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Aichach

18.05.2020

Galerie Schiele in Aichach zeigt trotz Corona neue Kunstwerke

Frei geformt sind die Glaskörper wie dieser „Arco in Sol maggiore“. An beiden Enden des Bogens sind die Schriftzeichen zu erkennen.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Eine Vernissage gibt es in der Werkstatt-Galerie Schiele in Aichach nicht, aber eine neue Ausstellung von Wolfgang Mussgnug. Was seine Arbeiten vermitteln.

Die lebendigen Farben fallen bei Wolfgang Mussgnugs Arbeiten als Erstes auf. Verspielt und trotzdem voller Kraft wirken seine malerischen Elemente. Bei seinen Glasskulpturen steigert das Licht die Tiefe der Objekte. Genau hinsehen muss der Betrachter, um die „transparenten Botschaften“, so der Titel seiner Ausstellung in der Werkstatt-Galerie Schiele in Aichach, auf den Arbeiten zu entdecken.

Ulrike Schiele hat wegen der Corona-Krise auf die obligatorische Vernissage verzichtet. Auf die längst geplante Schau verzichten wollte sie indes nicht.

Aichach: Das ist in der Galerie Schiele zu sehen

So bekommt der Besucher ihrer Werkstatt-Galerie nun einen Eindruck von den Botschaften, die aussehen wie kryptische Schriftzeichen, die typisch für Mussgnugs Schaffen sind. Die Verbindung von bildnerischen und sprachlichen Ebenen durchzieht die ausgestellten Stücke. Bei den Glasarbeiten ebenso wie bei den Zeichnungen oder in der Malerei. Sie sollen Gedanken vermitteln, eine Geschichte erzählen. Gerade wegen ihrer verschlüsselten Form regen die Schriftzeichen dazu an, sich eigene Geschichten zu überlegen. Hier spiegelt sich wahrscheinlich die philosophische Prägung des gebürtigen Nördlingers.

Viel Freiraum für Geschichten, wie hier bei „Novellen“, lassen die farbigen Elemente und die Schriftzeichen in den Zeichnungen von Wolfgang Mussgnug.
Bild: Gerlinde Drexler

Er studierte unter anderem Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten in Heidelberg und München. Seit 1984 ist Mussgnug als freischaffender Künstler tätig, seit 1908 beschäftigt er sich mit Glasmalerei. Seine Glasobjekte stellt er seit fast 20 Jahren in einer Glasbläserei auf der italienischen Insel Murano bei Venedig mit seinem vertrauten Team her.

Ausstellung in der Galerie Schiele zeigt Mussgnug

Die Affinität des Künstlers zu Italien spiegelt sich in seinen Farben, in den Titeln der Ausstellungsstücke und in seinen Glasarbeiten. Mussgnug sagt selbst: „Das Material Glas ermöglicht mir in meiner künstlerischen Arbeit die glückliche Fügung von Fragilität und Farbkraft, von Transparenz und Massivität, von Ästhetik und reduzierter Form. Das Licht steigert die Tiefe der Objekte und lässt hinter und in die Dinge schauen.“

Für den farbigen Innenkörper wird zuerst bei rund 1400 Grad die Grundform geblasen, die noch transparent ist. Der auf etwa 900 Grad abgekühlte Körper wird dann über farbige Glasstücke, die Mussgnug auf seinem Entwurf ausgelegt hat, gerollt. Mussgnug muss hier schnell und präzise arbeiten, damit das Glas nicht zu sehr abkühlt. Die farbigen Glasstücke bleiben haften und verschmelzen mit dem Glaskörper, wenn der noch einmal erhitzt wird. In einem letzten Schritt wird das farbige Element in den transparenten Glaskörper geschoben, wo es dann wie in einem Kokon sitzt.

Viel Freiraum um die einzelnen farbigen Elemente lässt Mussgnug auch bei seinen Zeichnungen und Bildern. Mussgnug arrangiert hier abstrakte, grafische und gegenständliche Elemente – und natürlich seine kryptisch wirkenden Schriftzeichen.

Öffnungszeiten Die Ausstellung „Transparente Botschaften“ von Wolfgang Mussgnug ist bis Anfang August während der üblichen Öffnungszeiten in der Werkstatt-Galerie Schiele, Bauerntanzgasse 3, in Aichach zu sehen.

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