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Kirche

30.04.2015

Für den Organisten wird ein Traum wahr

Weiß gebeizte Eiche und Ebenholz: Die neue Orgel der Anwaltinger Kirche ist ein Schmuckstück. Darüber freuen sich Max Strobl an der Orgel, dahinter Rosmarie Sedlmeir, Alfred Amrhein, Werner Zwick und Ingrid Mägele.
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Weiß gebeizte Eiche und Ebenholz: Die neue Orgel der Anwaltinger Kirche ist ein Schmuckstück. Darüber freuen sich Max Strobl an der Orgel, dahinter Rosmarie Sedlmeir, Alfred Amrhein, Werner Zwick und Ingrid Mägele.
Bild: Christine Schmid-Mägele

Max Strobl freut sich über die neue Orgel in Anwalting. Sie wird am Sonntag geweiht und ist Symbol für zwei Jubiläen

Für den ehemaligen Kirchenpfleger und Organisten Max Strobl erfüllt sich am Sonntag ein Traum, den er seit rund 15 Jahren hatte: eine neue Orgel in der Anwaltinger Kirche. Schon zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es die ersten Spendenaufrufe. Es existierten Planungen für eine Erweiterung der Sakristei und die Sanierung von Turm und Dach der Kirche St. Andreas. Durch den Kirchenbrand im Jahr 2010 veränderte sich die Situation aber vollständig.

Die alte Orgel in der Anwaltinger Kirche war wohl um das Jahr 1850 entstanden. Man überlegte lange, was mit dem Instrument, das unter Denkmalschutz stand, passieren sollte: mit hohem Kostenaufwand renovieren oder in eine neue Orgel integrieren? Diese Frage stellte sich nach dem 10. Februar 2010 nicht mehr. Denn die Orgel war durch Ruß und Hitze so sehr beschädigt worden (teilweise waren sogar Pfeifen geschmolzen), dass nur noch eine neue Orgel infrage kam.

Der Einbau einer neuen Orgel kann – verglichen etwa mit der Lebensdauer vieler Orgeln im Wittelsbacher Land – als ein Jahrhundertereignis bezeichnet werden. „Als Organist freut es mich ganz besonders, dass im 50. Jahr meiner Organistentätigkeit in Anwalting die Weihe der neuen Orgel stattfindet“, betont deshalb Max Strobl. Für die Anwaltinger Kirchenverwaltung und deren Vorgänger bedeuteten die Kirchenrenovierung und die Anschaffung des Instrumentes freilich auch viel Arbeit. Nachdem die Orgel erstmals am Ostersonntag erklang, waren nicht nur die Kirchenbesucher, sondern auch Pfarrer Max Bauer sichtlich beeindruckt. „Nachdem wir lange Zeit keine Kirchenorgel hatten, wird jedem erst bewusst, was uns gefehlt hat und man ist vom Klang der Orgel noch viel mehr beeindruckt“, sagt der Geistliche. Er bedankt sich zusammen mit der Kirchenverwaltung bei allen Spendern und Helfern.

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Die neue Anwaltinger Orgel ist für den Thierhauptener Orgelbaumeister Franz Schreier sein Jubiläumswerk zum 25-jährigen Bestehen seiner Firma Orgelbau Franz Schreier und gleichzeitig auch sein Opus 32. Die Orgel besteht aus 865 Pfeifen. Davon sind 128 aus Holz angefertigt.

Die längste Pfeife im Bass misst knapp drei Meter – das kleinste Pfeifchen hat eine Länge von nur acht Millimeter. Das Klangspektrum der neuen Orgel ist erstaunlich groß. Die Orgel ist gewissermaßen ein Zusammenspiel aus Elektronik und Mechanik und man kann sie als ein kleines Wunderwerk der Physik bezeichnen: Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur ist elektrisch angelegt.

Das Gehäuse besteht aus weiß gebeiztem Eichenholz, der Spieltisch aus Ebenholz. Eine Besonderheit ist auch, dass der Spieltisch geheizt werden kann. Die Registerzusammenstellung der Orgel erarbeitete Franz Schreier mit Pater Stefan Kling, dem Leiter des Amtes für Kirchenmusik, Augsburg, und Max Strobl.

Wer die neue Anwaltinger Orgel hören möchte, kann dies zum einen beim Gottesdienst zur Orgelweihe tun oder auch beim Orgelkonzert am Nachmittag des gleichen Tages: Dabei wird Pater Stefan Kling, Leiter des Amtes für Kirchenmusik der Diözese Augsburg, die Klangvielfalt demonstrieren.

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