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Aichach

21.01.2019

Geburtshilfe: Bürgermeister Habermann fordert Taten

Gut gefüllt war das Gewölbe im Gasthof Specht beim Neujahrsempfang des Aichacher SPD-Ortsvereins.
Bild: Marco Laves

Beim Neujahrsempfang der Aichacher SPD fordert der Bürgermeister Taten von der Landesregierung, vom Landkreis und von der Klinikleitung.

Klaus Habermann fand klare Worte: „Dass wir heuer zum Jahresbeginn erstmals in Aichach kein Neujahrsbaby begrüßen durften, erfüllt mich mit großer Traurigkeit, ja eigentlich mit Zorn.“ Das sagte Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann beim traditionellen Neujahrsempfang der örtlichen SPD im überfüllten „Specht-Gewölbe“. Und er legte nach: „Wir werden hier nicht locker lassen, wozu uns die mehr als 9000 Unterstützer-Unterschriften auch ungeheuer Rückhalt geben.“

Das Stadtoberhaupt: „ Natürlich erwarten wir jetzt auch Taten. Nicht nur von der Landesregierung von CSU und Freien Wählern, sondern ebenso vom Landkreis und hier vor allem auch von der Klinikleitung“.

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Karl-Heinz Schindler, thematisierte die in der Kreisstadt nach dem Neubau des Krankenhauses geschlossene Geburtshilfe: „Wenn die in Aichach nicht haltbar ist, warum hat man dann bei der Eröffnung des neuen Hauses eine so große Schau abgezogen?“ In dieser Frage sei sicher „einiges schief gelaufen“. Die örtliche SPD und hier vor allem die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) unter der Leitung von Kristina Kolb-Djoka, sei beim Kampf um die Geburtenstation schon der aktivere Teil gewesen. „Wir haben da keine parteipolitischen Spielchen draus gemacht, sind aber mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen“, sagte Schindler. Eine derart große Unterstützung habe die SPD sonst ganz selten erlebt. Die nächsten Aktionen seien schon geplant, versprach Schindler. „Wir werden nicht klein beigeben“.

Karl-Heinz Schindler befasste sich in seiner Ansprache auch mit weiteren kommunalpolitischen Fragen. Als „beste Meldung der vergangenen Wochen“ bezeichnete er die Nachricht, dass Habermann bei den nächsten Wahlen 2020 wieder als Bürgermeisterkandidat der SPD antritt. Dafür zollte er Habermann „allen Respekt vor dieser Entscheidung“. Der Dritte Bürgermeister freute sich außerdem darüber, dass es neben den SPD-Frauen künftig mit einer Arbeitsgemeinschaft der Jusos (Jungsozialisten) in Aichach eine weitere Untergruppierung der Partei geben werde. Schindler setzte sich aber auch mit dem allgemeinen Zustand seiner Partei, sowohl landes- auch als bundespolitisch, auseinander, bat aber darum, „von etwaigen Beileidskundgebungen“ Abstand zu nehmen. „Wir brauchen und wollen da kein Mitleid“, sagte er. Die SPD sei aber – wohl auch zu Unrecht – „vom Wähler mehr abgestraft worden als alle anderen“.

Bereits nach der Begrüßung der mehr als 100 anwesenden Vereinsvertreter und „Helfer im Ehrenamt“ durch den Ortsvorsitzenden Walter Jöckel hatte Bürgermeister Klaus Habermann eine Bilanz „einiger Highlights der vergangenen sechs Jahre gezogen. In den fast 23 Jahren seiner Amtszeit habe sich die Stadt „überaus positiv weiter entwickelt“. Es ging dabei auch um die Weichenstellung für die 2020 geplante Bayerische Landesausstellung in Aichach und Friedberg. Inzwischen stehe auch der Titel der Schau fest: „Stadtluft macht frei“.

Beifall gab es auch beim Neujahrsempfang für Habermann bei seiner erneuten Ankündigung, „für weitere sechs Jahre zur Verfügung zu stehen“. Ob das Beispiel des Ex-Oberbürgermeisters von Landshut, Josef Deimer – immerhin 35 Jahre im Amt – als Drohung verstanden werden könnte, ließ Habermann offen. Nur so viel sagte er: „Da hätte ich noch einige Jahre...“

Auch der Sinn und Zweck des Neujahrsempfangs der SPD sollte an diesem Abend nicht zu kurz kommen: Gute Gespräche in zwangloser Atmosphäre.

Lesen Sie dazu den Artikel: Geburtshilfe Aichach-Friedberg: Für jeden kleinen Sieg kämpfen

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