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Gedenktag

16.11.2018

Freunde – 100 Jahre nach dem „Großen Krieg“

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La Haye-Pesnel lädt Pöttmeser Partner zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs ein. Eine fünfköpfige Delegation aus der Marktgemeinde nimmt daran teil und erlebt eine bewegende Feier in Frankreich

Im Juli hatte Alain Navarret, Bürgermeister von La Haye-Pesnel, eine besondere Einladung ausgesprochen. Er lud die Pöttmeser offiziell ein, an der 100-Jahr-Feier zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs in der Partnerstadt teilzunehmen. Bürgermeister Franz Schindele und vier Mitglieder des Partnerschaftskomitees erlebten dort jüngst eine bewegende Veranstaltung.

Ganz Frankreich gedachte an diesem Tag der Millionen Toten des Ersten Weltkrieges, der vier Jahre lang, von 1914 bis 1918, nicht nur Frankreich und Deutschland in ein fürchterliches Gemetzel gestürzt hatte. Zahlreiche andere Länder wurden in die Auseinandersetzungen hineingezogen, bevor weitere Kriege unendliches Leid über die Völker brachten. Am 11. November jährte sich zum 100. Mal der Waffenstillstand eines Krieges, der in Frankreich als „la Grande Guerre“ – der Große Krieg – bezeichnet wird.

Dass ein übersteigerter Nationalismus, ausgehend von deutschem Boden, Elend und Verderben brachte, dass die Beziehung von Deutschland und Frankreich jahrelang mit dem Begriff des „Erbfeindes“ behaftet war, mache die Aussöhnung und Versöhnung beider Völker umso kostbarer, betonte Bürgermeister Franz Schindele sinngemäß in seiner Ansprache. Er sprach von einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte und davon, dass die französisch-deutsche Zusammenarbeit in vielen Bereichen die europäische Integration maßgeblich vorangetrieben habe.

Ähnlich äußerte sich sein französischer Kollege Navarret. Beim offiziellen Empfang und beim Mittagessen mit 300 geladenen Gästen, darunter zahlreiche Bürger aus La Haye-Pesnel und Umgebung, dankte er vor allem für das Vertrauen und die gewachsene, aufrichtige Freundschaft, die beide Kommunen miteinander verbinde. Empfand es die fünfköpfige deutsche Delegation als eine Ehre, an den Feierlichkeiten teilnehmen zu dürfen, so waren auch auf französischer Seite die Emotionen zum Greifen nah. Das zeigte nicht nur der Händedruck der Honoratioren mit den Kriegsveteranen am Kriegerdenkmal. „Nach der offiziellen Feier kamen viele Bürger aus La Haye-Pesnel zu mir und bedankten sich für unser Kommen“, so Franz Schindele.

Die Gedenkveranstaltung hatte mit einer feierlichen Messe in der örtlichen Pfarrkirche begonnen. Im Festumzug ging es dann zum Kriegerdenkmal vor dem wuchtigen, mehrfach beflaggten Rathaus. Zu den Ehrengästen gehörten örtliche und überörtliche Mandatsträger. Die Musikkapelle La Lucernaise unter Leitung von Serge Lemaitre umrahmte die Feier. Ein Veteran erwähnte namentlich alle im Ersten Weltkrieg gefallen Soldaten aus La Haye-Pesnel und erinnerte an die Opfer der weiteren Kriege. Die Schulkinder intonierten die Nationalhymne La Marseillaise, in die alle Anwesenden einstimmten.

Zur Pflichtaufgabe eines jeden französischen Bürgermeisters gehört es, an dem Gedenktag die offizielle Rede des Präsidenten vorzulesen. Das tat auch Alain Navarret. Emmanuel Macrons Botschaft und Appell richtete sich primär an die heutige Generation. Das vereinte Europa, das über die französisch-deutsche Aussöhnung geschmiedet worden sei, sei mehr denn je ein zerbrechliches Gut. Der Friede bleibe brüchig, zumal nationalistische und totalitäre Strömungen am Werk seien und die Gemeinschaften demokratischer Länder bedrohten. Aus Erfahrung wisse man, wie schnell die multinationale Ordnung zusammenbrechen könne. Den Gedanken der Wachsamkeit und der Achtung der Menschenrechte hatte auch Schindele in seiner Ansprache aufgegriffen. Im Kontext der seit 37 Jahren vorbildlich gelebten Freundschaft mit La Haye-Pesnel betonten beide Bürgermeister den hohen Stellenwert ihrer Partnerschaft. Entsprechend richtete sich ihr Dank an die Bürger beider Kommunen, die mit Herzblut und Engagement die Freundschaft am Leben hielten.

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