird auf alle Fälle noch länger für Gesprächsstoff sorgen.

Weitere Vorstellungen von „Obandlt is!“ im Moosbräu Aindling gibt es am Samstag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr, und am Sonntag, 4. Dezember, um 17 Uhr. Die Zusatzvorstellung findet am Sonntag, 11. Dezember, um 19 Uhr statt. Karten werden wie bisher bei Schreibwaren Stevens verkauft.

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