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10.01.2019

Geburtshilfe: Landkreis hat „klare Strategie“

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Im Dezember waren rund 150 Zuhörer zur Kundgebung für die Rettung der Geburtshilfestation am Aichacher Krankenhaus gekommen. Archiv
Bild: Gerlinde Drexler

Landrat nimmt die Postkarten von der Aichacher Kundgebung für den Erhalt der Station  an. Er erläutert, warum Geld nicht das Problem ist und was nun geschieht

Aichach Postkarten für den Erhalt der Geburtshilfe am Aichacher Krankenhaus – die schrieben zahlreiche Teilnehmer der Kundgebung am Tandlmarkt im Dezember. Nun überbrachten die Initiatoren die Karten nun Landrat Klaus Metzger.

Fast alle Parteien helfen zusammen

Die Kundgebung war eine überparteiliche Veranstaltung. Aichacher Vertreter von SPD, CSU, ÖDP, den Grünen sowie der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), der Arbeiterwohlfahrt und des Deutschen Hebammenverbands hatten sie gemeinsam organisiert. Bei der Übergabe sagte Sprecherin Kristina Kolb-Djoka, Stadträtin und Vorsitzende der ASF Aichach: „Wir sind hier, weil wir alle ein gemeinsames Ziel haben und an einem Strang ziehen wollen.“ Dies unterstrich laut einer Mitteilung auch Landrat Metzger, der die Postkarten gerne entgegennahm und den Beteiligten für das Engagement dankte. Er verwies erneut darauf, dass der Landkreis nur sehr eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten habe.

Metzger sieht Krankenkassen bei den Hebammen in der Pflicht

Metzger berichtete, dass sich der Werkausschuss des Kreistags seit 2015 um den Erhalt der Geburtshilfe in Aichach und Friedberg kümmere. „Geld an sich ist dabei absolut nicht das Problem“, sagte er. Unklarheit herrsche jedoch bei der Frage, in welcher Form der Landkreis als Träger der Kliniken den freiberuflichen Hebammen und Gynäkologen finanzielle Unterstützung gesetzeskonform anbieten dürfe. Hier seien verbindliche rechtliche Vorgaben aus den Ministerien dringend nötig. Ein zusätzlicher entscheidender Lösungsansatz sei die Behebung eines „Systemfehlers“. Die Krankenkassen müssten die Pauschalen für die geburtliche Tätigkeit der Hebammen deutlich erhöhen, um das „Kerngeschäft“ auch auskömmlich zu gestalten, forderte Metzger. Der Landrat betonte weiter: „Unser aller Ziel ist es, die Geburtshilfe im neuen Aichacher Krankenhaus dauerhaft zu betreiben. Eine Wiedereröffnung wird es aber erst geben, wenn wir dies zuverlässig sicherstellen können, keinesfalls also nur kurzfristig oder vorübergehend.“ Alle Maßnahmen seien nach vorne gerichtet. Beispielsweise werde in der nächsten Werkausschusssitzung am 21. Januar der Geschäftsführer der Abrechnungszentrale für Hebammen zu Gast sein, die für rund 100 Krankenhäuser die Abrechnungen der Hebammen durchführt. Die Initiative dafür ging von Grünen-Kreisrätin Claudia Eser-Schuberth aus. Die Mitglieder des Werkausschusses erhoffen sich Beispiele und konkrete Aussagen, wie Verträge mit Hebammen zu beiderseitigem Gewinn rechtssicher gestaltet werden können.

Geburtshilfe in Friedberg muss stabilisiert werden

Außerdem erklärte der Landrat: „Um unser Ziel zu erreichen, führen wir im Hintergrund viele Gespräche und haben eine klare Strategie.“ Der erste wichtige Schritt sei, die Geburtshilfe in Friedberg zu stabilisieren, um nicht in noch größere Turbulenzen zu geraten. Dort soll eine Hauptabteilung mit fest angestelltem Personal installiert werden. Nur auf diesem Fundament sei eine solide Wiedereröffnung in Aichach möglich. Dafür brauche es sowohl mehr Hebammen als auch mehr Gynäkologen. Vorstellbar sei ein Mix aus Belegtätigkeit und Angestelltenverhältnis. Das Angestelltenverhältnis sei rechtlich sicher, was Zuzahlungen des Landkreises betreffe. Die Belegtätigkeit bewahre einen gewissen Grad an Freiberuflichkeit. „Parallel dazu versuchen wir selbstverständlich, Gynäkologen und Hebammen für Aichach zu gewinnen, indem wir alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen“, versprach Metzger. (AN)

Lesen Sie hier den Artikel zur Kundgebung: Aichacher geben die Geburtshilfe nicht auf

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