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Neues Pflegeheim in Affing

26.04.2013

Geht’s um die Alten oder geht’s ums Geld?

Das Seniorenzentrum Hohenwart. Dessen Betreiber wird sich auch um das geplante Heim in Affing kümmern.
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Das Seniorenzentrum Hohenwart. Dessen Betreiber wird sich auch um das geplante Heim in Affing kümmern.
Bild: Christian Kirstges

Heftig wettert der Kreis-Altenhilfereferent gegen das neue Heim in Affing. Ein von ihm anberaumter Pressetermin ist geplatzt, und die Bauherren lassen die Kritik nicht auf sich sitzen.

Ein Maximum an Rendite erwirtschaften wollen, aber möglichst wenig dafür ausgeben, Gesetze und Vorgaben missachten, keinen zeitgemäßen Wohn- und Pflegekomfort bieten: Das sind nur einige der Vorwürfe, die Alf Neumeier in seiner Stellungnahme im Planungsverfahren bislang gegen das geplante Seniorenheim in Affing geäußert hat (wir berichteten). Benötigt werde die Einrichtung im Ortsteil Iglbach direkt am Affinger Ortsrand schon gar nicht, findet der Leiter der Heimaufsicht des Landkreises. Und der Standort „inmitten von Feldern“ sei zu weit vom Ortszentrum entfernt und daher für die Bewohner ungeeignet.

Bei einem Pressegespräch wollte Altenhilfereferent Neumeier gestern nachlegen und weitere Gründe nennen, warum ihm das Projekt ein Dorn im Auge ist. Doch der Termin wurde vom Kreis kurzfristig abgesagt, stattdessen sollen sich nun die Bürgermeisterversammlung und der Entwicklungsausschuss des Kreistags damit beschäftigen. Damit dessen Mitglieder nach einem Sachstandsbericht auch etwas sagen können, erklärt Wolfgang Müller, Sprecher des Landratsamtes. Neumeier würde sich zwar gerne bereits jetzt äußern, darf es aber dem Vernehmen nach nicht.

Der Betreiber der neuen Einrichtung kann die Kritik jedenfalls nicht nachvollziehen, sagt er im Gespräch mit den Aichacher Nachrichten. Christoph Hofmann führt Heime in Hohenwart und Reichertshofen im Kreis Pfaffenhofen sowie in Schwabach in Mittelfranken. Der Geschäftsführer der Firma Novita bedauert, dass sich Neumeier mit ihm nie persönlich unterhalten habe. „Das alles kam aus heiterem Himmel, als ich zum ersten Mal gehört habe, dass er gegen das Projekt ist“, sagt der 61-jährige Diplom-Volkswirt. Affing habe sehr wohl Bedarf an Pflegeplätzen, was sich auch daran zeige, dass es bereits Anfragen gebe. Bei Bürgermeister Rudi Fuchs und seinen Mitarbeitern haben sich ebenfalls mehr als 15 Interessenten gemeldet, wie er auf AN-Nachfrage sagt. Trotz der Kritik an dem Projekt stehe er ihm weiter „grundsätzlich positiv“ gegenüber, so Fuchs.

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Während der Kreis eine Pflege zu Hause favorisiert, spricht sich Hofmann naturgemäß für das Heim aus. „Wir können eine bessere Betreuung bieten als dies zu Hause möglich ist“, erläutert er. „Angehörige sind mit der Situation oft schnell überlastet. Wenn sie dann für Besuche zu uns kommen, ist alles viel entspannter für beide Seiten.“ Die Nähe zu den Familienmitgliedern und vielfältige Angebote seien Kernstücke des Konzepts. Und die Gebäude seien großzügiger angelegt als vorgeschrieben.

„Wir würden kein Haus bauen, würden wir keinen Bedarf sehen“, sagt Frank Kühnhauser, Leiter der Projektentwicklung der Baufirma. „Ich weiß nicht, was die Intention von Herrn Neumeier ist. Wir waren mit einer Machbarkeitsstudie bei ihm, da hat ihm die Architektur schon nicht gefallen.“ Doch, so Kühnhauser, es sei ein Entwurf gewesen. Seitdem sei daran gearbeitet worden, Vorschriften würden „übererfüllt“. Kontakt zu Neumeier habe es seitdem keinen gegeben. Vielleicht, so mutmaßt Kühnhauser, wolle er bestehende Häuser schützen.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema.

Den ganzen Artikel und mehr zum Betreiber, der künftigen Heimleiterin und dem Projekt lesen Sie in der Freitagsausgabe der Aichacher Nachrichten.

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