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Geschichte

18.11.2016

Front-Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg

Josef Strasser (Zweiter von rechts) als Geschützführer bei Woronesch. Er hat seine Kriegserinnerungen sehr anschaulich aufgeschrieben.

Christine Schwarz liest aus Aufzeichnungen ihres Onkels vor

Aus den persönlichen Aufzeichnungen ihres Onkels Josef Strasser (1910–1995) aus Volkersdorf über dessen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg las Christine Schwarz aus Unterwittelsbach (Stadt Aichach) kürzlich beim Geschichtsstammtisch des Heimatvereins Aichach vor. Es handelte sich dabei um die Erlebnisse eines Einzelnen, die aber so ähnlich Millionen anderer Soldaten auch erlebt hatten.

Es ist für uns heute sicherlich nicht nachvollziehbar, wenn Strasser von Winterkämpfen in Russland im Dezember 1941 ohne Winterkleidung bei 40 Grad Kälte schrieb. Ein Marsch über 45 Kilometer musste unter diesen Umständen an einem Tag durchgeführt werden. Strasser schrieb von Schneestürmen, bei denen ein deutsches Essensfahrzeug die Orientierung verlor und zur russischen Front fuhr. Im Juli 1942 stand Strasser als Geschützführer bei Woronesch (Russland) am Don. Fast alle Wälder seien dort abgeholzt gewesen. Er gehörte zur 6. Armee, konnte aber der Einkesselung gegen Ende 1942 entgehen. Josef Strasser geriet gegen Ende des Krieges in russische Gefangenschaft. Aus seinen Aufzeichnungen war zu entnehmen, dass er an die Tschechen überstellt wurde und im Uranbergwerk in St. Joachimsthal (Jáchymov) in der Tschechoslowakei arbeiten musste. Ein Schicksal, das an diesem Abend nicht vertieft wurde, das aber noch einer Aufarbeitung bedarf. In diesem Bergwerk mussten auch noch andere deutsche Kriegsgefangene aus dem Altlandkreis Aichach Zwangsarbeiten verrichten. (AN)

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