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Robin Hood in Schiltberg

17.06.2018

Freilichttheater: Wer ist hier der Anführer?

Robin Hood (vorne) mit den befreiten Frauen aus den Händen des Sheriffs auf der Freilichtbühne in Schiltberg.
Bild: Erich Echter

Der Hofberg-Freilichttheaterverein Schiltberg feiert die Premiere seines Stücks „Robin Hood“. Darin bekommt es der Held mit Konkurrenz zu tun.

Um einen Spruch verlegen sind die vogelfreien Frauen rund um „Robin Hood“ nie. Sie sind selbstbewusst und greifen aktiv in das Geschehen mit ein. Am Freitag hatte das Stück, das die beiden Regisseure Hans und Afra Kriss eigens für den Hofberg-Freichlichttheaterverein in Schiltberg schrieben, Premiere. Bei der Aufführung im ausverkauften „Hofberg-Forest“ beeindruckte die Zuschauer nicht nur die gewaltige Eiche, die die Heimat der Vogelfreien ist.

Es ist, als ob sich auf der Freilichtbühne das Leben in einem mittelalterlichen Dorf entfalten würde. Während die Stadtwache des Sheriffs von Nottingham (Tobias Wenhard) einen Galgen aufbaut, beobachten die Bürger das Geschehen oder gehen ihren Beschäftigungen nach. Alles wirkt ganz natürlich. Daran haben die rund 45 Statisten unter den 85 Mitwirkenden großen Anteil. Sie sind immer präsent, untermalen das Geschehen auf der Bühne. Denn eigentlich dreht sich ja alles um Robin Hood (Hermann Finger junior), den Anführer der Vogelfreien. Aber halt. Der alleinige Anführer ist er in der Geschichte, die das Ehepaar Kriss aus mehreren Balladen zu einem Theaterstück zusammenschrieb, nicht. Marian (Lisa Koppold), die im Stück eine Müllerstochter ist, kann man getrost ebenfalls als Anführerin bezeichnen. Oft scheint sogar sie das Heft in der Hand zu haben.

„Anführer ist, wer als Erster aufwacht und ein gutes Motto für den Tag auswählt“, beschreiben die Vogelfreien ihre Gesellschaftsordnung. Sie kämpfen gegen Ungerechtigkeit und gegen Autoritäten, nehmen den Reichen und geben den Armen. Das Motto für diesen Tag ist übrigens „Apfelpflücken“. Die Vogelfreien wollen die Verurteilten vom Galgen „pflücken“. Was ihnen, gewitzt wie sie sind, natürlich gelingt.

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Die Bühne ist in drei Schauplätze unterteilt. Da ist zum einen die Burg des Sheriffs mit dem großen Balkon, von dem aus er seine Anweisungen erteilt. Von dort aus überblickt er den Marktplatz, der sich zum Beispiel bei der großen Prozession in einen zweiten Schauplatz verwandelt. Und die große Eiche, eine eigens für die Aufführungen angefertigte Holzkonstruktion, die den Wald von Sherwood symbolisiert, stellt eine weitere Szenerie dar. Auf drei Ebenen sind die Vogelfreien hier unterwegs. Neben dem Kampf für Gerechtigkeit interessiert sie vor allem eines: das Essen. Sie scheinen immer hungrig zu sein. Die Zuschauer lachen, als Bruder Tuck (Christian Huber) den Speiseplan in Form eines kirchlichen Singsangs verkündet.

Das sind lustige Momentaufnahmen, die die Regisseure in die Geschichte einbauten. Denn eigentlich dreht sich alles darum, dass der Sheriff von Nottingham den Kelch von Rattingdorough in die Hände bekommen will. Ihn braucht John Ohneland, der Bruder des Königs, um selbst den Thron besteigen zu können. Das wollen Sir Thomas of Allingtonhill (Martin Lechner) und sein Sohn Steven (Josef Stegmair) zusammen mit den Vogelfreien verhindern. Doch die Zeit drängt. Rosemary Deerbud (Anita Breitsameter), der Braut von Steven und Geisel des Sheriffs, droht die Zwangsheirat mit Sir Guy of Gisborne (Tobias Ladewig). Und dann zerstreiten sich Robin Hood und Marian über die Art und Weise, wie sie vorgehen wollen.

Werden die beiden sich wieder vertragen? Und bleibt Richard Löwenherz (Franz Schmid) König? So viel sei schon mal verraten: Es wird nicht nur ein Richard Löwenherz auf der Bühne stehen. Von den Zuschauern gibt es immer wieder Szenenapplaus. Sie sind beeindruckt, wie reibungslos das Zusammenspiel zwischen den vielen Statisten und Darstellern funktioniert, die auf der Bühne ein lebendiges Bild entstehen lassen.

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