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Bürgerversammlung II

16.11.2016

Funkmast beunruhigt die Anlieger

Rund 100 Besucher konnte Rehlings Bürgermeister Alfred Rappel (vorne Mitte) zur Bürgerversammlung willkommen heißen – so viele wie seit Jahren nicht mehr.
Bild: Josef Abt

Behörden suchen Standort an der Lechrainkante. Es regt sich Widerstand in der Bevölkerung

Wider Erwarten blieben die Wortmeldungen zur neuen Kläranlage und deren Finanzierung in der Rehlinger Bürgerversammlung aus. Einige der Anwesenden interessierten sich dafür umso mehr für einen geplanten Sendemast zur flächendeckenden Versorgung des sogenannten Behördenfunks.

Wie berichtet, ging es jüngst im Gemeinderat um eine Standortsuche für den rund 30 bis 40 Meter hohen Funkmast. Dieser Mast muss auf der Lechrainkante, also östlich der Staatsstraße Sand-Mühlhausen zwischen Unterach und Scherneck aufgestellt werden. Damit soll eine sichere Funkverbindung zwischen den bereits bestehenden Funkstationen gewährleistet werden.

Dieser neue Funkmast ist in westlicher Richtung des Baugebietes „Buchenweg“ an der Hangkante „beim Gockel“ geplant. Bewohner von dort forderten Informationen von Bürgermeister Alfred Rappel. Dieser betonte, die Gemeinde habe hier keinen Einfluss und selbst bei einem „Nein“ sei der Bau wohl nicht zu verhindern, lautete die Antwort auf bohrende Fragen.

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Auch Gemeinderat Hubert Limmer wohnt in nächster Umgebung (etwa 250 Meter zum geplanten Standort). Er hatte sich schon im Vorfeld intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Limmer informierte bei der Bürgerversammlung ausführlich über diesen sogenannten „Tetra-Funk“, der deutschlandweit eingeführt werden soll. Limmer betonte, dass eine lückenlose Funkverbindung im Ernstfall für alle Menschen wichtig sei. „Doch dies kann auch mit einer anderen Technik oder anderem Standort gelöst werden“, war seine Meinung. Er befürchtete eine massive Gesundheitsstörung für die Anwohner. Außerdem seien auch Kindergarten samt Schule in nur rund 500 Metern Entfernung. Laut Limmer gibt es sogar eine Ärzteinitiative „Stoppt Tetrafunk“. „Welche Meinung hat der Gemeinderat dazu?“, lautete eine Frage aus der Versammlung. Das Thema blockte Bürgermeister Rappel ab mit dem Hinweis, dass die Gemeinde keinen Einfluss habe. Die Entscheidung hänge auch von den betreffenden Grundstücksbesitzern ab.

In einer weiteren Wortmeldung wurde moniert, dass die Friedhofszufahrt bei der Kirche oft durch parkende Fahrzeuge verstellt ist. Deshalb konnte kürzlich ein angeforderter Sanka während eines Gottesdienstes nicht einfahren. Laut Rappel wird das Parkverbot ignoriert. Man könne nur an die Vernunft appellieren.

Durch den seiner Meinung nach zu geringen Sandabbau in der gemeindlichen Sandgrube beim Hardhof befürchtet ein Bürger eine schnelle Verfüllung durch Bauschutt. Außerdem lieferten zu viele Auswärtige Bauschutt und Gartenabfälle an. Dies dürfte aber nach Aussage Rappels nicht sein.

Kritisiert wurde das zu schnelle Fahren im Ortsbereich von den großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Die obligatorische Frage kam erneut: Wie steht es mit dem Nitrat- und Urangehalt des Rehlinger Trinkwassers? Bernhard Jakob, Zweckverbandsvorsitzender, betonte, dass seit Februar das neue Schutzgebiet für den Flachbrunnen III im Lechfeld ausgewiesen ist. Nun greift das Gülleverbot für die festgelegten Zonen. In der kommenden Woche läuft der neue Tiefbrunnen (Brunnen vier) im Probebetrieb. Dieses Tiefenwasser wird zu 50 Prozent mit dem Wasser aus dem Flachbrunnen gemischt. Man hofft, dass sich der in der Testphase erhöhte Eisenmanganwert beim Tiefbrunnen im Zuge der anlaufenden Förderung normalisiert. Sonst ist eine Aufbereitungsanlage nötig. Der Uranwert aus dem Flachbrunnen werde durch die Mischung wohl halbiert. Laut Jakob dürfte man dann bei der Hälfte des zulässigen Grenzwertes liegen.

Am Montag, 21. November, findet von 13.30 bis 14.30 Uhr im Rathaus eine Bürgersprechstunde mit CSU-Landtagsabgeordneten Tomaschko statt (Anmeldung 08233/793410). (at)

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