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Sitzung I

21.11.2019

Gemeinderat ärgert sich über den Wirt

In der öffentlichen Sitzung diskutiert das Gremium über den Gastronomen des Gemeinschaftshauses. Worum es dabei geht.

Mit den Worten „der Wirt im Gemeinschaftshaus hält es nicht für nötig, uns zu bewirten“, brachte Gemeinderat Norbert Wuddel am Ende der Gemeinderatssitzung in Obergriesbach am Dienstagabend ein Thema auf den Tisch, das offensichtlich nicht nur ihn wurmte. Mitbekommen hatten es weit über 200 Bürger – sie alle nahmen an der Nominierungsveranstaltung der Dorfgemeinschaft Obergriesbach-Zahling vergangene Woche teil (wir berichteten) und erhielten ihre Getränke nicht etwa von den Betreibern des italienischen Restaurants Panorama im Waldgasthof, sondern vom Sportverein.

Um gemeinsam zu rekonstruieren, was passiert ist und warum, trugen alle Räte ihr Wissen bei. Wuddel erinnerte sich daran, dass der Pächter bereits zwei Wochen vor der Veranstaltung gesagt haben solle, er bediene nicht bei der Nominierungsveranstaltung. Stefan Asam, der als Vorsitzender des Sportvereins Obergriesbach dafür sorgte, dass die Mitglieder des Sportvereins Getränke ausgaben, erklärte: Am Samstag vor der Veranstaltung gab der Pächter an, nichts von der Veranstaltung zu wissen und kein Personal zu haben. Dass die Spieler des Sportvereins ihm Unterstützung zusagten, konnte ihn nicht dazu bewegen, die Bewirtung zu übernehmen.

Den Vorwurf, der Pächter habe nichts von der Veranstaltung gewusst, konnte Daniel Schulz entkräften, der nach wie vor als Krankheitsvertretung von Bürgermeister Josef Schwegler und in seiner Funktion als Zweiter Bürgermeister durch die Sitzung führte: Bereits Mitte Oktober sei seitens der Verwaltung eine E-Mail an den Gastronom gegangen – mit der Information, dass die Veranstaltung stattfindet und mit der Bitte um Bewirtung. Schulz: „Die Hausaufgaben seitens der Gemeinde wurden gemacht.“ Auch ein Telefonat, das der Zweite Bürgermeister mit dem Pächter geführt hat, sei „anders verlaufen, als geplant“, so Schulz. Das sei auch ein Grund dafür gewesen, kurzfristig am Volkstrauertag ins Bürgerhaus nach Zahling umzusiedeln – „im Gemeinschaftshaus war uns das Risiko einfach zu groß“. Auch die Meinung der anderen Räte ging in eine ähnliche Richtung. Lorenz Mahl erklärte, der Wirt sei bereits mit drei oder vier besetzten Tischen überfordert. Auch für Hans Willer war die abgelehnte Bewirtung eine „harte Nummer“, wie er in der Sitzung erklärte.

Gemeinderat ärgert sich über den Wirt

Platziert wissen wollte Wuddel das Thema in der öffentlichen Sitzung. Um über Maßnahmen und Konsequenzen zu sprechen, verwies Schulz hingegen auf den nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Auf Rückfrage am Tag nach der Sitzung erklärte der Zweite Bürgermeister: „Wir haben noch mal darüber gesprochen und werden Maßnahmen ergreifen.“ Mehr konnte Schulz nicht sagen.

Der Pächter des Restaurants, Stefano Stefa, reagierte auf die telefonische Nachfrage unserer Redaktion zu den Vorwürfen ungehalten. „Wir sind hier zum Arbeiten, bezahlen Steuern und bedienen alle“, erklärte der Pächter, bevor er wütend das Gespräch beendete.

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